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    Kroatien - Istrien & Dalmatinische Küste

 

   

Die Volkstracht, noch vor zwanzig Jahren sehr verbreitet, ist in jüngerer Zeit auch in Kroatien aus dem Straßenbild weitgehend verschwunden. Der Grund liegt, wie anderswo auch, in der zunehmenden Verstädterung der Lebensweise. Während die jüngere Generation sich durchweg modern kleidet, tragen ältere Frauen gelegentlich ihre Tracht, besonders am Sonntag. In den Dörfern auf den Inseln und im dalmatinischen Hinterland, aber auch in den Städten sieht man viele ältere Frauen, die ganz in schwarz gekleidet sind und ein Kopftuch tragen. Typische Bestandteile der Männertrachten in Dalmatien und Istrien sind die gebauschte Kniehose, ein weißes Hemd und eine bunte Weste. Vervollständigt wird die Männertracht durch einen breiten Stoffgürtel und eine flache Kappe. Die Frauentracht besteht in der Regel aus einem dunklen Rock, heller Bluse mit Stickereien und einem Kopftuch. Einzigartig in der Trachtenlandschaft an der dalmatinischen Küste sind die weißen Kopfhauben der Frauentrachten von Konavle, südlich von Dubrovnik.

Für das Kunsthandwerk und Kunstgewerbe gilt im Grunde dasselbe wie für die Tänze und Bräuche — auch hier werden die alten Traditionen vor allem für den Fremdenverkehr am Leben gehalten. Bekannt ist die dalmatinische Küstenregion vor allem für feinen, filigranen Goldschmuck (siehe auch bei Praktische Informationen, Einkaufen) sowie für phantasievolle Stickereien und schöne Webarbeiten, die an allen touristischen Brennpunkten, aber auch auf den Bauernmärkten vieler Inseln feilgeboten werden. Während der venezianischen Herrschaft erhielt die Region wichtige Impulse für die Spitzenproduktion. Die Pager Spitzen, kunstvolle Handarbeit von bester Qualität, gehören heute zu den beliebtesten Souvenirs.

Istrien und Dalmatien in Zitaten

Eine Beschreibung des Meeres bei der Krka-Mündung aus dem 15. Jh.:

Hier finden sich Thunfische von ungewöhnlicher Größe, man sieht Delphine beim Spiel, und sehr häufig tauchen auch Seehunde auf. Wenn sich die Sonne im Sternzeichen des Krebses, des Löwen und der Jungfrau befindet, werden hier Zahnbrassen gefangen, die als großer Leckerbissen gelten (...). Hier werden auch Austern geerntet, deren Geschmack der des Adriatischen Meeres ist. Auch Meeräschen, Goldstriche, Meeerbraschen, Muscheln, Seewölfe, Trichterfische, Goldbrassen, Taschenkrebse, Kalamari und Makrelen. Wenn die Sonne in das Sternzeichen des Stieres tritt, fängt man aus den Tiefen des Meeres mit der Angel eine Menge von Laxierfischen und Brassen. Manchmal tauchen hier auch ungewöhnliche Meeresungeheuer auf, die nie zuvor gesehen wurden.

Der Anblick Zara's (Zadars; Anm. d. Red.) bietet aus der Ferne etwas mit-

telalterlich Vestenartiges, wozu der beinah durchweg ungetünchte graue Stein der Häuser und die hohen Wälle kein Geringes beitragen. Beim Herannahen springen die neueren Werke mehr ins Auge, und wenn man hart an den Bastionen vorbei in den geräumigen Hafen einfährt - die einzige durch künstliche Vorrichtungen offen gelassene Straße in die von der Natur gebildete Bucht - so wird man inne, daß den feindlich Heranziehenden wohl ein anderer Empfang erwarten dürfte als unseren friedlichen Dampfer zu Teil wurde. Der Insel Lacroma (Lokrum) gegenüber breitet sich mit allem Zauber südlicher Poesie ausgestattet das mauernumgürtete Ragusa (Dubrovnik) mit

dem originellen Porto Casson und dem trotzigen Fort S. Lorenzo zu Füssen des Monte Sergio aus. Mehr denn elf Jahrhunderte wusste sich die Republik durch eine kluge Regierung und Tributpolitik unabhängig zu behaupten (...). Zur Hebung des Fremdenverkehrs ward das prächtige Hotel Imperial erbaut, wodurch Ragusas große Zukunft als Curort gesichert erscheint. Der milde Himmelsstrich und die wunderbare Umgebung, deren Vegetation verblüffend ist, werden nicht verfehlen, ihren lockenden Zauber auszuüben, ebenso die interessanten Sitten der Bevölkerung und die pomphaften Kirchenfeste.

Der schönste Tag. Kalt und klar. Jetzt ist's wieder die gelbe Stadt am blau-

en Meer (Dubrovnik; Anm. d. Red.). In den Gassen gebummelt, in Kirchen und Palästen. Dazwischen ein paar Besuche gemacht. So mit einem Bein in der Vergangenheit, mit dem anderen in der Zukunft. Denn das ist das Merkwürdige hier: es gibt keine Gegenwart! Überall steht groß: Es war ein Hermann Bahr mal! (...) Im Kreuzgang der Franziskaner. Man sieht auf eine wunderbar (Fortsetzung) heitere Terrasse, über die der alte Campanile ragt. Die dünnen Säulchen,

das lieblichste Maßwerk! Eine Statue des heiligen Franziskus in der Mitte des stillen Hofs, ein Bäumchen in der Ecke, mit Orangen schwer behangen, und blühende Rosen, gelb und rot. Ein junger Frater, mit lachenden Augen und blühenden Wangen, stark und derb, schlurft lässig auf und ab, in der Sonne. Vögel schreien. Und der unwahrscheinlich blau knallende Himmel. (...) Aber vor dem Palast der Rektoren und vor der Dogana könnte ich tagelang stehen. Die haben das ewige Leben. Hier ist der unsterbliche Sinn eines großen Geschlechts aufbewahrt. Man vergleicht sie gern mit dem Dogenpalast. Ich finde sie ganz anders. Sie sind gar nicht kokett, sie wollen nicht gefallen, sie schmeicheln nicht, sondern in ihrer festen Schönheit stehen sie da, kriegerisch zur Welt hin, um ihr einmal zu zeigen, was das Rechte ist (...).

In Dalmatien sind die Gasthöfe (hotel, gostiona) der Seebäder während der Baedekers

Zimmers, mit Angabe des Tages, der Ankunftsstunde und der Aufenthalts-

Hauptreisezeit fast immer voll besetzt. Rechtzeitige Vorausbestellung des die Adria" (1929)

"Dalmatien und dauer durchaus nötig; bei der Bestellung berücksichtige man auch die Zeit, die die Post zur Beförderung des Briefes und der Antwort braucht. Bei einer telegrafischen Zimmerbestellung kostet das Wort aus Deutschland 24 Pf., ebensoviel für die bezahlte Rückantwort.

Die Küche ist der österreichischen ähnlich, aber mit starkem italienischdalmatinischem Einschlag (Olivenöl), was aber keinen Nachteil bedeutet. Im Frühstück ist Butter selten einbegriffen (Eier nie); jedes Brötchen wird gesondert berechnet.

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