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Da stehen die
herrschaftlichen ehemaligen Botschaftsgebäude, die heute als
Generalkonsulate dienen, da erheben noch heute christliche
Kirchen aller Konfessionen ihre Türme, und da entdeckt der
aufmerksame Besucher eine Vielzahl von im Geschmack eines
internationalen Großbürgertums dekorierten Gebäuden und
Passagen, ähnlich solchen Bauwerken, wie man sie in London
oder Paris findet.
Altes Viertel
im Aufwind
Aber alle
diese Gebäude sind etwas heruntergekommen, denn in den
vergangenen Jahrzehnten verlagerte sich das mondäne Leben mit
seinen modischen Geschäften, den Büros der Banken, Fluglinien
und internationalen Unternehmungen und den teuren Hotels
weiter über den TaksimPlatz hinaus in die Umgebung der
Cumhuriyet Caddesi und in die moderneren Wohnviertel von Bisli
und Nisantasi.
In den letzten
Jahren hat sich allerdings der deutlich sichtbare
Verfallsprozeß verlangsamt, und es sieht ganz danach aus, als
zögen Modehäuser, Restaurants und Hotels wieder hier ein, so
daß die Istiklal Caddesi wieder eine vielbesuchte
Einkaufsstraße ist — vor allem im Bereich der gehobenen Mode.
Mit der
Vergrößerung der Europäer- viertel im 19. Jahrhundert
verlagerte sich der politische Schwerpunkt weg vom alten
Stambul. Vor allem an und unterhalb der Hänge zum Bosporus
bauten die Sultane nun ihre „modernen" Paläste: den Cirajan-,
den Dolmabahge- und den Yildiz-Palast mit seinen Kiosken und
Chalets in einer ausgedehnten Parkanlage.
Byzantion -
Konstantinopel - Istanbul
Die großen
Entwicklungen in der Stadtgeschichte
Ausdehnung
unbegrenzt Zwischen beiden Umgehungsautobahnen (Qevreyolu),
die über die Bosporus- bzw. die Fatih Sultan Mehmet Brücke
führen, und teilweise schon darüber hinaus, erstrecken sich
heute die modernen Wohn-, Industrie- und Büroviertel. Zum
einen wächst die Stadt unaufhörlich in nördlicher Richtung auf
und hinter den Höhenzügen, die den Bosporus auf der
europäischen Seite säumen, zum anderen nach Westen in der
Region zwischen der Europastraße 5 und der Küste des
Marmarameeres. Eine andere Richtung der Ausdehnung, die gerade
in den letzten Jahren vehement genutzt wurde, ist auf der
asiatischen Seite gelegen. Bis
vor einigen
Jahren noch lagen auf der asiatischen Seite die Vororte
Istanbuls wie Üsküdar und Kadiköy dicht am Bosporus. In sich
geschlossene Städte und Dörfer reihten sich entlang der
ehemaligen Bagdadbahnlinie, die vom Bahnhof Haydarpaea aus ins
Landesinnere führte, und am Ufer des Marmameeres. Nördlich
davon, wo noch vor nicht allzu langer Zeit Schaf- und
Ziegenherden weideten, erstrecken sich heute kilometerweit
Trabantenstädte. Dicht an dicht ragen Hochhäuser in den Himmel
zwischen den nach Osten führenden Ausfallstraßen und
Autobahnen wie dem Ankara-Asfalti, der bis lzmit als
vierspurige Autobahn ausgebauten Verbindung in die Hauptstadt
der Türkischen Republik.
Byzantion —
die Kolonie der Seefahrer
Der Name
Byzantion geht zurück auf einen gewissen Byzas aus Megara, der
uns allerdings nicht als historische Person, sondern nur als
mythische Gestalt faßbar ist.
Wohl gab es
eine frühgeschichtliche Besiedlung, über die aber nichts
weiter bekannt ist.
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Z Jahrhundert v. Chr.
Die
660/658 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Megara
gegründete Stadt war zwar nicht bedeutungslos, sie lag aber
während der Zeit der griechisch-römischen Antike eher im
Windschatten der großen Weltpolitik. Kurz bevor jene
abenteuernden Seefahrer aus Megara den etwa 60 bis 70 Meter
hohen Hügel auf der Landzunge zwischen Marmarameer und
Goldenem Horn entdeckt hatten, scheint schon am
gegenüberliegenden Ufer, dem heutigen Kadiköy, eine erste
griechische Kolonie gegründet worden zu sein: Chalcedon. Denn
auf diese Niederlassung bezog man den Orakelspruch, dem die
Siedler aus Megara auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat
folgten
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