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Der Staat Jemen
liegt an der Süd-West-Spitze der saudi-arabischen Halbinsel.
Seit dem 22. Mai 1990 sind die beiden Staaten Arabische
Republik Jemen und Demokratische Volksrepublik (Süd-) Jemen in
der Republik Jemen wiedervereint.
Der Norden grenzt an Saudi Arabien, der Osten an den Oman. An
der Küste des Roten Meeres liegen zahlreiche Koralleninseln.
zumeist öde Vogelrelugien. Der Jemen ist größtenteils
wüstenhaftes Gebirgsland mit Oasen und tiel eingeschnittenen
Wadis im Osten und Gebirgsdörfern im Westen. Die Küstengebirge
ragen im Westen bis über 3760 m auf, im Süden. zum Gell von
Aden auf über 2516 m. Die südlichen Küstengebiete haben
Wüstencharakter. ebenso das westliche Küstengebiet am Roten
Meer. Der Norden reicht bis in die Wüsten Saudi Arabiens
(Geröll-, Sandwüsten).
1839 erobern die Briten Aden und Teile des umliegenden Jemen.
Erst 1967 verlassen die Briten nach mehreren revolutionären
Aufständen das Land (Protektorat Aden) und die südjemenitische
Volksrepublik wird ausgerufen. Der Norden fällt bereits Ende
des 19. Jh. unter osmanische Herrschaft (bis 1918).
Das Klima ist tropisch feuchtheiß im Küstengebiet. in der
Wüste trocken (extremer Regenmangel). Das Hochland hat teils
gemäßigte. Sanaa hat teils südeuropäische Temperaturen. Der
Jemen ist ein weitgehend armes Agrarland (u.a. Getreide.
Datteln. Wein. Kaffee. Baumwolle
an der Westküste). daneben gibt es Fischfang Viehzucht mit
Kamelen. Schafen, Ziegen. Erste Ölfunde seit 1987 .
Neben den fast vegetationslosen Wüstengebieten gibt es das von
Wadis (trockene Flußtäler) und Oasen unterbrochene Bergland
(Akazien, Weihrauchbusch, Myrrhe) sowie das Hochland (Süd.
Südwest). wo immergrüner Baum- und Strauchbewuchs vorherrscht.
Die Tierwelt besteht aus Steinbock. Gazellen. Antilopen,
Wildschafen und -ziegen. Schakalen. Der Jemen ist bisher
touristisch hauptsächlich von Gruppenreisenden entdeckt
worden. Die Infrastruktur ist nicht gerade für
individualreisende ausgerichtet.
Herausragend sind die reichen Verzierungen an Hausfassaden
(Stuck, Bemalungen) sowie die kunstvoll holzgeschnitzten
Fenstereinsätze, die auch heute noch hergestellt werden.
Sehenswert sind vor allem die Hauptstadt Sanaa, mit ihren
ornamentalen und farblich gestalteten Haus. und Palastlassaden•
Moscheen und Minaretten. Sanas Altstadt (der Altstadtkern mit
osmanischer Architektur geht auf das 16. Jh. zurück) steht
seit 1984 auf der UNESCOWelterbe-Liste. Sanaas Große Moschee
wurde noch zu Lebzeiten des Propheten Mohammed (um 630 n.
Chr.) errichtet. Sadao, die nördlichste Stadt. kann mit
ähnfichen Architekturschätzen aufwarten.
Tais (Taiu). die Gebirgsstadt im Süden, ehemalige Hauptstadt
und zweitgrößte Stadt des lardes. hat zahlreiche,
reichverterte Moscheen
aus dem 13.-16. Jh. Eindrucksvoll sind die wehrhaften
Felsendörfer im Hochland. die wie Ritterburgen hoch über den
terrassierten Anbauflächen thronen.
Die Wehrhaftigkeit zeigt sich auch im meist reichverzierten
Krummdolch, ohne den ein Jemenite nicht ausgeht.
Nördlich von Tais liegt die Stadt Zabid. mit sehenswerter
Altstadt (verwinkelte Gassen. Moschee) und dem türkischen
Fort. An den Berghängen zum Roten Meer wird Kaffee angebaut.
Am Meer liegt die Stadt Al•Mukha, namensgebend für den
arabischen Mokka! östlich von Sanaa hegt Marib mit Resten des
berühmten Staudamms. der die Wüste vor 2000 Jahren in ein
Paradies verwandelte. Seit der Damm 575 n. Chr. brach, verfiel
er zusehends. Heute versucht man, das Projekt wieder
aufzunehmen. Reste der Tempelanlagen der sagenhaften Königin
von Saba wurden ebenfalls aus dem Wüstensand gegraben.
Aden. ehemalige Hauptstadt der Volksrepublik Jemen (Südjemen).
schon seit alters her wichtige Hafenstadt am Ausgang des Roten
Meeres, liegt zu Füßen eines schrotl gezackten Vulkans. 1839
wurde die Stadt britische Kronkolonie (bis
1967). Sehenswert sind die Altstadt (Moscheen und
Befestigungen aus 1000 Jahren Geschichte). mit teils
viktorianischen Hotels (allerdings heruntergewirtschaftet) und
das türkische Fort auf der vorgelagerten Insel Sira.
Die Hafenstadt Mukalla (Al-Mukalla), mit ihren
weißgestrichenen Häusern und dem Sultans- Palast, Ist ein
Ausgangspunkt zum Wadi Hadramaut. Das fruchtbare. über 200 km
lange Flußtal beherbergt die eindrucksvolle
'Wolkenkratzerstadt` Shibam, mit hunderten bis über 30 m
hohen. 10-stöckigen Lehmziegelhäusem. Sehenswert sind auch die
Nachbarstädte (Saywun, Tarim. Al-Hawta u.a.).
Die Straßen sind großteils Piste. Der Inlandflugverkehr ist
gut, Hodeida. Tais. Sana. Aden und Mukalla sind größere
Flughäfen.
Im Bürgerkrieg 1994 wurden die beiden Hauptstädte Sanaa (ehem.
Nordjemen) und Aden (ehem. Südjemen) von den jeweiligen
Gegnern aus der Luft bombardiert. Im Streit der beiden Staaten
ging es auch um die Vulkaninsel Perim (13 km',
Befeshgungsanlagen, ehem. Sklaven- und Kohlehafen, Leuchtturm,
früher britisch), die zum ehemaligen Südjemen gehörte, aber
vor Nordjemens Küste liegt.
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