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Lage: Haiti nimmt
den westlichen Teil der Insel Hispaniola, einer der Großen
Antilleninseln, ein (der östliche Teil ist die Dominikanische
Republik). Die Süd- und Westküste ist der Karibischen See, die
Nordküste dem Atlantik zugewandt.
Das Reiseziel Haiti: Drei Großlandschaften bestimmen das Bild
des Landes: im Norden und Süden je eine weit in Richtung Kuba
ausgreifende gebirgige Halbinsel, die verbunden sind durch die
fruchtbare Ebene des Flusses Artibonite und die seenreiche
Senke von Port-au-Prince.
Reisewege: Port-au-Prince erreicht man mit dem Flugzeug am
besten von Frankfurt über Miami (mehrmals wöchentlich), von wo
aus mehrmals täglich eine Verbindung besteht. Man kann auch
über Paris oder die Dominikanische Republik fliegen.
Staatsform: Haiti ist eine präsidiale Republik. Der nach
Diktaturen und Militärregimes erste freigewählte Präsident des
Landes, J.-B. Aristide, tritt im Dez. 1990 sein Amt an, muß
aber nach einem Militärputsch im Sept. 1991 ins Exil gehen.
Über 10 000 Haitianer verlassen das Land, das zu den ärmsten
der Welt zählt.
Bevölkerung: 60% Schwarze; 35% Mulatten und ca. 2000 Weiße.
Die Landessprache ist Französisch, inzwischen gleichberechtigt
dazu haitianisches Kreolisch. Neben den Katholiken, die 85%
ausma-
chen, gibt es eine protestantische Minderheit. Die Mehrheit
der Bevölkerung (ca. 70%) praktiziert gleichzeitig den aus
Afrika überlieferten Voodoo-Kult.
Verkehrseinrichtungen: Einige Male wöchentlich bestehen
Flugverbindungen von Port-au-Prince nach den wichtigeren Orten
des Landes. Die Überlandbusse sind billig, die Hauptstraßen
sind größtenteils gut, Nebenstraßen aber fahrtechnisch
anstrengend. Mietwagen gibt es in allen größeren Städten.
Speisen und Getränke: Spezialitäten sind Tassot de dinde
(Truthahn) und Pain potate (Pudding aus süßen Kartoffeln). Der
Rum ist ausgezeichnet.
Feiertage: 1. u. 2. Januar, Karnevalssonntag bis -dienstag,
Karfreitag, 14. u. 16. April, 1. u. 18. Mai, 15. August, 24.
Oktober, 1. u. 18. November, 5., 25. u. 26. Dezember.
PORT-AU-PRINCE
Die 1749 von den Franzosen gegründete Hauptstadt (ca. 1 Mill.
Einw.) liegt am Golf von Gonäve. Sie ist durch Erdbeben und
Brände häufig zerstört worden und präsentiert sich heute als
eine moderne Geschäfts- (Unterstadt) und eine gartenreiche
Wohnstadt (Oberstadt an den Hügelhängen). Interessant sind der
MarcH de Fer (Eisenmarkt), der in seiner Warenvielfalt an
einen Flohmarkt oder an orientalische Märkte erinnert, die
katholischen und die anglikanischen Kathedralen, das Palais
National sowie das Mupanah (Musee Pantheon National) mit dem
Mausoleum der Freiheitskämpfer Dessalines und Petion und einem
historischen Museum.
Cap Haitien, die an der Nordküste gelegene Hafenstadt, ist
einen Besuch wert wegen der beiden nicht weit entfernten,
großartigen Bauten, die Henri Christophe (1811-20), einer der
ersten schwarzen Könige des Landes, errichten ließ. Es handelt
sich um die wuchtige Zitadelle La Ferri&e, in deren Mitte sich
das Grab des Königs befindet, und um die Ruinen des Palastes
Sans-Souci am Rande des kleinen Dorfes Milot
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