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von einer horizontalen Gliederung zu einer stärker an der
Vertikalen orientierten,
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von der Formung des Innenraums zu einer gleichermaßen
beachteten äußeren Gestaltung. Besonders deutlich läßt sich
dies an der architektonischen Form der Moschee ablesen.
Eine Moschee,
abgeleitet vom arabischen Wort Masdschid, ist zunächst einmal
nur der Ort, wo der Gläubige sich zum Salat, zum
ehrfurchtsvollen Gebet, aufhält, niederkniet und sich
niederwirft. So kann jeder Ort, in der er sich gerade zu den
fünf Gebetszeiten aufhält, zum Masdschid werden, an dem er in
Richtung Mekka (kibla) seine Verehrung Gott (Allah) gegenüber
zum Ausdruck bringt. Schon bald bildeten sich geeignete feste
Plätze heraus, und schon bald gab es den Unterschied zwischen
dem alltäglichen Gebetsplatz und der Freitagsmoschee, der
Masdschid al Jum'a, in der mindestens 40 Personen dem Gebet
vom Mimbar (türk.: Mimber), der Gebetskanzel, herab lauschten.
Dieser Unterschied wird im Türkischen
durch die
Worte Camii für die Moschee mit Mimber und Minarett und Mescid
für den einfachen Gebetsraum ausgedrückt. Einen einfachen
Gebetsplatz, an dem oft nur ein kleiner Richtungshinweis aus
Stein steht, nennt man Namazgah. Ursprünglich bestanden auch
die Moscheen nur aus einem offenen, von Säulenarkaden
umstandenen Hof. Allenfalls die durch den Mihrab
gekennzeichnete Richtung nach Mekka war durch eine kleine
Kuppel hervorgehoben. Ansonsten betonten diese Gebäude die
horizontale Ausdehnung, waren sie doch lediglich ein
Versammlungsort zum gemeinsamen Gebet. Auch nachdem diese
Räume überdacht wurden, gab es allenfalls an der Eingangstür
Bauschmuck.
Daß diese
Räume beliebig zu vergrößern waren, versteht sich von selbst,
und in diesem Sinne drückt sich in ihnen ein Prinzip des
Unbegrenzten aus. Ihre Begrenzungsmauern bedürfen keines
weiteren Schmucks, sind sie doch nicht, wie in christlichen
Kirchen, Ausdruck einer inneren spirituellen Ordnung. Noch
ganz diesem Prinzip verpflichtet, aber schon als eine Stufe
zur Herausbildung der für die Osmanen typischen Form der
Moschee ist die Ulu Camii, die Große Moschee, in Bursa. Noch
ist der Raum horizontal ausgerichtet und gegliedert, aber die
mächtigen Stützpfeiler, die diese Gliederung
hervorrufen,
verweisen schon auf das neue Bauelement, das wenig später
große Bedeutung gewinnen sollte: auf die Kuppeln. Noch sind
die Kuppeln gleich hoch, noch ist ihr Durchmesser mit zehn
Metern vergleichsweise gering, schafft ihre Anzahl von 20
keine neue Raumdimension, aber die Entwicklung hin zur
Herausstellung einer zentralen Kuppel war nicht mehr weit. Die
Ulu Camii wurde 1400 vollendet, die lk $erefeli Camii in
Edirne stammt aus dem Jahre 1447 Und trotz des geringen
zeitlichen Abstandes entstand hier ein in Ge stalt und
gedanklichem Konzept anderer Raum. Aus der geringeren Zahl von
9 Kuppeln ragt eine als Zentralkuppel heraus, und fügt der
räumlichen Ausdehnung die horizontale Dimension hinzu.
Weitere 50
Jahre später zeigt sich mit der Beyazit Camii in Istanbul aus
dem Jahre 1506 ein dritter Typus, der wegweisend für die
weitere Entwicklung sein sollte. Einer zentralen Kuppel, nun
20 m im Durchmesser, sind vier kleinere Kuppeln über den
Seitenschiffen angegliedert. Neu ist, daß in Längsrichtung nun
zwei Halbkuppeln die nach oben gerichtete Dynamik wirksam
unterstützt. So erhält der Raum, der eigentlich in seinem
Grundriß quadratisch ist, eine starke horizontale Gliederung
bei gleichzeitiger Betonung der Längsachse.
Istanbul
geschickt. Hier bestimmte der Aga der Janitscharen über ihr
weiteres Schicksal.
Für die Eltern
war dies sicher ein großer Schmerz, obwohl es Bestimmungen
gab, die eine Ausnahme erlaubten. Für die Kinder selbst war es
sehr häufig der Beginn einer glänzenden Karriere, die bis zum
Großvezir führen konnte — oder eben zum Hofarchitekten.
Der Preis war
allerdings die Aufgabe aller Bindungen, der Identität, wie wir
heute sagen würden. Denn zunächst wurden die Jungen
muslemischen Familien, zumeist auf dem Land, zugewiesen. Hier
lernten sie Türkisch, Sitten und Traditionen der Osmanen und
vor allem die Grundlagen des Islam. Sollten sie doch nichts
anderes sein als eine dem Sultan unmittelbar unterstellte
loyale und kämpferische Truppen.
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