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In vielen
Städten Dalmatiens begegnet man dem Werk von Juraj Dalmatinac,
dem wohl bekanntesten kroatischen Künstler am Übergang von der
Spätgotik zur Renaissance. Das Hauptwerk des aus Zadar
gebürtigen Baumeisters und Bildhauers ist die Kathedrale von
Sibenik. Zur selben Zeit, als er hier die Bauhütte leitete,
war er auch in Venedig und in Ancona tätig, wo er die
Kaufmannsloge errichtete. Dalmatinac entwarf nicht nur
Kirchen, Wohnhäuser und Befestigungsanlagen (z. B. in
Dubrovnik), er befasste sich auch mit der Stadtbaukunst. Die
Anlage der Stadt Pag, so wie sie sich noch heute darstellt,
ist auf seinem Reißbrett entstanden. Darüber hinaus hat der in
Venedig ausgebildete Bildhauer in ganz Dalmatien Skulpturen
und Kleinplastiken von großer realistischer Schönheit
geschaffen. Einer seiner Schüler, Andrija AleS'i, schuf die
Taufkapelle in der Kathedrale zu Trogir und wirkte am Bau der
dortigen Johanneskapelle mit.
Salona,
das heutige Sohn bei Split, ist die Geburts- und Todesstadt
des spätrömischen Kaisers, der mit dem monumentalen Palast in
Split ein bleibendes Zeugnis seiner Macht hinterließ.
Diokletian wurde im Jahr 284 in Kleinasien zum Kaiser
ausgerufen und fand alsbald breite Anerkennung im Römischen
Weltreich. Die Liste seiner ruhmreichen Taten und
Entscheidungen ist lang. So gelang es Diokletian, die Germanen
in wiederholten Feldzügen zu befrieden, Nordwest-Gallien sowie
England zurückzuerobern bzw. die römische Herrschaft dort zu
festigen. Er schlug Aufstände in Ägypten nieder, drang bis
weit in den Mittleren Osten vor und unterwarf Persien.
Ein
ausgeklügeltes Steuersystem, effiziente Verwaltungsstrukturen
und eine wichtige Heeresreform, durch die die Armee eine
taktische Gliederung erfuhr, gehen ebenfalls auf ihn zurück.
Bekannt ist Diokletian aber auch als Verfolger der Christen,
deren Religion unter seiner Herrschaft verboten wurde.
Der
berühmteste Bürger des istrischen Städtchens Labin ist der
evangelische Theologe Matthias Flacius. Matija Vlaäi, so sein
kroatischer Name, studierte in Venedig, wo er wegen seines
Eintretens für den Protestantismus nur knapp der Todesstrafe
entrann, sowie in Basel und Tübingen. In Wittenberg - er
lehrte dort neben Theologie auch die hebräische und
griechische Sprache - lernte er Martin Luther kennen, dem er
sich mit Inbrunst anschloss. Als Gefolgsmann des großen
Reformators entwickelte sich Flacius zu einem der radikalsten
und unversöhnlichsten Gegner des Papstes. Aus diesem Grund
mußte er zeitweise von Stadt zu Stadt fliehen, lebte in Jena,
Regensburg, Straßburg und Frankfurt, wo er schließlich in
Armut und Elend starb. Der Theologe tat sich auch als
Kirchenhistoriker und Sprachwissenschaftler hervor. Flacius
hinterließ mehr als 300 Schriften, die meisten sind in
lateinischer Sprache verfaßt. Seine Kirchengeschichte in 13
Bänden wurde unter dem Titel "Die Magdeburger Zenturie"
gedruckt. Matthias Flacius verfasste auch ein enzyklopädisches
und hermeneutisches Wörterbuch der Bibel, eine Art Schlüssel
zum Verständnis der Heiligen Schrift.
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