| |
|
Nicht anders
wird es auch Sinan ergangen sein, nachdem er 1513 oder 1514
mit Alters- und Schicksalsgenossen den Weg in eine unbekannte
Zukunft antrat.
Als Offizier
durch die Welt
Wo er die Zeit
bis zu seiner Eingliederung in die Acemi Ocagi, das
Kadettenkorps, verbracht hat, ist nicht bekannt, und
ebensowenig weiß man über die Zeit seiner Reife, über
Einflüsse, die ihn prägten, Fähigkeiten, die er in dieser Zeit
erworben hat. Die können allerdings nicht gering gewesen sein,
denn nach seiner Übernahme in die regulären
Janitscharentruppen avancierte er sehr schnell: zunächst als
Yayabasi (Hauptmann der Infanterie), dann als Zemberekcibasi
(Hauptmann der leichten Artillerie), um nach dem Feldzug gegen
Bagdad (1534) als Haseki in das Offizierskorps der
Janitscharengarde aufgenommen zu werden.
Sinan hat an
zahlreichen Feldzügen teilgenommen: gegen Rhodos (1522),
Mohacs (1526), Wien (1529) Irak (1534), Korfu und Apulien
(1537) und Moldavien (1538). Ob er dabei zu militärischen Ehre
gelangt ist, wissen wir nicht. Wir können aber davon ausgehen,
daß er auf diesen Feldzügen genügend Gelegenheiten hatte,
fremde Städte und Bauwerke in Augenschein zu nehmen, und es
ist anzunehmen, daß er für seine spätere Tätigkeit hier
erheblich profitiert hat.
Vom Zimmermann
zum
genialen
Baumeister der Sultane Was seinen weiteren Werdegang ebenfalls
verständlich macht, ist die Tatsache, daß alle Rekruten in den
Acemi Ocagi, zumindest während sie sich in der Hauptstadt
aufhielten, eine Berufsausbildung erhielten, sei es in den
Schiffswerften, in den verschiedenen Werkstätten oder als
Seeleute im Frachtverkehr auf dem Bosporus. Wahrscheinlich
hatte Sinan, der den Beruf des Zimmermanns erlernt haben soll,
hier schon Gelegenheit, erste Erfahrungen im Bauhandwerk zu
sammeln.
Man kann
sicher sein, daß Sinan, entsprechend seinem „Beruf" zunächst
beim Bau militärischer Anlagen beteiligt war. Das erste
Bauwerk, das ihm mit sehr großer Wahrscheinlichkeit
zugeschrieben werden kann,
ist die 1528
errichtete Qoban Mustafa Pasa Brücke beim heutigen Svilengrad
in Bulgarien. Seine ersten Bauten in Istanbul mögen wohl in
den Jahren zwischen dem Feldzug gegen Wien (1529) und dem
gegen Bagdad (1534) errichtet worden sein.
Wie schnell
sein Ruf gewachsen war, läßt sich aus der Tatsache ersehen,
daß er nach dem Tod des Hofarchitekten Acem Ali, 1538, zu
dessen Nachfolger berufen wurde. Sogleich erhielt er von
Haseki Hürrem Sultan — eher, bekannt unter dem Namen Roxelane
—, der Frau Süleymans, den Auftrag, eine Moschee für sie zu
bauen. Noch heute ist dieser erste Stiftungskomplex, der Sinan
als Baumeister ausweist, im Stadtteil Aksaray an der Haseki
Caddesi zu besichtigen.
Mag diese
Moschee noch vergleichsweise traditionell konzipiert sein, so
zeigte Sinan schon fünf Jahre später sein ganzes innovatives
Talent. 1543 starb der Lieblingssohn des Sultans, $ehzade
Mehmet. Sinan sollte ihm zu Ehren einen Moschee- komplex
errichten: mit theologischer Schule (Medrese), Armenküche (Imaret),
Herberge (Tabhane) und natürlich dem Grabmal (Türbe) des
Prinzen. Auftraggeber war der Sultan selbst. Dieser
Moscheenkomplex sollte Sinans erstes Meisterwerk werden. Schon
die äußeren Abmessungen zielen auf Geschlossenheit: Die Länge
der Seiten entsprechen der Höhe. Und von der Höhe der
zentralen Kuppel aus ist der Gesamtraum konzipiert — nicht so
sehr die vier Pfeiler, die die Kuppel tragen, als viel-
mehr die vier
Halbkuppeln, die die Bewegung der Kuppel weiter nach unten
führen, bestimmen den Eindruck. Aber damit nicht genug: Sinan
läßt die Halbkuppel jeweils wiederum in kleinere Halbkuppel
übergehen und konzentriert so den gesamten Raum auf das
Zentrum hin.
Profitieren Sie
von einer Vielzahl von Vorteilen und buchen Sie mit dem Online
Reisebüro - reiseknaller.com
Wir wünschen einen schönen Urlaub und einen angenehmen
Flug !
Mehr Infos und Buchung |
|