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Der äußere
Palastbereich / Gülhane Park (Gülhane Parki)
In diesem
äußeren Bereich sind außer der erhaltenen großen
Umfassungsmauer noch zwei Gebäude aus der ersten Bauphase
unter Sultan Mehmet erhalten: Alay KöSkü, ein zweigeschossiges
Gebäude in einem Knick der Mauer an der Alemdar Caddesi, von
dem aus der Sultan dem Vorbeimarsch seiner Truppen und dem
feierlichen Aufzug der Zünfte zusehen konnte, von wo er aber
vor allem beobachten konnte, wer durch das Bab-i Ali, die
sogenannte Hohe Pforte, den Palast des Großveziers auf der
gegenüberliegenden Straßenseite betrat. Das zweite, noch heute
imponierende Gebäude ist der
Kösk im
Bereich des archäologischen Museums. Dieses 1472/73
fertiggestellte Gebäude ist berühmt wegen seines reichen
Fliesenschmucks und seiner Fassade, die durch schlanke Säulen
und Spitzbogen bestimmt wird, welche deutlich Einflüsse
islamischer Architektur zeigen. Von hier aus sahen der Sultan
und
Topkapi Palast
sein Hofstaat
dem Cerid-Spiel zu, einer Art Polo, das man oft auf türkischen
Miniaturen dargestellt findet. Dieser Platz spiegelt wie viele
andere auch den Wechsel in der osmanischen Politik wider.
Mahmut II. (180829) war einer der Reformsultane, die
versuchten, ihren Staat den veränderten Bedingungen einer
neuen Zeit anzupassen. Von den Gedanken der Französischen
Revolution beeinflußt, sollte nach der Zerschlagung der
Janitscharen eine moderne Armee geschaffen werden. Der Sultan
stellte das
einstige Spielfeld als Truppenübungsplatz zur Verfügung. Erst
gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier das archäologische
Museum errichtet und das gesamte Gelände als Park für die
Bevölkerung geöffnet.
Dieser Teil
des Palastes ist heute zugänglich, einerseits durch das Babi
durch das sich alltäglich Hunderte von Bussen und Tausende von
Fußgängern drängen, oder durch den Eingang zum Gülhane Park,
einem Erholungs- und Vergnügungsbereich der kleinen Leute, mit
Verkaufsbuden, kleinen Restaurants und einer Open-air-Bühne.
Der Eintrittspreis ist sehr niedrig. Ein Besuch lohnt sich, da
am Nordostabhang aybah9esi (kleine Teegärten) mit einem
wunderschönen Blick auf Bosporus und Marmarameer den Besucher
einladen.
Vom
sogenannten Sommerharem, der sich bis zum Meer hin erstreckte,
ist heute außer einem Gebäude nichts mehr erhalten. Die
ehemaligen leichten Holzhäuser zerfielen schon im letzten
Jahrhundert, mit dem Bau der Paläste am Bosporus verlor der
gesamte Saray seine Bedeutung, und mit dem Bau der Eisenbahn
und später der Uferstraße schlug der Fortschritt eine tiefe
Schneise in die ehemalige Prachtanlage der Sultane. Lediglich
der Sepetqiler Sarayi unmittelbar am Wasser wurde in den
letzten Jahren als internationales Pressezentrum renoviert und
dadurch vor dem Zerfall bewahrt.
Hier steht
auch die nach ihrer Inschrift so genannte Gotensäule, deren
Bezeichnung sich möglicherweise auf einen Sieg des Kaisers
Claudius Gothicus über die Goten im Jahre 268/70 bezieht. Die
15 Meter hohe Säule wird von einem korinthischen
Säulenkapitell gekrönt, auf dem der Überlieferung nach eine
Statue des sagenhaften Stadtgründers Byzas gestanden haben
soll. Der östliche Teil des äußeren Palastbereichs, der zum
Marmarameer hin steil abfällt ist als militärisches
Sperrgebiet nicht zugänglich.
Vielleicht,
daß den heutigen Besucher, wenn er zum ersten Mal den Serail
der Sultane besucht, das gleiche Gefühl beschleicht wie
weiland Salomon Schweigger, der 1608 schrieb:
„Und stößt das
Saraia an beiden Seiten ans Meer. Es ist sehr unordentlich und
ungeschickt gebaut. Die Gebäude stehen überzwerch, krumm und
schräg durcheinander, als wie sie einem aus einem Sack
ungefähr gefallen wären."
Wissenswertes
über den
Topkapi Palast
Einige
Überlegungen mögen zum Verständnis des Palast-Areals
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