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  Ecuador  
 

 

Ecuador hat knapp 14 Millionen Einwohner und gehört damit zu den mittleren Staaten Südamerikas. Die Bevölkerung ist weniger als ein fünftel so groß wie die Deutschlands, halb so groß wie die Perus, gut ein viertel so groß wie die Kolumbiens und fast doppelt so groß wie die Boliviens. Etwa 40% der Bevölkerung ist unter 15 Jahre und nur 5% über 65. Das Durchschnittsalter liegt bei 23 Jahren (in Deutschland bei 42) – in Südamerika sind nur die Bolivianer und die Paraguayaner jünger. Die Lebenserwartung liegt mit 73 Jahren für Männer nur drei Jahre unter der Deutschlands. Die arbeitende Bevölkerung beträgt gut vier Millionen Menschen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 50 Einwohner pro km², damit hat Ecuador die höchste Bevölkerungsdichte Südamerikas - mehr als Kolumbien, doppelt so viel wie Peru und sechs Mal so viel wie Bolivien.[5] Allerdings macht die ungleiche Verteilung und die starke Urbanisierung diese Angabe relativ bedeutungslos: Im Oriente beträgt die Bevölkerungsdichte lediglich 4 Einwohner pro km². Das Bevölkerungswachstum ist in den letzten Jahrzehnten von etwa drei Prozent pro Jahr – einem der höchsten Werte Lateinamerikas – auf 1,5 Prozent zurückgegangen, immer noch einer der höchsten Raten Südamerikas.[6]

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die seit den 1880er Jahren andauernde Bevölkerungswanderung von Sierra zu Costa von einem zweiten Phänomen überlagert: der Wanderung von ländlichen Gegenden in urbane Zentren. So ging der Anteil der Sierra-Provinzen an der Gesamtbevölkerung seit 1950 von 58% auf 38%, der Anteil Pichinchas (dessen Hauptstadt Quito ist) stieg dagegen von 12% auf 17%. Der Anteil der Costa-Provinzen stieg von 40% auf 51%, aber für den Anstieg war alleine Guayas (mit Guayaquil) verantwortlich, dessen Anteil von 18% auf 31% hochschnellte; die anderen Costa-Provinzen verloren relativ an Bevölkerung. Trotz der rapiden Verstädterung ist die Urbanisierung Ecuadors mit 61% eine der niedrigsten Südamerikas, nur Paraguay und Guayana sind weniger verstädtert.[7]

Etwa zwei bis drei Millionen Ecuadorianer leben als Arbeitsmigranten im Ausland, mehr als halb so viel wie die arbeitende Bevölkerung in Ecuador zählt. Die wichtigsten Ziele sind die USA, Spanien, Italien, die Benelux-Länder, Großbritannien, Kanada, Chile und die Schweiz. In Spanien leben etwa 800.000 Ecuadorianer und in spanischen Schulen bilden Ecuadorianer noch vor Marokkanern die größte Minderheit. Im Bundesstaat New York bilden 600.000 Ecuadorianer die größte lateinamerikanische Bevölkerungsgruppe.[8]

Neben der Amtssprache Spanisch besitzt auch Kichwa ((auch Quichua) mit etwa zwei Millionen Sprechern große Bedeutung, vor allem in der Sierra. Kichwa ist ein Dialekt des Quechua, der lingua franca der Inkas, den diese nach der Eroberung der Region im 15. Jahrhundert eingeführt haben. Daneben werden in der nördlichen Costa und im Oriente auch noch einige lokale indigene Sprachen und Dialekte gesprochen. Am verbreitetsten davon ist Shuar aus dem südlichen Oriente und Chibcha. Mehr als 90% der Bevölkerung gibt römisch-katholisch als Glaubensrichtung an. Die Katholische Kirche Ecuadors gilt als eine der konservativsten Lateinamerikas.

Die ethnische Zusammensetzung des Landes ist äußerst heterogen, eine Quantifizierung ist allerdings sehr schwierig. Generell lässt sich sagen, dass wie in den anderen Andenstaaten der Anteil der indigenen Bevölkerung sehr hoch ist. Das lässt sich zum einen durch die dichte Besiedlung durch indigene Bevölkerungen unter der Herrschaft der Inka erklären, andererseits dadurch, dass es nach Ecuador, außer aus Spanien, kaum europäische Einwanderung gab – anders als etwa in Argentinien, Uruguay, Brasilien oder Chile. Laut dem Zensus 2004 sind 20 % der Bevölkerung Indígenas, 35% Mestizen, 25% europäischer Abstammung, 15% Mulatten und 5% Afroamerikaner. [9] Nach Angaben der Indígena-Organisation CONAIE beträgt der Anteil der Indígenas bis zu 50 %.[10] Andere schätzen den Anteil der indigenen Bevölkerung auf 40%, den der Mestizen auf weitere 40%, den der Menschen mit europäischer Abstammung auf 10%-15% und den der Afroamerikaner auf 5%-10%.[11]

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