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Im
Unterschied zu der im Norden gelegenen Küstenstadt brachte das
17. Dubrovnik Jh. in Dalmatien eine Provinzialisierung mit
sich. Die meisten Städte hatten mittlerweile ihre
wirtschaftliche Selbständigkeit verloren. So beschränkten sich
die Bauvorhaben häufig auf den Ausbau der Befestigungsanlagen
(äibenik, Zadar, Knin). Daß es in Dubrovnik dann aber zum Ende
des Jahrhunderts doch zu einer lebhaften Bautätigkeit kam,
hängt vor allem mit dem schweren Erdbeben zusammen, das 1667
große Teile der Altstadt in Schutt legte. Am Wiederaufbau
hatten italienische Baumeister großen Anteil, da die Qualität
der einheimischen Steinmetzen und Bildhauer zu dieser Zeit
bereits merklich geschwunden war. Die größten Bauvorhaben in
der Stadt waren die neue Kathedrale, die Jesuitenkirche und
die Kirche St. Blasius, ein monumentaler Bau am Schnittpunkt
der beiden wichtigsten Achsen der Stadt. Die an Skulpturen
reiche Hauptfassade ist mit dem Platz vor der Kirche durch
eine Freitreppe und eine erhöhte Terrasse verbunden, die an
eine Bühne erinnert - typisch für die Barockzeit. Auch heute
noch wird dieser Ort für verschiedene Darbietungen und
Aufführungen genutzt.
In der
Malerei dominierten an der Küste die Venezianer, zu denen auch
der gebürtige Südslawe Frederico BenkoviC gezählt wird. Gut
zwei Dutzend Gemälde in verschiedenen Orten hat Jacopo Palma
der Jüngere hinterlassen, der noch Anfang des 17. Jh.s wirkte
und eine Symbiose zwischen Renaissance, Manierismus und
Spätbarock pflegte. Noch weit mehr Bilder aus den folgenden
Jahrzehnten müssen seinen Schülern und Nicheiferern
zugeschrieben werden, z. B. Matej Ponzon-Ponbun.
Vom
Klassizismus bis zum Jugendstil (19. Jahrhundert)
In kultur-
und geistesgeschichtlicher Hinsicht ist das 19. Jh. wie fast
überall in Europa die Zeit der nationalen Bewußtwerdung, in
diesem Fall unter den Südslawen. Die Herrschaft Venedigs war
beendet, und nach dem kurzen napoleonischen Zwischenspiel
etablierten sich die Habsburger in der Region. Architektur,
Malerei, Theater - all das stand jetzt vor allem unter dem
Einfluß Wiens. Der Schwerpunkt verlagerte sich nun noch mehr
ins Binnenland, Laibach und Agram, Ljubljana und Zagreb
blühten auf, wurden zu künstlerischen Zentren und auch zum
Ausgangspunkt neuer städtebaulicher Entwicklungen im
südslawischen Raum.
Allein
Rijeka gewann durch die neue Eisenbahnlinie weiter an
Bedeutung,
Pula wurde
k.u.k.-Kriegshafen, Zadar Verwaltungszentrum von Dalmatien. In
Split machte sich die neue Zeit ebenfalls bemerkbar: So
entstanden Verwaltungsgebäude im klassizistischen und später
historistischen Stil. Ebenso in Rijeka, wo vor allem im
Umkreis der Uferstraße Riva mehrere Prachtbauten entstanden,
etwa die Direktion der Reederei "Adria", die Marineakademie
und der Gouverneurspalast. Im 19. Jh. erlebte auch das Theater
eine Blüte: In Rijeka wurde zunächst (1805) ein
klassizistisches Gebäude errichtet, das sich rasch als zu
klein erwies. 1855 bauten die österreichischen
Theaterarchitekten Helmer und Fellner ein zweites, neobarockes
Schauspielhaus. Von den wenigen Bauten in den großen Städten
und natürlich etlichen Denkmälern abgesehen, sind die
künstlerischen Spuren des 19. Jh.s an der Küste aber eher dünn
gesät. Eine der wenigen Ausnahmen ist das slowenische
Städtchen Piran, in der Klassizismus und Historismus das Bild
beherrschen.
Am Ende
des 19. Jh.s sorgte der einsetzende Fremdenverkehr für eine
wenn auch
nur bescheidene Belebung der Bautätigkeit. Einfache
Privatquartiere konnte man den vornehmen Kurgästen nicht
zumuten, weswegen in den besonders stark besuchten Seebädern
prunkvolle Hotels entstanden - das Hotel Palace in Portorot,
das Kvarner in Opatija und das Imperial in Dubrovnik, um nur
einige Beispiele zu nennen. Aufwendig renoviert sind die
Nobelherbergen aus dem Fin de siede heute architektonische
Schmuckstücke in den Seebädern an der Adria.
In
Opatija und Rijeka werden Besucher ohne Schwierigkeiten auch
einige
Jugendstilfassaden ausmachen können. Ansonsten gilt aber für
diesen um die Jahrhundertwende prägenden Stil: Die Küste wird
allenfalls gestreift, während es im Binnenland der
Donaumonarchie, in Wien und Budapest, in Ljubljana oder in
Zagreb weit mehr zu entdecken gibt.
Unter den
einheimischen Malern des 19. Jh.s verdient Vlaho Bukovac be-
Malerei sondere Beachtung. Der Künstler, dessen Werke zunächst
dem Realismus verpflichtet waren, wandte sich nach einem
Aufenthalt in Paris im letzten Jahrzehnt des 19. Jh.s von der
eher akademischen Malweise ab und dem Impressionismus zu.
Bukovac gilt als einer der Wegbereiter der Zagreber "Bunten
Schule".
20.
Jahrhundert
Die
berühmteste dalmatinische Künstlerpersönlichkeit der ersten
Jahrhun- meätrovi derthälfte ist Ivan MeSitroviC ( Berühmte
Persönlichkeiten). In seinen Werken blieb MeCroviC zeitlebens
einem konservativen Klassizismus verpflichtet, obwohl der
Bildhauer durch internationale Ausstellungen und vor allem
durch Aufenthalte in Wien und Paris mit den modernen
Strömungen in Berührung gekommen war. Mit seiner Villa in
Split, die auf seinen Wunsch heute als MeSitroviC-Museum
genutzt wird, hat der Künstler sich bereits zu Lebzeiten ein
Denkmal gesetzt. Architekturgeschichte wurde an der Küste nach
dem Ersten Weltkrieg in Architektur nennenswertem Maße nicht
mehr geschrieben, ganz im Unterschied etwa zu Zagreb, wo in
der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen einige namhafte
Baumeister wirkten, die sichtlich von den modernen Strömungen
in Deutschland, Frankreich oder auch Österreich beeinflußt
waren.
Das
markanteste und in beinahe jedem Küstenort präsente Erbe aus
der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Hotel- und
Ferienanlagen, die zumeist aus den 70er Jahren stammen, als
der Massentourismus an der dalmatinischen Küste einsetzte.
Riesige Betonburgen und überdimensionale Ferienanlagen sind
die wenig schmeichelhaften architektonischen `Altlasten' aus
dieser Ära.
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