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    Kroatien - Istrien & Dalmatinische Küste

 

   

Weite Teile Sloweniens und Kroatiens, darunter die Inseln Krk und Rab sowie Gebiete um den enorm vergrößerten Brückenkopf Zadar wurden Mussolinis neuem italienischen Imperium zugeschlagen, nur ein kleiner Teil der Küste im Süden Dalmatiens und das Binnenland gehörten zum Machtbereich des neuen faschistischen Ustascha-Regimes unter Ante Pavelib in Kroatien, einem Staat von deutschen und italienischen Gnaden, der zu einer systematischen Verfolgung und Vernichtung von Serben und Juden ansetzte.

Die Jahre des Zweiten Weltkriegs waren allerdings nicht allein von einem Kampf der Besatzer und ihrer Kollaborateure gegen Titos kommunistische Befreiungsarmee geprägt, sondern auch von einem grausamen Bürgerkrieg zwischen Kroaten und Serben, Moslems (Bosniaken) und Serben, Serben und Albanern, Nationalisten und Kommunisten, von einem Bürgerkrieg, der im Bewußtsein und in der Erinnerung der Menschen tiefe Wunden hinterlassen hat. 50 Jahre später sollte die Saat der Gewalt aufgehen, und sich dieselben Gegner erneut gegenüber stehen.

Nach Titos erfolgreichem Partisanenkampf, der von den Alliierten nach anfänglichem Zögern unterstützt worden war, und dem Zusammenbruch Hitlerdeutschlands wurde die gesamte Küstenregion wieder jugoslawisch - nur diesmal unter sozialistischen Vorzeichen. Ein Streit entbrannte um Triest, das von Titos Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges zeitweilig besetzt wurde. Politisch gelöst wurde der Konflikt in den 50er Jahren; völkerrechtlich beigelegt jedoch erst im Vertrag von Osimo 1975. Demnach blieb die Stadt selbst bei Italien, große Teile des Hinterlandes fielen jedoch an Jugoslawien und sind heute Teil der Republiken Slowenien und Kroatien. Slowenien geriet übrigens erst unter Tito und seinem slowenischen Stellvertreter Kardelj in den Besitz eines kleinen Teils der historischen Region Istrien. Vor allem in Istrien sind heute immer noch mehrere zehntausend Titos Italiener zu Hause; umgekehrt leben in Triest und Umgebung noch viele Vielvölkerstaat Slowenen.

Die Geschichte der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien galt Tito zwischen bis in die 80er Jahre hinein weithin als eine Erfolgsgeschichte. Tito wahrte Ost und West besonders nach seinem Bruch mit Stalin (1948) eine Aquidistanz zwischen

' Ost und West. Von beiden Seiten gleichermaßen umworben, hob er die so genannte Blockfreienbewegung (1961) aus der Taufe und galt jahrzehntelang als großer Staatsmann. Könige, Präsidenten und Regierungschefs aus aller Welt machten ihm ihre Aufwartung. Im Innern des Vielvölkerstaats jedoch blieben die nationalen Konflikte ungelöst oder wurden mit Gewalt unterdrückt.

Nach dem Tod der Integrationsfigur Tito im Mai 1980 brach sich der Nationalismus erneut Bahn - zunächst im mehrheitlich albanischen Kosovo und

In Serbien, dann auch in Slowenien und Kroatien.

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