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Lage: Indien
grenzt im Norden an China und Nepal, im Osten an Bang la Desh
und Myanmar (Birma), im Süden, Südosten und Südwesten an den
Indischen Ozean und im Westen an Pakistan; die Grenzen mit
Pakistan und China sind umstritten.
Drei Landschaftsregionen dieses Subkontinents sind deutlich
erkennbar: Im Norden erstreckt sich der Himalaya mit seinen
Ausläufern, Hochplateaus und Tälern, den Vorbergen und
Dschungelgebieten (Bhabar, Tarai). Daran schließt eine von den
großen Strömen (Ganges, Brahmaputra u. a.) bewässerte Ebene
an, die gegen Süden zu Höhenzügen und zur Hochebene des Dekkan
ansteigt. Das dreieckige Hochplateau begrenzen küstenwärts die
Western und Eastern Ghats, Gebirgszüge von etwa 1000 bis 1600
m Höhe.
Das Reiseziel Indien bietet jedem, der auch nur ein wenig mehr
als die oberflächlichen Eindrücke eines Blitzbesuches vom Land
heimbringen möchte, nachhaltige und unvergleichliche
Erlebnisse. Außer den Besonderheiten der Landschaft und der
Naturschutzgebiete sind die kulturellen Zeugnisse von
zweitausend Jahren, von der Frühzeit des Buddhismus bis zu den
indosarazenischen Bauten der Engländer erhalten geblieben; die
Prachtbauten
er Großmogule sind einzigartig. Mehr als in jedem anderen Land
muß jedoch der Tourist des Westens versuchen, durch einen
eingehenden geistigen Kontakt zu einem Verständnis der von
unserer so völlig verschiedenen, eigenständigen Kultur Indiens
zu gelangen.
Geschichte, Religion und Kunst im indischen Subkontinent
hängen innig zusammen: Um 1300 v. Chr. dringen die Aryans
(Arier) über die nördlichen Gebirgspässe ein und schaffen nach
ihren heiligen Überlieferungen, den Veden, die auf einer
strengen Kasteneinteilung fußende indische Gesellschaft. Das
Erstarren dieses bereits Zivilisation gewordenen Systems führt
zu Reformbewegungen (6. Jh. v. Chr.) Buddhas, Mahaviras u. a.
Unter Ashoka (3. Jh. v. Chr.) wird der Buddhismus
Staatsreligion und zur treibenden künstlerischen Kraft des
indischen Kaiserreiches. Überall entstehen die zum Teil bis
heute erhaltenen steinernen Zeugnisse dieser Religion: Stupas
(halbkugelförmige Reliquienschreine), Chaityas und Viharas
(Andachts- und Versammlungsräume der Mönche), Stambhas
(Stelen, Inschriftsäulen) und Darstellungen des Buddha und der
buddhistischen Mythen. Die Guptaherrschaft (4.-8. Jh.) gilt
als die
klassische Zeit der Hindukultur, die ihrer Dreifaltigkeit
Brahma-Vishnu-Shiva und deren Frauen, Kindern, Begleittieren,
Symbolen, den alten Naturgeistern und arischen Gottheiten
Reliefs und Statuen von reifer künstlerischer Entfaltung
stiftet. Aus dem einfachen Heiligenschrein entwickelt sich der
Hindu-Tempel in seiner typischen nördlichen, indoarischen, und
südlichen, drawidischen Form, die bis in unsere Zeit
beibehalten wird.
Der Einbruch islamischer Seefahrer, erobernder Reiterscharen
und schließlich des Mogulenheeres (16. Jh.) verpflanzen
persisch-usbekische (zentralasiatische) Kunstauffassung nach
Indien und lassen Monumentalbauten, Paläste, Festungen,
Grabmäler (z. B. Tal Mahal), Moscheen u. a. (16.-18. Jh.)
entstehen. Die anschließende Phase des anglo-indischen
Kaiserreiches verschmilzt europäische Formen mit
maurisch-islamischen oder einheimischen.
Staatsform: Indien ist eine demokratische Republik; die 25
Unionsstaaten haben je eine Landesregierung, 6 Territorien
unterstehen direkt der Zentralregierung. Das Ober- und
Unterhaus des Parlaments gemeinsam mit dem Präsidenten der
Indischen Union in Delhi sind die gesetzgebende, höchste
Gewalt.
Die Bevölkerung spricht über 1600 Dialekte und 23
Stammessprachen (15 Hauptsprachen werden von der Verfassung
anerkannt), setzt sich aus nahezu allen Rassen der Welt - mit
der Urbevölkerung ver-
mischt - zusammen und bekennt sich vorwiegend zum Hinduismus,
wobei es zahlreiche Mohammedaner, Christen, Buddhisten, Sikhs,
fainas, Parsen u. a. gibt. Dies berechtigt zu dem Wort: „Was
es hier nicht gibt, gibt es nirgends!" Die englische Sprache
und Schrift wird überall verstanden.
Verkehrseinrichtungen: Indien verfügt über ein gut
funktionierendes Bahn- und Binnenflugnetz, wo
Platzreservierungen eine große Rolle spielen!
Speisen und Getränke: Viele Inder leben rein vegetarisch.
Typisch sind auch die Currys und das Thali (vegetarisch und
nicht-vegetarisch). Die Schärfe kann man mit Reis, Fladenbrot
oder Joghurt mildern. Ein vorzügliches Getränk ist der Saft
einer Kokosnuß.
Der gute Ton: Die soziale Lage des Landes mit seinen Millionen
notleidender Menschen verlangt vom Touristen ein besonders
taktvolles Benehmen im Umgang mit den Einheimischen.
Feiertage: Staatliche Feiertage sind der 26. Januar (Tag der
Republik), der 15. August (Unabhängigkeitstag), der 2. Oktober
(Geburtstag Mahatma Gandhis) und der 25. Dezember
(Weihnachten). Daneben gibt es unzählige religiöse Feiertage,
die sich nach dem Sonnen- oder Mondkalender richten.
Kleidung: Leichte Tropenkleidung (Leinenanzug,
Baumwoll-Unterwäsche; im Sommer Regenschutz).
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