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    Kroatien - Istrien & Dalmatinische Küste

 

   

Auf zahlreichen öffentlichen Plätzen in Dalmatien erinnern Denkmäler an verdiente Persönlichkeiten, an Politiker, Dichter und Denker Bei genauerem Hinsehen wird man an vielen dieser Denkmäler die 'Handschrift' oder auch den Namen eines Bildhauers entdecken, der bereits zu Lebzeiten in seiner Heimat so prominent und hochverehrt war wie kein anderer Künstler seiner Generation - Ivan Me§trovid. Der aus dem kleinen Ort Otavice im Hinterland von Sibenik gebürtige Meätroviä studierte kurz nach der Jahrhundertwende in Wien und lehrte von 1922 an in Zagreb an der dortigen Kunstakademie. Da er seine Kunst nicht in den Dienst der italienischen Besatzer stellen wollte, emigrierte er ins Ausland. Von 1947 an lebte er in den Vereinigten Staaten. Nach seinem Tod wurde er in seinem Heimatdorf im Familienmausoleum beigesetzt, das nach seinen Entwürfen gebaut worden war.

Das umfangreiche Oeuvre Meätrovic', das man bei einem Besuch in seiner ehemaligen Sommervilla in Split wohl am besten studieren kann, ist stilistisch so vielschichtig wie die Epoche, in der Meeoviö wirkte. Seine Werke spiegeln den Einfluß unterschiedlichster Kunstströmungen der ersten Jahrhunderthälfte vom Secessionsstil über den Expressionismus bis hin zum Klassizismus. Unter seinen Porträts und Frauenakten gibt es einige sehr beeindruckende und in sich schlüssige Werke; für den heutigen Betrachter schwerer zugänglich sind dagegen seine bisweilen sehr pathetischen Skulpturen mit religiösem oder historischem Inhalt.

Der Schriftsteller, im Dorf Postira auf der Insel Braö geboren, gehört ohne Zweifel zu den sprachgewaltigsten und interessantesten Vertretern der modernen kroatischen Literatur. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen Landschaft und Geschichte seiner Heimat, welcher er in Mythen, Legenden, Märchen, Lyrik und Prosa ein literarisches Denkmal setzte. So handelt sein episches Hauptwerk "Der Hirte Loda" (1938-1946) von einem unsterblichen Satyr, der auf Braö lebt und dort den Wandel der Zeiten erfährt, sich selbst schließlich immer mehr zum Menschen entwickelt und gleichzeitig von den Menschen auch immer wieder enttäuscht wird. Mit Hilfe seines phantastischen Helden reflektiert Nazor hier zweitausend Jahre dalmatinischer Geschichte bis hin zu Titos Partisanenkampf, an dem der Dichter selbst teilnahm. In der von Naturbeschreibungen überbordenden Erzählung "Der große Jole" (1908) ist die Hauptgestalt ein törichter Hüne aus Motovun in Istrien; in dem Tierepos "Der Bär Brundo" (1916) rankt sich Nazors Geschichte um den Bären Brundo, den Herrscher über das dalmatinische Velebit-Gebirge. Offenbar angeregt von Rudyard Kiplings "Dschungelbuch" hat Nazor mit Hilfe der äußerlich und innerlich bedrohten Tierwelt ein prägnantes Bild gefunden für die Situation in seiner südslawischen Heimat, wie er sie als nationalrevolutionärer und kämpferischer Dichter zur Zeit des Ersten Weltkriegs sah. Der sozial engagierte Schriftsteller, der sich in der Literatur kaum je irgendwelche formalen Fesseln anlegte, war auch als Ubersetzer tätig und arbeitete viele Jahre lang als Mit- Vladimir Nazor telschullehrer, u. a. in dem Küstenstädtchen Crikvenica.

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