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    Türkei

 

   

In detaillierter Darstellung geben die Reliefs das zeitgenössische höfische Zeremoniell und seine Protagonisten wieder: Konsuln, Hofbeamte, Leibgardisten, Musiker (u. a. mit einer Wasserorgel) und Bedienstete mit ihren unterschiedlichen Rangabzeichen wie Gewändern oder Frisuren.

Die Schlangensäule stammt aus dem Apollo-Heiligtum in Delphi. Das Denkmal besteht aus drei miteinander verschlungenen Schlangenleibern und erreichte einst eine Höhe von 8 m. Im antiken Griechenland sollte das von 31 Städten gestiftete Weihgeschenk an die Siege über die Perser erinnern und bezog sich auf die Schlachten von Salamis (480 v. Chr.) und Platäa (479 v. Chr.). Den Gemauerten Obelisken ließ Konstantin VII. Porphyrogennetos im 10. Jh. instandsetzen und mit vergoldeten Bronzeplatten verzieren, die das Leben Kaiser Basileos I. schilderten. Diese goldglänzenden Kostbarkeiten fielen 1204 plündernden Kreuzfahrern zum Opfer, die Konstantinopel unter Führung Venedigs eingenommen hatten.

Der Ibrahim Paea Sarayi      1523 von

einem Großwesir Süleymans errichtet, beherbergt das überaus sehenswerte Museum für Türkische und Islamische Kunst. Objekte unterschiedlichster Herkunft begleiten den Besucher auf einer Zeitreise durch nahezu zwölf Jahrhunderte. Gezeigt werden Teppiche und Kelims, Kalligraphien, Manuskripte, Skulpturen aus Stein und Holz, Fayencen und vieles mehr.

Die Blaue Moschee und Kumkapi

Die Sultan Ahmet Camii 10, auch Blaue Moschee genannt, sollte nach dem Willen ihres Auftraggebers zur neuen Hauptmoschee des Reichs werden. Der Architekt Mehmet Aja, ein Schüler Sinans, konzipierte auf schwierigem Baugelände über den eingeebneten Resten der Kaiserpaläste ein Bethaus, das sich neben der Hagia Sophia im Stadtbild behaupten mußte. Mit sechs Mina-

retten übertraf es damals nicht nur alle Istanbuler Moscheen, sondern geriet auch in Konkurrenz zum Hauptheiligtum in Mekka. Der Legende zufolge zwang man Ahmet I. daher, für die Kaaba ein siebentes Minarett zu stiften.

Das Innere ist als Zentralraum mit mächtigen Rundpfeilern gestaltet, wobei der Architekt versuchte, den Raum mittels eines durchlaufenden Gesimses mit Mukarnas-Werk optisch zusammenzuhalten. Auf den Galerien schmücken bis zu 21 000 Fliesen die Wände. Zeitweilig arbeiteten die Ateliers in iznik ausschließlich für diesen Großauftrag. Weniger qualitätvoll ist hingegen die Ausmalung in blauen Farbtönen aus dem 19. Jh., mit der große Teile der Wandflächen und Gewölbe verziert sind. In die Mihrab-Nische ließ Ahmet I. ein Bruchstück des schwarzen Kaaba- Steins aus Mekka einsetzen.

Unterhalb der Sultan Ahmet Camii zum Meerufer hin erreicht man durch den Arasta Bazar das Mosaiken-Museum m (Mozaik Müzesi). Es zeigt an ursprünglicher Fundstelle das Fußbodenmosaik eines Peristylhofs der alten Kaiserpaläste. Tiere, Fabelwesen und Jagddarstellungen bestimmen die Thematik der im 5./6. Jh. entstandenen Mosaikbilder, deren feine technische Ausführung und farbliche Brillianz zum Besten zählt, was an Dekorationen der Spätantike aus dem Oströmischen Reich überliefert ist.

Beim Entwurf für die Sokullu Mehmet Pasa Camii nä mit zugehörigen KülliyeGebäuden experimentierte Sinan — in Anlehnung an die Üg erefli Camii in Edirne — mit einem Stützensystem von sechs Pfeilern. In den rechteckigen Grundriß des Kuppelraums ist ein Sechseck einbeschrieben. Aufgrund der Klarheit ihrer architektonischen Formgebung gehört die Sokullu Mehmet Pasa Camii zu den wichtigen Stationen auf der Suche Sinans nach einem vollendeten Zentralraum, der sich nicht mehr am Kuppeltragesystem der Hagia Sophia orientieren, sondern neue Wege beschreiten sollte.

Die Kirche Hagios Sergios und Bakchos (Kügük Ayasofya) liegt an der Bahnlinie zum Kopfbahnhof Sirkeci. Die heutige Moschee war im 6. Jh. Teil einer Doppelkirchenanlage und teilte sich mit der zerstörten Petrus-und-Paulus-Basilika eine gemeinsame Vorhalle mit Atrium. Im Innern liegt auf den Säulen ein durchgehender Architrav mit der Stiftungsinschrift des Kaiserpaars Justinian und Theodora. Die Ausstattung der byzantinischen Zeit ist verloren, Wände und Gewölbe sind weiß getüncht. Allein die durchbrochenen, kunstvollen Kapitelle vermitteln ein wenig vom verschwenderischen Ausstattungsluxus der byzantinischen Zeit.

Läßt man sich ein wenig treiben und folgt den Straßen in westlicher Richtung gen Marmara-Meer, so gelangt man in

das historische Viertel von Kumkapi ()Sandton), das vom Meer durch eine stark befahrene mehrspurige Straße getrennt wird. Hinter den Resten der ehemaligen byzantinischen Seemauer liegt ein traditionelles Stadtviertel mit fast dörflichem Charakter. Die verwinkelten Gassen führen hangabwärts zum Wasser, wo zahlreiche sehr gute Fischrestaurants darauf warten, entdeckt zu werden.



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