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    Istanbul

 

   

— Harem, der Bereich, in dem die Valide, die Mutter des Sultans, seine Frauen — abgestuft nach Kadin (die eigentlichen Frauen) und Ikbal (Favoritinnen ohne Kinder) —, die Söhne (Sehzade) und Töchter (Sultan) sowie der jeweilige Troß ihrer bediensteten Sklavinnen und der schwarzen Eunuchen lebten.

•              Aus sehr früher Zeit stammen wohl auch die Gebäudeformen, die nicht zu Unrecht oft an steinerne Zelte erinnern. Die Formenvorstellung nomadisierender Krieger wurde möglicherweise auch noch unter völlig veränderten Bedingungen beibehalten.

 

 

Als wesentliches Element kommt hinzu, daß all diese Gebäude in eine Garten- und Parklandschaft, bevölkert von Pfauen und Gazellen, eingebettet waren.

• Dadurch, vor allem aber auch durch die Ideen des Islam ist bedingt, daß sich die Gebäude des Saray verglichen mit der Hofarchitektur Europas so vergleichsweise schlicht ausnehmen. Wobei man bedenken muß, daß z.B. der Harem ursprünglich sogar nicht aus Stein, sondern aus Holz errichtet war. Hier kommt sicherlich die Vorstellung von der nur vorübergehenden irdischen Existenz des Menschen zum Ausdruck, der auch der Sultan, der Schatten Allahs auf Erden, unterworfen ist.

Der Palast

Durch das Bab-i Hümayun betritt man den ersten Hof. Dort wo heute die Touristenbusse parken und links ein kleiner Fußweg zum Archäologischen Museum führt, steht die Ire-

nenkirche (Näheres —Aya lrini / Ire-

nenkirche) aus der Zeit Justinians. Sig wurde teilweise als Arsenal der Janitscharen benutzt, die in diesem Hof lagen. Später wurde sie in ein Militärmuseum umgewandelt, und heute dient das Gebäude als Konzertsaal. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich die osmanische Münzstätte, gegenüber die Hofbäckerei. Auf der rechten Seite, neben der Kasse, ist eine Verkaufsstelle der Museumsverwaltung. Ein Besuch lohnt sich durchaus, da man hier zu nicht überzogenen Preisen sehr schöne

Produkte des türkischen Kunsthandwerks sowie ordentliche Reproduktionen antiker Gegenstände findet. Der eigentliche Eingang zum Museum (seit 1924) bildet das Bab-üs selam, auch Orta-kapi (Mitteltor) genannt, mit seinen charakteristischen Doppeltürmen. 1758/59 erhielt es seine heutige Form. Rechts davor kann- man den Cellat Brunnen sehen, in dem der Scharfrichter sein Schwert wusch. Der Exekutionsstein wurde allerdings schon 1839 entfernt, als in der Tanzimatzeit osmanische Sultane wie Mahmut Il. und Abdülmecit I. das Reich und damit auch das Leben im Saray reformierten.

Von hier betritt man den 2. Hof, dessen rechte Seite das langgestreckte Gebäude des Küchentraktes einnimmt, mit seinen 9 Kuppeln und den charakteristischen Kaminen. In diesem nach einem Brand von Sinan wieder aufgebauten Trakt befindet sich heute eine der größten Porzellanausstellungen der Welt. Alleine diese Ausstellung sei, so schwärmen Kenner, eine Reise wert.

Genau gegenüber sind zahlreiche Gebäuden gelegen, zu denen eine Moschee des Eunuchen Bee 4a, die Stallungen und der Hof der Lanzenträger gehören. Heute kann man hier einige der Staatskarossen der Sultane sehen.

Unmittelbar hinter dem Eingangstor gabelt sich der Weg. Geradeaus gelangt man zum Bab-üs Sa'ade, dem Tor der Glückseligkeit. Schräg links führt der gepflasterte Weg zum eigentlichen politischen Zentrum des

Reichs, zum Kubbe altl. Man sieht es diesen beiden überkuppelten Gebäude kaum an, daß hier auf den umlaufenden Sofas der Großvezir, die Vezire, Kriegsrichter und Provinzgouverneure viermal wöchentlich Entscheidungen fällten, die ein Weltreich betrafen.

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