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Es gelang ihr,
Süleyman dazu zu bringen, seinen ältesten Sohn Mustafa unter
dem Vorwand ei-
alle Zweige
der Staatsverwaltung umfassenden Kanunname: so können wir ihm
wohl wegen der menschlichen Schwäche zu großer Hingabe für
sein Weib (die berühmte russische Sklavin Roxelane, die
'Fröhliche; die als Khurrem die Gemahlin des Sultans wurde),
und wegen der unmenschlichen Strenge gegen seine Söhne und
Enkel den Namen des großen Mannes, aber keineswegs den des
großen Herrschers versagen ... ."
(zitiert nach
Peters, Geschichte der Türken)
ner
Verschwörung gegen den Vater ermorden zu lassen, sorgfältig
von Rüstem Paea eingefädelt und im Beisein des Sultans
inszeniert. Vielleicht war der Vorwurf nicht ganz
unberechtigt. Immerhin: Mustafa war vor allem bei den
Janitscharen sehr beliebt. Und hatte nicht Süleymans Vater,
Selim, eben dadurch den Thron erlangt, daß er seinen eigenen
Vater, Bayezit II., hatte beseitigen lassen? Aber was auch
immer sich genau abgespielt hat — jetzt war der Weg frei für
einen der beiden Söhne Roxelanes: Beyazit oder Selim.
Roxelane wußte
die Geschehnisse zu nutzen: Schon als einfache Sklavin war es
ihr gelungen, die Aufmerksamkeit des Sultans dadurch zu
erregen, daß sie sich, nachdem ihr eine Rivalin mit den
Fingernägeln das Gesicht zerkratzt hatte, weigerte, vor ihm zu
erscheinen, bis der Sultan sie persönlich zu sich beorderte.
Ebenso hatte sie einen Brand im Alten Serail geschickt
ausgenutzt, um in den neu errichteten Harem im Topkapi Palast
und damit in die unmittelbare Nähe des Sultans zu ziehen. Auch
Prinz Beyazit erfreute sich großer Popularität. Aber noch zu
Lebzeiten des Vaters wollte er sich den Thron vor seinem
Bruder sichern, was einer Verschwörung gleichkam. Der Sultan
schlug mit unerbittlicher "Härte zu. Auch die Flucht nach
Persien nützte dem Rebellen nichts, denn die persischen
Safawiden wollten den eben geschlossenen Frieden mit dem
mächtigen Nachbarn im Westen nicht gefährden und lieferten den
Sohn dem Vater aus. Der ließ 1562 Beyazit mit seiner ganzen
Familie hinrichten.
Mit Hürrem
Sultan beginnt er unübersehbare Einfluß des Harem auf die
Politik des Reiches. Zwar starb Hürrem Sultan acht Jahre vor
ihrem Gatten, aber nach dem Tod Süleymans sollte sie ihr Ziel
erreichen: von allen Söhnen des Sultans war allein ihr Sohn
Selim am Leben geblieben. Er wurde als Selim II. Herr über ein
Reich, das sich auf drei Kontinente erstreckte, in dessen
Hauptstadt 400 000 Menschen lebten, dessen Territorien etwa 6
Millionen Quadratkilometer umfaßte und das über 25 Millionen
Menschen herrschte.
Der Zenit
ist
überschritten
Aber dieser
dieser Nachfolger des Eroberersultans Mehmet und des
Gesetzgebers Süleyman war ein schwächlicher Charakter, der
bald den Beinamen „der Trunkenbold" erhielt. Hätte es nicht
fähige Großveziere gegeben wie Sokollu Mehmet Paaa gehabt, die
Politik wäre ausschließlich im Harem gemacht worden. Süleyman
starb während der Belagerung von Szigetvär am 7.9.1566. Der
Großvezier, ein Jahr zuvor ins Amt berufen, hielt die
Todesnachricht so lange geheim, bis die Belagerung erfolgreich
abgeschlossen worden war, denn er befürchtete, daß die
Nachricht vom Tod des gefürchteten und zugleich bewunderten
Herrschers die Armee demoraliseren könnte.
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