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Das
Gelbfieber, auch Ochropyra oder Schwarzes Erbrechen genannt, ist eine
Infektion mit dem Gelbfieber-Virus, die in tropischen und subtropischen
Gebieten in Südamerika und Afrika, aber nicht in Asien vorkommt.
Erreger
Aedes aegyptiGelbfieber wird durch das Gelbfieber-Virus verursacht. Dieses
Virus ist ein 40 bis 50 nm großes, behülltes RNA-Virus aus der Familie der
Flaviviren. Da das Virus auch Affen befällt, von denen es wieder durch
Vektoren auf den Menschen übertragen werden kann, ist es nur sehr schwer
auszurotten.
Übertragung: Das Gelbfieber-Virus wird durch den Stich der Gelbfiebermücke (Aedes
aegypti oder Haemagogus) übertragen.
Häufigkeit: Die offiziellen Zahlen belaufen sich auf ca. 200.000
Erkrankungen und ca. 30.000 Todesfälle pro Jahr weltweit [1] (90 % in
Afrika).
Symptome und Krankheitsverlauf [Bearbeiten]
Verbreitung des Gelbfiebers in Afrika 2005.
Verbreitung des Gelbfiebers in Südamerika 2005.Die Infektion äußert sich
zunächst in einer Fieberkrankheit mit Kopf- und Gliederschmerzen,
Schüttelfrost und Übelkeit. Die Krankheit kann dann vollständig ausheilen.
In etwa 15 % der Fälle folgt aber anschließend eine zweite Krankheitsphase
(Quelle: Robert Koch-Institut), diesmal begleitet von einer Gelbsucht
infolge der Leberschädigung. Diese kann zunächst sehr gering ausgeprägt sein
und nur durch ein besonderes Hautphänomen, die sogenannte Spanische Flagge
wahrgenommen werden. Durch Blutungen im Magen-Darm-Trakt kann es zum
Erbrechen von zersetztem, schwarzen Blut kommen. Daher wird die Krankheit in
Lateinamerika auch häufig als "Vomito negro" (Schwarzes Erbrechen)
bezeichnet. Eine deutliche Gelbfärbung der Haut verbunden mit einer starken
Blutungsneigung an allen Schleimhäuten zeigt ein toxisches Leberversagen an.
Dieses endet in etwa 50 % der Fälle tödlich. Insgesamt sterben etwa 10-20 %
der an Gelbfieber Erkrankten. Wird die Infektion überstanden, besteht
lebenslange Immunität.
Vorbeugung: Bei Reisen in betroffene Gebiete wird dringend eine Impfung
empfohlen. Der Impfschutz setzt nach 10 Tagen ein und hält mindestens 10
Jahre an (man schätzt 30–40 Jahre). Der Impfstoff (Stamaril®) muss nur
einmal injiziert werden (0,5 ml subcutan oder intramuskulär) und führt recht
häufig (1/5 aller Geimpften) zu grippeähnlichen Symptomen zwischen dem 5.
und 8. Folgetag nach dem Impftermin. Deshalb kann er nicht unbedingt als gut
verträglich bezeichnet werden, doch ist diese Einschränkung der im Grunde
geringe Preis für einen Schutz vor Gelbfieber. Ein Grund für die
Unverträglichkeit ist die Tatsache, dass es sich um einen schon länger nicht
mehr weiterentwickelten Lebendimpfstoff handelt (Deutschland: Stamm D-17
nach Max Theiler).
Nach einer Impfung wird das Virus nicht ausgeschieden oder an die Umgebung
weitergegeben. In den vergangenen Jahren wurden aus den USA, Brasilien und
Australien über wenige Fälle schwerer Krankheitsbilder, auch mit Todesfolge,
bei einer solchen Immunisierung berichtet. Dabei scheint es sich überwiegend
um Personen mit bestimmten Immundefekten gehandelt zu haben. Bezogen auf
etwa 500 Mio. Geimpfte ist dieses Risiko jedoch minimal.
Der Impfstoff ist laut Hersteller nicht für Säuglinge unter 6 Monaten, laut
WHO nicht unter 9 Monaten geeignet. An Schwangere sollte der Impfstoff nur
nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden. Bei Personen ab 60
Jahren ist wegen eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen die
Indikation für die Erstimpfung streng zu stellen. Kontraindiziert ist die
Impfung bei immunsupprimierten Personen, so beispielsweise bei einer
HIV-Infektion. Außerdem darf der Lebendimpfstoff nicht an Allergiker gegen
Hühnereiweiß verimpft werden. Zu vorheriger Gabe von Immunglobulinen
(passive Impfung) muss bei Impfungen allgemein ein Abstand von mindestens 3
Monaten eingehalten werden. Andere Lebendimpfstoffe (Mumps, Masern, Röteln)
sollten entweder gleichzeitig oder im Abstand von 4 Wochen verabreicht
werden. Vier Wochen nach der Impfung sollte man kein Blut spenden, um das
Impfvirus nicht an den Transfusionsempfänger weiterzugeben.
Die Gelbfieber-Impfung darf nur durch speziell weitergebildete Ärzte
verabreicht werden („Gelbfieber-Impfstelle“).
Impfpflicht: Einige Länder Asiens sind von Gelbfieber bedroht
(Überträgermücke und infizierbaren Affen nachgewiesen), ohne dass die
Krankheit dort bislang vorkommt. Um zu vermeiden, dass das Virus
eingeschleppt wird und sich auf Dauer festsetzen kann, verlangen diese und
andere Länder von ausländischen Besuchern eine vorherige Impfung, wenn diese
durch Gelbfiebergebiete gereist sind (auch Transit). Sie muss durch eine
Impfbescheinigung nachgewiesen werden, die 10 Tage nach der Impfung gültig
wird und 10 Jahre lang gilt. Eine Liste über alle Länder, die eine
Gelbfieberimpfung verlangen, wird von der WHO veröffentlicht [2].
Kann die Impfung aus einem der oben beschriebenen Gründe nicht durchgeführt
werden, ist eine Befreiung von der Impfpflicht möglich. Das in diesem Fall
notwendige Impfbefreiungszeugnis (Exemption Certificate) wird durch eine von
der WHO anerkannte Impfstelle ausgestellt.
Geschichtliches Der kubanische Arzt und Wissenschaftler Carlos Juan Finlay
entdeckte 1881 Stechmücken als Überträger des Gelbfiebers.
Während der Herrschaft Napoleons wurde versucht, in Haiti die Sklaverei
wieder einzuführen. Dazu wurde eine Expeditionsarmee von mindesten 25.000
Mann nach Haiti geschickt. Dabei starben so viele Soldaten an Gelbfieber,
dass die Franzosen 1803 abziehen mußten und Haiti 1804 als zweiter Staat in
Amerika unabhängig wurde.
Eine weitere Episode im Zusammenhang mit Gelbfieber ist der Bau des
Panamakanals. Der Bau wurde unter Führung des französischen Ingenieurs
Ferdinand de Lesseps, der schon den Suezkanal erfolgreich gebaut hatte,
zunächst abgebrochen und dann von amerikanischerier Seite fortgesetzt. Dabei
kamen besonders Arbeiter aus Afrika zum Einsatz, weil man annahm, diese
hätten bereits eine Immunität. Man schätzt, dass etwa auf jeden Meter
Panamakanal ein toter Arbeiter kommt. De Lesseps musste den Bau daraufhin
einstellen. Erst die USA konnten den Kanal dann fertig bauen. Um die
Mückenlarven zu töten haben die USA die Erkenntnisse aus dem
Spanisch-Amerikanischer Krieg (1898) aus Kuba angewandt und konsequent alle
Wassergefäße geleert und Petroleum in die stehenden Gewässer gekippt um das
Wachstum der Larven zu verhindern. Gelbfieber ist ursprünglich nur in
Südamerika endemisch und breitete sich erst dann auch über Afrika aus. Man
weiß nicht, warum Gelbfieber bis heute in Asien nicht vorkommt (die
übertragenden Mücken gibt es auch dort, abhängig von der Klimazone).
Der Gelbfieberimpfstoff wurde um 1937 von dem in Südafrika lebenden
Mikrobiologen Max Theiler (1899 - 1972) am Rockefeller-Institut in Versuchen
mit Affen und Mäusen entwickelt. Für diese Leistung erhielt er 1951 den
Nobelpreis für Medizin.
Quelle: Wikipedia - Die freie
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