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    Ecuador

 

   

Die 2650 m hoch gelegene Landeshauptstadt (1,4 Mill. Einw.) wurde 1534 von den Spaniern gegründet. Das hügelige Stadtgelände besteht großenteils aus erstarrten Lavaströmen, deren Hohlräume vielfach als Keller dienen. Noch um die Mitte des 19. Jhs. war Quito mit 75 000 Einwohnern die größte Andenstadt, dann aber blieb es hinter anderen Städten (z. B. Bogota. und Lima) weit zurück. Nicht zuletzt deshalb hat sich die Stadt im Zentrum weithin ihren altertümlichen Charakter bewahrt (man könnte sie ein südamerikanisches Rothenburg ob der Tauber nennen).
Sehenswürdigkeiten: Mittelpunkt der Altstadt ist die Plaza de la Independencia mit der Kathedrale (17. Jh.; im Innern Grab des Antonio Jose de Sucre, des Befreiers von Ecuador), dem Rathaus und dem Regierungspalast. In den von diesem Platz ausgehenden vier alten Hauptstraßen

sind zahlreiche Adelspaläste und Bürgerhäuser aus der Kolonialzeit zu sehen. An der Plaza San Francisco steht die verschwenderisch ausgestattete Klosterkirche San Francisco, eine der schönsten Kirchen Südamerikas, daneben der Kreuzgang des gleichnamigen Klosters mit Werken aus der „Schule von Quito" (s. u.) und in der Nähe die großartige Barockkirche La Compaüia und die an Schmuck überreiche Kirche La Merced (18. Jh.).
In den bisher genannten und in fast allen anderen Kirchen Quitos (es sind über 50) befinden sich Plastiken oder Gemälde der „Schule von Quito", die im 17. Jahrhundert über Ecuador hinaus berühmt war.
Nicht unbesucht lassen sollte man ferner die Museen im Gebäude des Banco Central del Ecuador (Archäologie u. Kolonialkunst) und die Casa de la Cultura Ecuadoriana (mod. Kunst).

Äquator: Quito liegt nur knapp 30 km südlich des Äquators (tägliche Autobus- verbindungen). Ein Obelisk erinnert an die trigonometrischen Vermessungsarbeiten, die französische Wissenschaftler hier von 1736-42 durchgeführt haben. Wer den Äquator am 21. März oder 21. September besucht, kann sich als „Mensch ohne Schatten" erleben.
Guayaquil (1,6 Mill. Einw.). Die im feucht- heißen Küstenland gelegene Stadt ist das Wirtschaftszentrum Ecuadors. Die Alt- stadt ist wegen ihres Viertels Las Peiias (äl- tester Teil der Stadt) besuchenswert. In der Neustadt steht das Denkmal der südameri- k anischen Freiheitshelden Jose de San Martin und Simön Bolivar. - An dem west- lich und nordwestlich der Stadt sich er- streckenden Abschnitt der Costa liegen mit Playas und Salinas die schönsten Seebäder des Landes.
Cotopaxi. Der wahrscheinlich höchste (5897 m) noch tätige Vulkan der Erde liegt 48 km südlich von Quito. Als erster Euro- päer versuchte der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt 1802 den Berg zu ersteigen. Die Fahrt zum Cotopaxi kann man mit einem Besuch von Saquisili verbinden, wo donnerstags morgens ein sehenswerter Indianermarkt stattfindet.
Otavalo, das Städtchen am Fuße des Vul- kans Imbabura, liegt etwa 90 km nördlich von Quito an der Straße und Bahnlinie nach Ibarra. Die Indianer von Otavalo und der umliegenden Dörfer sind hellhäutiger als die Angehörigen anderer Stämme. Ihr Wohlstand ist hauptsächlich auf die Her- stellung von Handwebereien zurückzufüh- ren; die wandernden Händler verkaufen diese ausgezeichneten Stoffe auch in Kolumbien und Peru.
Santo Domingo de los Colorados (ca. 100 000 Einw.), das Ziel zweitägiger Aus- flüge ab Quito, liegt im feuchtheißen Küstengebiet und hat sich in den letzten Jahren aus einem unbedeutenden Dorf zu einem der wichtigsten Straßenknoten- punkte Ecuadors und zu einer Stadt ent- wickelt, die in vieler Hinsicht den einsti- gen Pionierstädten Nordamerikas ähnelt und alles andere als schön ist. Einem Be- such in Santo Domingo ist eine geführte Tour zu den in den Wäldern gelegenen In- dianerdörfern vorzuziehen. Die vom Aus- sterben bedrohten Colorado-Indianer ver- danken ihren Namen der Rotfärbung ihrer Haare; auf die früher übliche Körperbema- lung wird mehr und mehr verzichtet; Hauptkleidungsstück war traditionell der Lendenschurz, aber zunehmend werden farbenprächtige Gewänder getragen.
Cuenca. Die Hauptstadt der Provinz Azuay liegt rund 470 km südlich von Quito. Mitte des 16. Jahrhunderts an der Stelle der Inkastadt Tomebamba von Spa- niern gegründet, hat sich Cuenca (330000 Einw.) über die Jahrhunderte hin sein kolo- nialzeitliches Flair im Zentrum bewahrt. Um die Plaza Abdön Calderön stehen die sehenswertesten Profan- und Kirchenbau- ten, darunter auch die imposante Nueva Catedral (19. Jh.)

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