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Der in
Dubrovnik, dem einstigen Ragusa, geborene Dichter, Sproß einer
alten Adelsfamilie, gilt als der bedeutendste Vertreter der
südslawischen Barockliteratur. Berühmtheit erlangte vor allem
sein allegorisches Schäferdrama "Dubravka", in dem er die
Gefährdung seiner heimatlichen Republik Dubrovnik
thematisierte und insbesondere die Freiheit verherrlichte -
als eine Gabe, "darin uns der mächtige Gott allen Reichtum
verlieh". Ins Deutsche übersetzt wurde von Gunduliö auch "Die
Osmanide", ein Epos mit ritterlich-romantischen Episoden,
inspiriert durch den Sieg der Polen über die Türken. Gunduliö
wandte sich später zunehmend der geistlichen Dichtung zu und
fand darin etliche Nachahmer und Nachfolger, von denen
allerdings keiner seine schöpferische Kraft und Sprachgewalt
erreichte.
An der
dalmatinischen Küste markiert die Renaissance eine Blütezeit,
wenn nicht den Höhepunkt des literarischen Schaffens
überhaupt. Einer ihrer bedeutendsten Vertreter war ohne
Zweifel der Patrizier Petar Hektoroviö aus Hvar. Der Dichter
und Philosoph verfaßte zahlreiche Heldenlieder und
Versepisteln und betätigte sich darüber hinaus auch als
Übersetzer (z. B. von Ovid). Sein originellstes Werk ist die
naturnahe Fischeridylle "Ribanje i ribarsko prigovaranje"
(Fischen und Fischergespräche), in welcher er eine Reise zu
Wasser rund um die Insel Hvar beschreibt. Hektorovi6
verarbeitete in diesem Werk auch Volkslieder, wie sie von den
Fischern seiner Heimat gesungen wurden. In Stari Grad auf Hvar
baute er sich die Burg Tvrdalj zu einem Wohnhaus mit Garten
und Fischteich um - heute ist dieser befestigte Landsitz die
Hauptsehenswürdigkeit des Inselstädtchens.
Eines der
meistgelesenen historischen Bücher in Kroatien über alle
Zeiten hinweg und zugleich das Hauptwerk des Dichters Andrija
Kaäi-Mio'Siö ist das unterhaltsame "Gespräch des slawischen
Volkes". Der Grund liegt auf der Hand: Der Franziskaner Kaciö
legte mit diesem Werk eine Sammlung epischer Dichtungen vor,
in der er Ereignisse der südslawischen Geschichte erzählt und
dabei den Ton des Volksliedes nachahmt. Es war die Absicht des
Autors, der selbst in einem kleinen dalmatinischen Ort geboren
wurde, mit diesem Werk gerade auch die Armen, Landarbeiter,
Fischer
oder
Schäfer zu erreichen. Kabiä hinterließ daneben noch
philosophische, theologische und weitere
volkstümlich-aufklärerische Schriften. Das wichtigste Denkmal
zu Ehren des Hochgebildeten Franziskaners steht in Makarska.
Der in
Split geborene und ebendort verstorbene Schriftsteller gilt
als Begründer der kroatischen Renaissance-Dichtung; einige
sehen in ihm sogar den 'Vater' der kroatischen Literatur und
auch Literatursprache. Marulid verfasste neben
volkssprachlichen Werken auch moralphilosophische Schriften in
lateinischer Sprache. In seinem Hauptwerk, dem religiösen Epos
"Judita", hält er seinen im Kampf gegen die Türken erlahmenden
Landsleuten die Gestalt der frommen Witwe Judith entgegen, die
erkennbar die Wesenszüge einer Dalmatinerin trägt und für
festen Glauben ebenso steht wie für persönlichen Mut. Das Werk
- sechs Gesänge in zwölfsilbigen Versen mit Binnen- und
Endreim - entstand Anfang des 16. Jahrhunderts und wurde in
drei aufeinander folgenden Auflagen in Venedig gedruckt.
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