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    Haiti

 

   

Haiti nimmt das westliche Drittel der Insel Hispaniola, zweitgrößte der Großen Antillen ein. Die Ostgrenze stößt an die Dominikanische Republik. Hispaniola bildet hier die Grenze zwischen dem Atlantik im Norden und der Karibik im Süden.
Das Land ist von Norden bis Süden von zahlreichen Gebirgen durchzogen, es gibt immer wieder kleinklimatische Unterschiede. Haiti umrahmt sozusagen die riesige Bucht von Gonave, in der die gleichnamige Insel (65 km Länge) liegt. Vor der Nordküste, Cap Haitien vorgelagert, liegt die Insel de la Tortue.
Höchste Bergkette, das Massif de la Hotte, liegt im Süden, an ihren Hängen liegt Port-au-Prince in der gleichnamigen Bucht.

Der tropische Bergwald ist weitgehend verschwunden, Regenwald ist nur noch vereinzelt zu finden (Sumpfregionen).
Kolumbus entdeckte die Insel Hispaniola 1492. Die spanische Kolonie fiel 1697 an Frankreich. Nach der Ausrottung der indianischen Ureinwohner, 1533, wurden afrikanische Sklaven nach Haiti gebracht, deren Nachfahren die jetzige Bevölkerung stellen. 1804 erklärte Haiti seine Unabhängigkeit (erste schwarze Republik der Welt). Zwischen 1822 und 1844 wurden die beiden Länder der Insel vereint, in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde Haiti abermals Republik. Von 1915-34 war es von den USA besetzt, 1950 übernahm der Diktator Francois Duvalier die Macht und wurde 1957 Präsident, bis zu seinem Tod 1971 sein Sohn "Baby Doc" JeanClaude die Familien-Regierung weiterführte. Er wurde 1986 vertrieben. Bis 1994 wurde das Land von Militärs regiert. Im Oktober 1994 erfolgte die von den USA forcierte Wiedereinsetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Aristide.
Die Bevölkerung des ärmsten amerikanischen Landes ist zu über 90% schwarz. Obwohl der überwiegende Teil katholisch ist, ist der aus Afrika stammende Voodoo-Kult weit verbreitet. In Haiti kann jeder an einer Voodoo-Zeremonie teilnehmen, ob in einem kleinen Dorf, oder auf der Hotel-Bühne, ob falsch, ob echt, welcher Außenstehende bemerkt wohl den Unterschied? Haitis Tanz und Musik haben ihren Ursprung in der afrikanischen Folklore, Nationaltanz ist der Merengue, auch im Nachbarland, auf Puerto Rico und anderen spanisch-sprachigen Ländern sehr beliebt.
Haiti ist kein Urlaubsland, touristisch erschlossen sind nur die Hauptstadt Port-au-Prince, deren Vorort Pätionville und Cap Haitien mit Umgegenden. 90% der Hotelkapazitäten des kleinen Landes sind in der Hauptstadt und in Pätionville konzentriert.
Die Hauptstadt Port-au-Prince hat zahlreiche Museen und Kirchen, besonders berühmt sind die Kunst-Galerien mit der inseltypischen naiven Malerei (die beste ursprüngliche Malerei in der Karibik).
Im Nachbarland Dominikanische Republik findet man dagegen meist nur schlechte Kopien für's Touristengeschäft.
Sehenswert sind auch die bunten Märkte (Künstlermarkt Marchä en Fer) und Feste, die ein bißchen an Afrika erinnern, das Nationalmuseum der haitianischen Geschichte, das Musäe de l'Art haitien du College Saint-Pierre, mit der umfassendsten Sammlung naiver Malerei, die Likör-Distillerie Barbancourt (18. Jh.) und das

Fort Jacques (19. Jh.).
Der National-Palast wurde dem Petit Palais von Versailles nachgebaut, die Cathädrale SainteTrinitä hat sehenswerte haitische Wandmalereien.
Das Angebot an Hotels, Restaurants, Bars, Discos und Casinos in Port-au-Prince und Pätionville kann sich durchaus mit dem anderer franko-karibischer Inseln messen, obwohl man das von einem so armen und bürgerkriegsgeschüttelten Land nicht erwarten würde. Die meisten Strände liegen eine Autostunde nördlich oder südwestlich von Port-au-Prince. Neben alten Prachtbauten lohnt ein Besuch der berühmten "Citadelle La Ferriäre" mit phantastischem Rundblick (Eselsritt) bei Cap Haitien (schönste Stadt). Außerdem der Rokoko-Palast Sans-Souci, der Labadie-Strand (mit Ruinen kolonialer Architektur) und der Bassin-BleuWasserfall. Hauptverkehrsmittel der Bevölkerung sind die bunten, "Tap-Tap" genannten Kollektiv-Taxis.
Die großen Hotels bieten Tauchkurse an, um die Koralleninsel Sand Cay liegt eines der schönsten Tauchreviere der Karibik (Boote fahren täglich um 10 Uhr vom Casino ab). Neben Tennisanlagen in den meisten Hotels gibt es einen 9-Loch-Golfplatz in Port-au-Prince.
Beliebte Sportarten im Land sind u.a. Fußball und Hahnenkampf, vor allem aber Wetten. Empfehlenswerte Mitbringsel sind naive Bilder einheimischer Künstler, die das tägliche Leben im Land festhalten.
Zu den größeren Inseln Tortue und Gonave gibt es regelmäßigen Fährverkehr. Der Karneval orientiert sich nach dem europäischen Kalender. Die hervorragende Küche des Landes ist kreolisch und französisch, der starke Kaffee schmeckt hervorragend, die guten Hotels bieten allen Luxus westlichen Standards.

Von Port-au-Prince gibt es nationale und internationale Flüge, eine Hauptstraße führt in die Dominikanische Republik (Gastarbeiterroute). Achtung: Wegen der derzeitigen politischen Lage (Stand 1994) wird vom Außenministerium der BRD von einer Reise nach Haiti abgeraten!


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