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In dem
hübschen Städtchen Piran, heute ein Tourismusziel ersten
Ranges an der slowenischen Küste, erblickte 1692 Giuseppe
Tartini das Licht der Welt. Seine Karriere als Komponist und
Violinist begann 1721, als er im italienischen Padua seine
Stelle als Konzertmeister antrat und in seiner Wahlheimat
wenige Jahre später eine Musikakademie gründete. Seine
Violintechnik (Doppelgriffe, Triller, Bogentechnik) wurde zur
Grundlage für das moderne Violinspiel. Von seinen
Kompositionen sind rund 125 Violinkonzerte, 50 Triosonaten und
200 Violinsonaten, darunter die berühmte Teufelstrillersonate,
außerdem Sinfonien und Cellokonzerte erhalten. Im Geburtshaus
des Künstlers in Piran ist ein Gedenkzimmer eingerichtet. Auch
der Hauptplatz des Städtchens trägt seinen Namen. Das Denkmal
in der Mitte des Platzes wurde Ende des 19. Jh.s von einem
venezianischen Bildhauer „ errichtet, doch auch die Slowenen
ehren heute den - k -- großen Sohn ihrer Stadt.
Byzantinische Epoche
Streng
genommen war die Antike nach dem Untergang des Weströmischen
Reiches am Ausgang des 5. Jh.s (495 n. Chr.) noch nicht zu
ihrem Ende gekommen - vor allem deshalb nicht, weil sich 30
Jahre später der oströmische Kaiser Justinian noch einmal
anschickte, das ehemalige Imperium wiederherzustellen. Sein
Eroberungszug von Konstantinopel führte ihn nicht nur ins
italienische Ravenna, die neue Hauptstadt des Westreichs,
sondern auch die östliche Adriaküste entlang, wo er vor allem
in Salona mehrere bedeutende Bauten errichten ließ.
Für die
weitgehend christianisierte Bevölkerung hatte sich als
Gotteshaus Basiliken die Basilika durchgesetzt, ein Bautyp,
der aus der römischen Markthalle hervorgegangen war. Nur
wenige Basiliken aus dieser Epoche haben die
Zeiten
überdauert, zweifelsohne die bedeutendste und am besten
erhaltene ist die Euphrasiusbasilika in Poreä aus dem 6.
Jahrhundert. Ihre kunsthistorische Bedeutung verdankt die
Kirche vor allem den Einlegearbeiten aus Marmor und Perlmutt
sowie den herrlichen Mosaiken im Chor, auf denen erstmals die
thronende Muttergottes und nicht Jesus Christus im Mittelpunkt
der Darstellung steht. Wegweisend für spätere Kirchen ist auch
der Chorabschluss mit drei halbrunden Apsiden, da durch den
zunehmenden Reliquienkult in den Gotteshäusern Raum für
weitere Altäre benötigt wurde.
Altkroatische Kunst (9. - 11. Jahrhundert)
Vor den
Awaren und Slawen, die im 6. und 7. Jh. im Zuge der
Völkerwanderung zur Küste vordrangen, flüchteten die Bewohner
von Salona in das benachbarte Split und benützten den dortigen
Diokletianpalast als Steinbruch für ihre neue Siedlung.
Obgleich auch spätem Generationen dem Diokletianpalast durch
ihre Bautätigkeit ihren Stempel aufdrückten, sind noch Gebäude
aus dieser ersten frühmittelalterlichen Besiedlung erhalten,
u. a. die beiden bescheidenen Kirchen am West- und am Nordtor.
Das spätantike Mausoleum des Kaisers wurde bereits im 7. Jh.
zur christlichen Kirche geweiht und im 10. Jh. zur Kathedrale
erhoben.
Der regen
Bautätigkeit, die sich zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert in
Dalmatien entfaltete, verdankt die Küstenregion eine Vielzahl
kleinerer Kirchenbauten, wie man sie heute unter anderem auf
Krk (Donatskirche bei Punat), in Nin (Heiligkreuzkirche), in
Priko bei Omis" (St. Petrus) oder in Trogir (St. Barbara) noch
vorfindet. Stilistisch gehören diese altkroatischen Kirchen
noch nicht zur Romanik, obgleich sie einige Merkmale mit
dieser verbinden, so zum Beispiel der schlichte, betont
kubische Baukörper, die Reduktion der Formen sowie die
Wandgliederung durch Rundbogenfriese oder Lisenen. Der Hang zu
Kuppeln und Gewölben scheint dagegen eher ein Erbe der
byzantinischen Architektur zu sein. Die Ornamentik ist noch
sehr flächig und wird von abstrakten Formen wie dem Flechtwerk
beherrscht, das man auf zahlreichen steinernen Altarschranken,
Ziborien, Reliefs u. ä. vorfindet.
Das
herausragende Bauwerk der Epoche altkroatischer Baukunst ist
die Kirche Sv. Donat in Zadar. Auch bei diesem Bauwerk beruht
die Wirkung vor allem auf der Schlichtheit der Formen sowie
der Monumentalität und der Harmonie der einzelnen Baukörper.
Romanik
(11. - 13. Jahrhundert)
Die
Romanik ist die Zeit Kirchen monumentaler Kirchenbauten.
In Senj, Trogir, Zadar, Dubrovnik und auf den Inseln Krk und
Rab entstanden vom 11. Jh. an neue, große Bischofskirchen. Vor
allem Zadar hat aus dieser Epoche zwei herrliche Beispiele zu
bieten, die Kathedrale Sv. Stoäija und die Kirche Sv. Krgevan.
Die von den toskanischen Domen beeinflußte Fassade der
Kathedrale von Zadar markiert einen Höhepunkt der romanischen
Baukunst Dalmatiens. Der zweite bedeutende Kathedralbau an der
Küste ist die dreischiffige Domkirche in Trogir, an der nicht
nur die Romanik, sondern auch die nachfolgenden Baustile
gleichsam wie in einem Querschnitt ablesbar sind.Da während
der Epoche Profanbauten
der
Romanik im Mittelmeerraum die Blütezeit der Städte anhob,
erlebte
auch der
Profanbau einen Aufschwung. Die meisten Städte besitzen heute
noch vereinzelte romanische Wohnhäuser; besonders reich ist
der Bestand in Trogir und Split, in denen jeweils noch rund 50
Häuser aus dem 13. Jh. erhalten sind. Ein schönes Beispiel für
ein Wohngebäude aus dieser Zeit ist das so genannte
Kanonikerhaus in Poreä (1270). Für die vornehmeren städtischen
Wohnhäuser verwendeten die Baumeister grob behauene
Steinquader, die in regelmäßigen Reihen angeordnet wurden und
sich von den glatt geschliffenen Rahmen der Zwillings- oder
Drillingsfenster abhoben. Im Erdgeschoß der einfachen
Wohnhäuser befanden sich in aller Regel Wirtschaftsräume, auch
Ställe, darüber lagen die Wohnräume.
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