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Zur Stadt hin
ist das Gebiet durch eine lange Mauer mit 28 Türmen
abgetrennt, und es war ursprünglich nur durch drei Tore
zugänglich, von denen heute noch das Bab-i Hümayun, das
großherrliche Tor, den Hauptzugang bietet. Am Marmarameer und
am Goldenen Horn schloß sich die Mauer an die noch vorhandene
und ausgebesserte byzantinische Seemauer an. 1478/79 wurde die
Mauer
fertiggestellt. Eine so präzise Datierung gibt es für die
meisten Gebäude des Saray nicht, da immer wieder Gebäude
hinzugefügt, verändert und renoviert wurden, vor allem nach
Bränden, von denen auch der Saray nicht verschont geblieben
ist. Der Zugang (Bab-i-Hümayun-Tor) liegt unmittelbar hinter
der Ayasofya Camii. An der Bab-i Hümayun Caddesi befinden sich
auch Parkmöglichkeiten. Öffnungszeiten: Außer dienstags ist
das Museum täglich von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.
Viele
Besucher, die an der Hagia Sophia vorbei durch das Bab-i
Hümayun, das großherrliche Tor, gehen und den berühmten
Topkapi Palast der Sultane betreten, sind zunächst etwas
enttäuscht. Denn auf den ersten Blick entspricht die
Ansammlung von Höfen und Gebäuden so gar nicht den
Vorstellungen, die europäische Besucher von einer Welt aus
Tausendundeiner Nacht haben. Zunächst: Nicht in Istanbul,
sondern in Samarkand soll die kluge Scherazade ihre
Geschichten erzählt haben. Aber vielleicht entdeckt der
Besucher bei näherem Hinsehen doch einiges aus dieser
geheimnisvollen Welt des Orients.
Um dies zu
erleichtern, sollen einige Informationen vorweg gegeben
werden. Im Unterschied zu europäischer Hofarchitektur fällt
auf, daß die Gebäude des Saray zumeist nur einstöckig und nach
europäischem Verständnis so gar nicht herrschaftlich
repräsentativ sind. Zwar um vier Höfe gruppiert, unterscheidet
sich der Palast in seiner unregelmäßigen Lage jedoch
wesentlich von der strengen Symmetrie z.B. barocker Schlösser.
Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden am Bosporus
Schlösser errichtet, die deutlich am Vorbild der europäischen
Palastarchitektur orientiert sind, z.B. Beylerbeyi Sarayi auf
der asiatischen Seite, der CiraÖan und vor allem der
Dolmabahce Palast auf der europäischen Seite. Der Grund dafür
liegt nicht so sehr darin, daß seit dem 16. Jahrhundert immer
wieder Gebäude verändert und neue hinzugefügt wurden. Denn mit
Ausnahme des Harem geht die unveränderte Grundkonzeption auf
Fatih Sultan Mehmet zurück. Allerdings unterscheidet sich der
Palast, wie er ursprünglich benutzt wurde, in einem
wesentlichen Punkt von dem Teil, der heute als Museum zu
besichtigen ist:
Noch heute
kann man an den intakten Außenmauern erkennen, daß der gesamte
Gülhane Park ursprünglich zum Palastareal gehörte, einem
Gelände, das eine Fläche von insgesamt ca. 70 ha umfaßte und
von dem der engere Palastbereich gerade ein gutes Zehntel
ausmacht. Darüber hinaus muß man sich vorstellen, daß
Stadtteil
Eminönü
der Saray sich
bis zur Landspitze erstreckte, wo der Hak (das Goldene Horn)
und das Marmarameer zusammenfließen. Hier lag der Sommerharem,
der durch den Bau der Eisenbahn und der Uferstraße
verschwunden ist.
Der gesamte
Palastbezirk war also nahezu identisch mit der alten
megarischen Kolonie Byzantion. Besiedelt war dieser Bereich
wahrscheinlich bis ins 15. Jh.
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