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    Kroatien - Istrien & Dalmatinische Küste

 

   

6 km nördlich von Selca liegt Povlja. Der Ost am nordöstlichen Ende der Insel Braö war in antiker Zeit Ankerplatz für römische Galeeren. Tatsächlich sind noch Mauerreste aus römischer Zeit erhalten. In das Baptisterium der Pfarrkirche sollte man wegen der dortigen Fresken und dem altchristlichen Brab, Povlja Taufbecken, Relikt einer Basilika aus dem 5./6. Jh., einen Blick werfen. der (Fortsetzung) Wehrturm neben der Kirche wurde im 16. Jh. zum Schutz gegen die Türken erbaut wurde. In der Umgebung von Povlja finden sich einige hübsche Badebuchten. Da es bislang nur ein Hotel gibt, ist der Ort ruhig und beschaulich geblieben.

Povljas Name bleibt aber vor allem mit einem bedeutenden Zeugnis kroati- "Povljanska listina" scher Schriftkultur verbunden, der "Povljanska listina". Es handelt sich um

die Liste der Besitztümer einer Benediktiner-Abtei aus dem Jahr 1250. Die in kyrillischen Lettern geschriebene Urkunde ist die älteste in kroatischer Sprache.

Der aus 14 kleinen Inseln und winzigen Inselchen bestehende Archipel vor Lage und der südwestlichen Küste Istriens, nur wenige Kilometer Luftlinie von Pula Bedeutung

entfernt, gilt als kleines Naturparadies mit einer ungewöhnlich üppigen Ve-

getation. Was Brioni - so der italienische und auch deutsche Name - darüber hinaus zu bieten hat, ist eine reiche Vergangenheit, der man an vielen Orten nachspüren kann. Außerdem hat die Inselgruppe offenbar schon immer illustre Persönlichkeiten angezogen, wohlhabende römische Bürger in der Antike ebenso wie österreichische Industrielle um die Jahrhundertwende; das Staatsoberhaupt des kommunistischen Jugoslawien ebenso wie den kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman (siehe dazu das Baedeker Von dem kleinen Küstenort Faiana ( Pula, Umgebung) und von Pula aus

werden organisierte Ausflugsfahrten nach Brijuni angeboten, in denen ein Besichtigungsprogramm enthalten ist. Rechtzeitige Anmeldung (mindestens einen Tag im voraus) in den Touristbüros von Pula bzw. in Faiana ist erforderlich. Auch von Rovinj aus gibt es die Möglichkeit zu einer Ausflugsfahrt nach Brijuni. Besucher, die in einem der Hotels auf Brijuni wohnen, können von Faiana aus häufiger übersetzen.

 

Die Brijuni-Inseln wurden 1983 zum Nationalpark erklärt. Dieser umfaßt

eine Fläche (einschließlich Meer) von 36 km2. Die größte Insel ist Veli Brijun mit 690 ha. Bedeutend kleiner sind Mali Brijun, Sveti Marko, Gaz, Obljak (Okrugljak), Supin, Supinid, Galija, Grunj, Vanga, Pusti (Madona), Vrsar, Sveti Jerolim und Kotei (Kozada).

Das rot gefärbte Gestein der Inseln belegt, daß sie ursprünglich mit dem Festland von Istrien verbunden waren, von dem sie sich erst vor etwa 10 000 Jahren lösten. Am Kap Barban an der Nordostspitze von Veli Brijun kann man im Gestein die Fußabdrücke eines Dinosauriers sehen. Die Vegetation der Inseln ist außerordentlich vielfältig: Über 700 einheimische, aber auch zahlreiche exotische Pflanzen gedeihen hier, Pinien, Lorbeerbäume, Myrten, Aleppo-, Strand- und Schwarzkiefern, Erdbeerbäume, Zypressen, Libanonzedern, Steineichen, Agaven, Eukalyptusbäume, Palmen und viele mehr. Ursprünglich waren die Inseln hauptsächlich mit Macchia bedeckt, bis man Ende des vergangenen Jahrhunderts damit begann, die Hauptinsel Veli Brijun in einen großen Park umzuwandeln.

Daß die Brionischen Inseln bereits in prähistorischer Zeit besiedelt waren,

ist durch Grabfunde, Fluchtburgen, Gebrauchsgegenstände aus Stein und Metall bestätigt. Im Jahr 177 v. Chr. geriet Brijuni wie auch die gegenüberliegende Festlandküste unter römische Herrschaft. Schon damals nutzten reiche Bürger aus dem nahen Pietas Juliae (Pula) die Inseln als Sommerfrische. Nach dem Ende der römischen Herrschaft wechselten die BrijuniInseln häufig den Besitzer; 1331 schließlich übernahm Venedig auch hier das Ruder. Das Interesse an Brijuni ließ jedoch im Laufe der Jahrhunderte deutlich nach, so daß die Inseln verödeten.

Die zweite Blüte von Brijuni wurde durch den österreichischen Fabrikanten Paul Kupelwieser initiiert, der die Inseln 1893 für 75 000 Gulden erwarb und sie in ein exklusives Urlaubsparadies verwandelte. Er ließ Badeanstalten und Hotels bauen, Macchia roden und Wein anbauen, Strom-, Telefon- und Wasserleitungen legen und die archäologischen Fundstätten sichern. Gärtner machten weite Flächen der Hauptinsel Veli Brijun zu Blumen- und Pflanzenparadiesen. Der bekannte Bakteriologe Robert Koch wurde gerufen, um die Sümpfe trockenzulegen und die Inseln von der Malaria zu befreien. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gaben sich auf Brijuni Geldadel und Geburtsadel ein Stelldichein. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. traf sich 1912 auf Brioni mit dem österreichischen Erzherzog Franz Ferdinand. Im Zweiten Weltkrieg waren die Inseln zuerst von italienischen, dann von deutschen Truppen besetzt. Noch im April 1945 kam es zu alliierten Luftangriffen vor allem auf Veli Brijun, weil sich dort SS-Truppen verschanzt hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Tito die Brijuni-Inseln zu seiner Sommerresidenz.

Der Hafen von Veli Brijun liegt an der Ostküste der Insel. Dort befinden sich Hafen auch die Hotels, die alle zur gehobenen Kategorie gezählt werden müssen.

Die Sehenswürdigkeiten und Parks sind durch eine Mini-Eisenbahnstrecke verbunden (Benutzung im Ausflugsprogramm von Pula bzw. Faiana aus inbegriffen). Man kann die Insel auch mit dem Fahrrad oder mit einem Elektromobil erkunden. Einen Badestrand gibt es ebenfalls an der Ostküste, nicht weit vom Hafen entfernt.

In der Nähe des Hafens, etwa in der Mitte der Insel, liegt auch der Ort Brijun Brijun, mit dem bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerk auf Veli Brijun,

einem viereckigen Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert. Gleich daneben wurde Anfang des 16. Jh.s ein Kastell errichtet (1955 wiederaufgebaut). Es beherbergt ein Heimatmuseum mit archäologischen und kulturgeschichtlichen Exponaten.

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