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    Istanbul

 

   

Den Venezianern und ihrem machthungrigen Dogen Enrico Dandolo ist es auch zu verdanken, daß der 4. Kreuzzug sich nicht gegen die „Heiden" richtete, sondern mit der Einnahme und blindwütigen Zerstörung Konstantinopels am 13. April 1204 endete. Von diesem Schlag sollte sich die Stadt nicht wieder erholen. Und wenn es heute in Istanbul vergleichsweise wenige Zeugnisse aus jener immer noch glänzenden Zeit einer tausendjährigen Geschichte und einer Stadt gibt, die als „goldstrahlend" die damalige Welt zum Staunen brachte, so ist dies der dreitägigen Plünderung und der Zerstörungswut der so unchristlichen Kreuzritter zu verdanken. Was übrig

blieb, wurde nach Venedig abtransportiert. Und das waren immer noch ungeheure Mengen und Schätze.

•              13. und 14.115. Jahrhundert

Und dennoch sollte dieses Reich noch über 200 Jahre währen, nunmehr aber nur noch ein Schatten seines ehemaligen Glanzes.

Dabei hat es durchaus an fähigen Herrschern nicht gefehlt, zeugen doch viele Denkmäler heute noch vom späten Glanz einer das eigene Ende immer wieder hinausschiebenden Epoche.

Zunächst herrschte ein lateinischer Kaiser, Balduin von Flandern, in Konstantinopel, setzten sich die Venezianer in den Besitz der wichtigsten Hafenstädte der Adria, Griechenlands und Anatoliens.

Byzanz war nunmehr ein Kleinreich — oder eher noch: ein Reichsgedanke ohne Hauptstadt, zersplittert in die verbliebenen Reste auf dem südlichen Peloponnes, in Nordgriechenland, um Trapezunt (Trabzon) am Schwarzen Meer und in Westanatolien. Von hier aus gelang es sogar unter Kaiser Theodor Laskaris, erfolgreich gegen die Seldschuken Krieg zu führen und von dem innerlichen und militärisch schwachen lateinischen Kaiserreich anerkannt zu werden. Dieses Byzantinische Reich ohne Byzanz konnte sich zunehmend stabilisieren und einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung erlangen.

203 — Hippodrom (Sepitmus Severus, Caracalla)

330 — Konstantinssäule („Verbrannte Säule'

um 330 — Kaiserpalast Konstantins vor 378— Vollendung des ValensAquädukts

390 — ,,Goldenes Tor (Triumph- bogen)

412-424 — Theodorianische Landmauer

462 — Gründung des Studiosus klosters

527-536 — Sergios- und Bacchoskirche

532-537 -- Neubau der Hagia Sophia durch Justinian

537 — Yerebatan-Saray-Zisterne nach 740 — Neubau der Hagia Eirene

Mit Michael VIII. Palaiologos beginnt die Herrschaft der letzten byzantinischen Dynastie. Ihm gelang sogar ohne größere Mühe 1261 n. Chr. die Rückeroberung Konstantinopels, aber die ehemalige Großmachtstellung war nicht mehr zu erringen. Das Reich schuldete sein weiteres Dasein eher der Tatsache, daß sämtliche Gegner durch anderweitige Bedrohungen gebunden waren: die Seldschuken durch die vordringenden Mongolen, die Bulgaren durch die Goldene Horde. Mit dem Aufruhr in Sizilien, der „Sizilianischen Vesper", zerbrachen auch die antiby-

ab 868 — neuer Mosaikschmuck der Hagia Sophia

908 — Kloster des Konstantin Lips um 922 — Myrelaionkirche

um 1000 -- Marmorturm

um 1090 — Pantepoptes-Klosterkirche

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