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Im Laufe
der vergangenen 200000 Jahre entstanden bizarre Sinter- und
Tropfsteinformen, die in der Vergangenheit im Laufe eines
Jahrzehnts um 0,7 bis 1,4 Millimeter wuchsen. Während im
'Obergeschoß' immer größere Hallen entstanden, setzte das
Wasser ein Stockwerk tiefer seine zersetzende Arbeit fort.Der
vordere Teil des beeindruckenden Karsthöhlensystems wurde wohl
schon in der Steinzeit als Wohnplatz genutzt. Jahreszahlen an
den Höhlenwänden belegen, daß sich bereits im Mittelalter
frühe Höhlenforscher ins Innere der Grotten gewagt hatten. Im
17. und 18. Jh. drangen Wagemutige zumindest bis zum 'Großen
Dom' vor. 1802 besuchte der Schriftsteller Johann Gottfried
Seume die Adelsberger Grotten. Seine Eindrücke hat er im
"Spaziergang nach Syrakus" festgehalten. 1818 erkletterte ein
einheimischer Bauer die Felswand am Ostufer des Flüßchens
Pivka und erkundete das Höhleninnere bis zum 'Großen Berg'.
Seine Schilderungen müssen so überschwenglich gewesen sein,
daß schon kurze Zeit später die touristische Erschließung des
Naturwunders erfolgte. Die Zahl der Besucher aus nah und fern
wuchs ständig an. Mitte der sechziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts feierte man im 'Tanzsaal' der Höhle große Feste.
Bereits 1872 fuhr eine Grubenbahn in die Höhle ein, und in den
achtziger Jahren hat man eine elektrische Beleuchtung
installiert. Bis heute haben weit über 25 Mio. Menschen den
Adelsberger Grotten einen Besuch abgestattet. Seit 1974 weiß
man, daß die Adelsberger Grotten, die nördlich anschließende
Pivka-Höhle und die noch weiter entfernte Planina-Höhle durch
Klüfte und Wasserläufe miteinander verbunden sind.
Im Innern
der Adelsberger Grotten herrscht das ganze Jahr über eine
ziemlich konstante Temperatur von 8°C. Warme Kleidung ist für
die ca. 1 1/2 Stunden dauernde Besichtigungstour unbedingt
angeraten. Auch gegen Sickerwasser, das von den Höhlendecken
tropft, sollte man sich schützen. Ein elektrisches
Höhlenbähnchen fährt etwa 2,5 km tief in die Höhle hinein.
Gleich
neben dem Haupteingang verschwindet das Flüßchen Pivka im
Besichtigung Karstgebirge. Mit dem Höhlenbähnchen fährt man
zunächst durch einen künstlichen Stollen in einen 'Umgekipptes
Schiff' genannten, etwa 10 m hohen Gang. Hier befand sich
während des Zweiten Weltkrieges ein Treibstofflager, das 1944
explodierte. Bei diesem Unglück verlor der etwa 120 m lange,
50 m breite und über 30 m hohe 'Große Dom' seinen Tropfstein-
schmuck. Als nächstes folgt der 20 m breite und 13 m hohe
'Gotische Saal' mit seinen eindrucksvollen hellen
Sinterbildungen sowie beachtlichen Decken- und
Bodentropfsteinen.
Nächste
Station der Höhlenfahrt ist der 'Kongreßsaal' (früher:
'Tanzsaal'), so benannt, weil hier 1965 Höhlenforscher aus
aller Welt zu einem Meinungsaustausch zusammenkamen. Diese
Höhle besitzt eine 9 m hohe Tropfsteinsäule. Die Szenerie wird
durch einen Lüster effektvoll illuminiert. Danach fährt das
Bähnchen durch die 'Waschklammer' und durch den 'Kristallgang'
zu den 'Kleinen Höhlen'. An der rechten Höhlenwand sieht man
einen 'Vorhang' aus hauchdünnem Sinter, der in gelblichen und
rötlichen Farbtönen schimmert. Anschließend passiert das
Bähnchen die Abzweigungen zum 'Namenlosen Gang' bzw. zum
'Bunten Gang' und fährt unter einer umgestürzten, etwa 5 m
dicken Tropfsteinsäule hindurch. Die Bahnfahrt endet am
'Großen Berg' mit einem ca. 300 m weiten Höhlengewölbe. Hier
beginnt der Rundweg, der über den 'Großen Berg' und über die
'Russische Brücke' zu den etwa 500 m langen 'Schönen Höhlen'
mit ihren prachtvollen Sinter- und Tropfsteinbildungen führt.
Die Stalagmiten und Stalaktiten haben so klangvolle Namen wie
'Schiefer Turm von Pisa' oder 'Makkaroni'. Vom 'Roten Saal'
geht es in den 'Tigersaal' und in den 'Wintersaal'.
Schließlich erreicht man den besonders schönen 'Gang der
Brillanten', wo es nur so glitzert und funkelt.
In einem
Höhlenteich schwimmen fleischfarbene, aalähnliche Grottenolme
der Spezies Proteus anguineus, also jene sagenhaften blinden
Schwanzlurche, die heute nur noch in den wasserführenden
Karsthöhlen Südosteuropas anzutreffen sind. Vom Teich der
Grottenolme steigt man hinauf zum 'Konzertsaal', einer
riesigen, bis zu 40 m hohen Halle mit außergewöhnlich guter
Akustik. Unter dem 'Konzertsaal' besteigt man wieder das
Höhlenbähnchen und fährt zurück zum 'Großen Dom' am
Höhleneingang.
Etwa 5 km
nördlich von Postojna erreicht man die Pivka jama, die 'kleine
Schwester' der großen Adelsberger Grotten, mit der sie durch
einen unterirdischen Wasserlauf verbunden ist. Die Pivka-Höhle
ist eine Flußhöhle mit großen Hallen sowie bemerkenswerten
Sinter- und Tropfsteinbildungen. Sie kann jedoch nur in den
Sommermonaten betreten werden, wenn die Pivka wenig Wasser
führt. Warme Kleidung und gutes rutschfestes Schuhwerk sind
für Besucher unerläßlich! Führungen: Juni, Juli, August nach
Bedarf mehrmals täglich.
Südlich,
in Richtung Adelsberger Grotten, schließt die ärna jama an.
Ihren Namen hat sie von den sehr dunklen Sinterbildungen. In
der Crna jama kann man noch zahlreiche Grottenolme beobachten.
Ca. 10 km nordwestlich von Postojna erreicht man die am
Westabfall des Karstgebirgszuges Hru'Sica errichtete
Predjamski grad, die am Ausgang einer großen Karstgrotte
steht. Im 13. Jh. hatte man hier eine Feste errichtet, die im
14. Jh. in die Hände der Habsburger kam. Das heutige Schloß
wurde 1583 auf Anordnung von Johann von Kobenzl errichtet.
Während des Zweiten Weltkrieges diente die Burg Titos
Partisanen als Unterschlupf. Heute ist sie ein Museum, in dem
nicht nur Waffen und Trophäen ausgestellt sind, sondern auch
steinzeitliche Artefakte aus der Höhle. Ca. 8 km nordöstlich
von Postojna liegt die Ortschaft Planina in dem flachen,
von Kalkfelsen gerahmten Becken Planinsko Polje, das von dem
Fluß Unica durchflossen wird. Sehr beeindruckend ist das
gewaltige Felstor der Planinska jama (Flußhöhle), aus dem die
Unica heraustritt. In der Ortschaft Planina selbst ist eine
mittelalterliche Burganlage beachtenswert.
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