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Der Großvezier
blieb bis 1579 im Amt. Noch einmal gelang es ihm, die
türkischen Eroberungen vertraglich abzusichern und den Status
des Osmanischen Reiches als anerkannter Großmacht zu festigen.
Aber das Reich
hatte seinen Zenit überschritten, es begann der langanhaltende
Abstieg. Ein Indiz hierfür mag sein, daß nach Sokollu Mehmet
Paea die Großveziere immer häufiger wechselten, daß
Vetternwirtschaft und Bestechlichkeit um sich griffen und daß
die Intrigen unter den Frauen des Harem sich immer stärker auf
Ämterbesetzung und Politik auswirkten.
Ob der 300
Jahre währende Abstieg des Osmanischen Reiches nach Süleyman
ausschließlich durch die sogenannte „Weiberherrschaft" bedingt
ist, mag dahingestellt bleiben. Ein wesentlicher Schritt auf
diesem Weg war es sicher.
Der Niedergang
einer Weltmacht
Ein
wesentlicher Grund für den zunächst unmerklichen Niedergang
des Osmanischen Reiches war, daß sich trotz Rivalitäten und
unterschiedlicher Strategien immer wieder Koalitionen, vor
allem mit dem am meisten bedrohten Österreich, fanden, die den
osmanischen Expansionsdrang stoppten. Ohne kriegerische
Ausdehnung geriet aber das Prinzip der Versorgung der Krieger
mit erobertem Land ins Stocken. Hinzukam, daß das ursprünglich
zum nicht-
Roxelane oder
auch Hürrem Sultan aber, die Frau, die am Anfang dieser
Entwicklung stand und um die sich bald Gerüchte und
Geschichten rankten, wurde im Hof der Süleymaniye in einer
Türbe neben der ihres Gatten beigesetzt.
erblichen
Lehen vergebene Land, das timar-System, zunehmend zur
Versorgung der Beamten und Würdenträger benutzt und im Laufe
der Zeit erblich wurde.
Außenpolitische Mißerfolge kamen hinzu. Nach der Seeschlacht
bei Lepanto 1571 verlor das Osmanische Reich zunehmend die
Herrschaft im Mittelmeer. Wichtiger noch war, daß durch den
entdeckten Seeweg nach Indien das Monopol im Orienthandel
verlorenging.
Zwar hatten
die unterworfenen Völker weitgehende Autonomie in rechtlicher
und religiöser Hinsicht, aber
Noch einmal
Muhibbi (Sultan Süleyman):
Komm, laß uns
Sklaven sein
im Land der
Liebenden
und Herrscher
in den Sieben (Welt)gegenden
Laß uns wie
Fische schwimmen
in Tränen
um alles über
das Meer der Tränen zu erfahren
Der Rost des
Leidens hat Besitz ergriffen
von dem
Spiegel dieses Herzens
Wir wollen ihm
wieder Glanz verleihen
durch die
Politur des Weins
Die Tulpenzeit
— Blüte und Scheinblüte
Unter dem
Namen der Tulpenzeit zeigt sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts
ein verfeinerter und die spielerische Gestaltung liebender
Kunstgeschmack, der sogenannte türkische Barock am Hof und in
den Herrenhäusern und Palästen der Hauptstadt. Der Name Laie
Devri (Tulpenzeit) rührt einerseits von den
Tulpendarstellungen z.B. auf Kacheln aus jener Zeit, zum
anderen vor allem von dem Tulpenfie-
zugleich
bildete sich kein Staatsvolk heraus. Die Türken in der Provinz
waren genauso schlecht dran wie ihre griechischen, armenischen
oder serbischen Nachbarn. Zwar gab es auch Angehörige dieser
Volksgruppen unter den hohen Beamten und Militärs des Reiches,
diese gehörten dann aber zu der kleinen Oberschicht vor allem
an und um den Hof
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