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Gegenüber der Hagia Sophia (Yerebatan Cad., Ecke Alemdar Cad.) befindet sich die größte unterirdische Zisterne der Stadt. Der Yerebatan Sarayi 6 ()Versunkener Palast() faßt ca. 80 000 m3 Wasser und erstreckt sich auf einem Areal von 138 x 65 m. Die ursprünglich konstantinische Anlage ließ Justinian I.

(527-65) als Substruktion für eine Basilika ausbauen. Auf Stegen kann man die 336 Säulen, die ein Ziegelgewölbe tragen, bewundern. Vielfach lassen sich Spolien entdecken, d. h. wiederverwendete Bauteile wie die Säulen des zerstörten Theodosius-Forums und als Sockel dienende Medusen-Häupter. Neben dem Yerebatan Sarayi ist die Binbirdirek-Zisterne ()Zisterne der 1001 Säulen() an der isik Sokaüi der zweitgrößte unterirdische Wassersammler der Stadt. Die Anlage aus dem 6. Jh. ist geschlossen, nur der Agent seiner Majestät mit dem Kürzel 007 hatte in den 60er Jahren die filmische Lizenz zum Betreten.

An der Nordostecke des Hippodroms liegt ein für Istanbul ganz und gar unty

pisches Brunnenhaus: Beim Deutschen Brunnen la (Alman esmesi) bestimmen neoromanische und byzantinisierende Architekturelemente den Entwurf und entsprechen so den Stilvorlieben seines Auftraggebers, des deutschen Kaisers Wilhelm II. Als Geschenk im Zeichen der Freundschaft wollte der Kaiser die monumentale Anlage bei seinem Staatsbesuch bei Sultan Abdülhamit II. 1898 verstanden wissen, wobei Fertigstellung und Einweihung erst 1901 stattfanden. Die Kuppel ist mit Monogrammen Wilhelms II. und Abdülhamits II. auf Goldgrund verziert. So wurde ein Bündnis beschworen, dem handfeste wirtschaftliche Interessen des Deutschen Reichs im Orient zugrunde lagen

(u. a. Bau der Bagdadbahn 1899), das jedoch bald darauf in der Niederlage der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg ein unrühmliches Ende fand.

Schon Septimius Severus wußte um die psychologische Wirkung von Brot und Spielen. Er legte im 2. Jh. den Grundstein für das Hippodrom 8 (At Meydani). Dort, wo früher die Wagenlenker in halsbrecherischen Rennen um Ruhm und Ehre kämpften, streitet man heute auf dem Straßenrund der ehemaligen Kampfbahn um Parkplätze. Nach dem Vorbild des Circus Maximus in Rom umfuhren die Kontrahenten eine mit Ehrenmonumenten bestandene Wendemarke, die Spina. Das abschüssige Renngelände ruhte im Südwesten

 

auf einer Substruktion, deren Untergeschoß die Stallungen für Pferde und Wagen aufnahm. Die westliche Seite schloß mit der Porta Triumphalis ab. Auf den nicht mehr erhaltenen, zweistöckigen Zuschauerrängen fanden bis zu 100 000 Schaulustige Platz.

Den Wagenlenkern, echten Idolen, wurde von ihren Anhängern höchste Verehrung zuteil. Dabei waren die Fan- Gemeinden, die sich nach Farben unterschieden, politisch einflußreiche Lobbyisten. 532 versuchte Kaiser Justinian daher, die untereinander zerstrittenen Parteien zu liquidieren. Die >Hooligans> quittierten diesen Versuch mit dem Kampfruf »Nika!« (>Siege!>) und initiierten einen Aufstand, bei dem die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde. Das Imperium schlug jedoch zurück und erstickte den Aufruhr in einem finalen Blutbad. Unter den osmanischen Sultanen wurde das Hippodrom als Paradeplatz weiter genutzt.

Von den zahlreichen Ehrenmonumenten der Spätantike sind noch drei (auf altem Bodenniveau) erhalten. Den aus Rosengranit skulptierte TheodosiusObelisk ließ Kaiser Theodosius I. um 390 aus dem ägyptischen Karnak nach Konstantinopel schaffen. Er kann aufgrund seiner Hieroglyphen in die Regierungszeit Thutmosis' III. datiert werden. Die Reliefs des unteren Sockels zeigen u. a. die Vorkehrungen der Obeliskenaufrichtung im Hippodrom. Am oberen Sockel erscheint Theodosius auf allen vier Seiten im Kreise seiner Familie. Er thront jeweils in der Ehrenloge des Kaiserpalasts, die dem Monument im Süden direkt gegenüberlag. Auf der Nordwestseite huldigen Barbaren dem Herrscher. Theodosius wird von seinen beiden Söhnen Honorius und Arcadius zu seiner Rechten begleitet; Valentinian II. sitzt auf der linken Seite. Dabei mußte der Bildhauer die Position der Loge verschieben, damit Theodosius in der Mittelachse genau über den Barbaren thront.



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