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    Delhi

 

   

Delhi (ca. 8,3 Mill. Einw., 241 m ü. d. M.) ist die Hauptstadt der Indischen Union. Old Delhi bietet den Typus einer orientalischen Stadt mit engen Gäßchen, Basaren, Moscheen und von Menschen überquellenden Plätzen; New Delhi ist durch breite, großzügig angelegte Alleen, villenartige Häuser mit Gärten und Repräsentationsbauten charakterisiert.
Wahrscheinlich an der Stelle des alten Indraprastha, das schon zur Zeit der Landnahme der Arier existierte, errichteten die mohammedanischen Eroberer im 12. Jh. ihren Hauptsitz in Hindustan. Die Großmoguln verschönerten vom 16.-18. Jh. die Stadt, eine ihrer wichtigsten Residenzen, mit zahlreichen Prunkbauten und einer Festung, dem Roten Fort.
Um 1800 ging die Macht der schwachen Mogulkaiser an die von der Küste vordringenden Engländer über; 1857 war das Rote

Fort der wichtigste Stützpunkt des SepoyAufstands unter Nena Sahib. 1911 verlegte Georg V. die Hauptstadt des anglo-indischen Reiches von Calcutta hierher und ließ sich in Delhi zum Kaiser krönen; das unabhängige Indien wählte ebenfalls Delhi als Sitz des Staatspräsidenten und des Parlaments. In Delhi liegen die Gedenkstätten für Mahatma Gandhi (1948), Indira Gandhi (1984) und Rajiv Gandhi (1991), die nach ihrer Ermordung hier eingeäschert wurden.
Sehenswürdigkeiten: Das Rote Fort (Shahjahan, 1648) liegt im Osten der Altstadt nahe dem Ufer des Yamuna; man betritt es durch das Lahoretor und gelangt durch Naubat Khana (Tor der Musikanten) zum Diwan-i-Am, der „Öffentlichen Thronhalle", und zum Diwan-i-Khan, der „Privataudienzhalle", wo einst der berühmte Pfauenthron stand.

Die Jama Mus jid (Shahjadan, 1658) ist die imponierendste Moschee Indiens; allein der Moscheehof mißt 100 m im Quadrat.
Chandni Chowk, die Hauptstraße der Altstadt, führt vom Roten Fort durch die Altstadt mit ihren zahlreichen Verkaufsläden zur Fatehpuri-Moschee.
Das Grab des Humayun (1565) ist das erste imposante Kaisergrab der Mogulära. Firoz Shah Kotila war die Residenz der islamischen Herrscher im 14. Jahrhundert; Purana Qila, das „Alte Fort", errichtete Sher Shah im 16. Jahrhundert.
Die Lodi-Gräber zeigen den Bautypus der Vormogulzeit; das Grab des Safdar Jung ist der letzte bedeutende Grabbau der Spätzeit (18. Jh.). Im Süden Delhis erhebt sich das Wahrzeichen der Stadt, der 70 m hohe Qutb Minar, den die Mohammedaner wie ihre Qutb-ul-Islam-Moschee als Siegeszeichen (12./13. Jh.) errichteten.
New Delhi, von den Engländern geplant, zeigt einige markante Bauten entlang des Rajpath (Ost-West-Prachtstraße): Rashtrapati Bhawan, den Palast des Staatspräsidenten; das Secretariat (Amtssitz des Premierministers), das Parlament, einen Rundbau mit Säuleneinfriedung; India Gate, das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs; das Nationalmuseum

u. a. - Nördlich davon ist Connaught Place, das Geschäftszentrum des modernen Stadtteils.
Der Lakshmi-Narayan-Tempel wurde von der Familie Birla gestiftet und 1939 von Gandhi eingeweiht.
AUSFLÜGE
Khajuraho (594 km südöstl. von Delhi) war vom 9.-13. Jahrhundert Residenz der Chandella-Herrscher, die zahllose Tempel errichteten, deren reicher Skulpturen- schmuck: Liebespaare, erotische Szenen u. a. große Berühmtheit erlangte.
Amritsar (550 000 Einw., 447 km nnw. von Delhi) ist die größte Stadt des indischen Punjabs und das „Mekka" der Anhänger der Sikh-Religion. Hier ist der „Heilige Bezirk des Goldenen Tempels", wo der Granth Sahib („Heilige Schrift") verwahrt wird.
Jaipur (1 Mill. Einw., im SW von Delhi) ist Hauptstadt des Teilstaates Rajasthan; sie wurde 1728 von Sawai Jai Singh II. mit breiten, rechtwinkelig sich kreuzenden Straßen und großen Plätzen angelegt. Der Stadtpalast wurde vom Maharadscha in ein Museum umgewandelt, dessen prunkhafte Gemächer, Gärten, Audienzhallen, Rüstkammer u. a. einen Einblick in das einstige Leben am Maharadschahof gewährt.
Eine Sternwarte, Jantar Mantar, erinnert an die Vorliebe Jai Singhs für Astronomie und Mathematik. Der Hawa Mahal besteht lediglich aus einer Hausfassade mit zahlreichen Balkons und Fensterchen. 10 km nördl. von Jaipur liegt die alte Residenz der Katchhawa-Fürsten Amber, deren Besuch außerordentlich lohnt.
Udaipur (230000 Einw.; SW von Jaipur) gehört zu den schönsten Städten Indiens. Der Pichola-See umschließt den Jag Nivas und einen zweiten Inselpalast, Jag Mandir. Am Nordufer erhebt sich der mächtige Maharadscha-Palast, der größte Rajasthans.


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