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.Wöchentlich
wurde der Sultan offiziell informiert, der oftmals allerdings
schon im Bilde war, nämlich dann, wenn er hinter dem Gitter
oberhalb des Divan in einem Raum, der direkt mit dem Harem
verbunden war, den Beratungen unbemerkt gelauscht hatte.
Links neben
dem Kubbe alte, unterhalb des charakteristischen Turms, ist
der Eingang zum Harem. Hier starten die Führungen, die in
neben Türkisch in mehreren Fremdsprachen die Besucher durch
den Harem geleiten. Das rechts anschließende Gebäude, in dem
heute eine Waffenausstellung u.a. mit den Schwertern der
Sultane zu finden ist, barg früher die Schatzkammer, aus der
die Beamten und Würdenträger des Hofes entlohnt wurden.
Im Boden des
2. Hofes hat man vor einiger Zeit Reste einer byzantinischen
Kirche gefunden, die allerdings noch nicht näher identifiziert
werden konnte.
Während des
alljährlichen Istanbul-
festivals (-+
A-Z / Festivals) dienen
die Arkaden
der Begrenzungsmauer als dekorative und originäre Kulisse für
die Aufführung von Mozarts „Entführung aus dem Serai". Und
selbst der architektonische Stil paßt, denn das Tor der
Seligkeit, das Babüs Sa'ade, erhielt 1758/59 sein heu-
tiges
Aussehen. Unter diesem Tor, wenn nicht im unmittelbar dahinter
sich befindenden Raum, dem Arz odasi, empfing der Sultan die
höchsten Beamten seines Reiches und die Botschafter
auswärtiger Mächte, nachdem diese zuvor im Kubbe alte gespeist
worden waren.
Im 3. Hof, der
wie gesagt vor allem der Palastschule vorbehalten war,
errichtete Ahmet III. eine sehr sehenswerte Bibliothek mit
ausgewogenen, leichten Proportionen. Das Gebäude ist
allerdings nicht immer geöffnet, obwohl die ca. 40 000 Bände
heute an anderen Orten untergebracht sind, teilweise wohl in
der sich dahinter anschließenden ehemaligen Moschee der weißen
Eunuchen, der Aöalar Camii.
Auf der linken
Seite endet der „goldene Weg" des Harem, durch dieses Tor
finden die Besucher des Harem auch heute noch den Weg zurück
in den Selamilk-Bereich des Saray. Außer den Räumen, die
früher der Palastschule und den verschiedenen inneren
Verwaltungsämtern dienten und heute eine Kleidersammlung mit
erlesenen Kaftanen und Stoffen sowie eine Ausstellung
türkischer Miniaturen beherbergt, ziehen heute zwei
Gebäudekomplexe den Besucher in ihren Bann: die Ausstellung
der unermeßlichen Schätze der Sultane und der Hirka-i Saadet,
vier überkuppelte Räume mit Reliquien des Propheten.
Ursprünglich
waren wohl die Schatzräume hinter der Säulenkolonade
Privaträume des Sultans. Der Staatsschatz befand sich in den
darunter gelegenen Kellerräumen. Wie man vom Meer aus
besonders gut erkennen kann, wurde zum Bau des Palastes hier
das Gelände durch einen hohen Unterbau verbreitert. Fatih
Sultan Mehmet ließ zusätzlich noch eine vorspringende
Substruktur errichten, um einen offenen Pavillon über den
steil abfallenden Hängen zum Marmarameer zu gewinnen. Es ist
unmöglich, all die Schätze und Kostbarkeiten aufzuzählen, die
die Schatzkammer den staunenden Besuchern bereithält. Hier
spiegelt sich einerseits natürlich der verfeinerte Geschmack
der Herrscher wider, vor allem aber sind diese Schätze
Ausdruck politischer Macht und Herrschaft. Der Sultan, dessen
Turban mit einer Nadel gehalten wurde, die von großen Rubinen,
gefaßt in Diamanten und Brillanten, funkelten, demonstrierte
aller Welt seine unumschränkte Macht. Seine Brokatkaftane,
seine mit Smaragden besetzten Schwerter und Dolche, das
Pferdegeschirr, der Köcher für die Pfeile aus purem Gold und
wie zum Spiel mit Edelsteinen besetzt — dies alles
symbolisierte seine Macht, seinen Herrschaftsanspruch und
seine Einmaligkeit.
Die kostbaren
Geschenke, die er an auswärtige Herrscher sandte, und solche,
die er von diesen erhielt, sollten Zeichen diplomatischer
Gewogenheit sein.
Vier der fünf
Räume haben jeweils einen Prunkthron in der Mitte: der
Ebenholzthron Murat IV., der mit Perl-
mutt und
Elfenbein reich geschmückte Thron Ahmet I., der goldene Thron,
den Mahmut I. vom persischen Schah Nadir als Geschenk erhielt,
und viertens ein ägyptischer Prunkthron, den Ibrahim Pasa
seinem Herrn Murat III. nach dem ägyptischen Feldzug
überreichte.
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