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    Italien

 

   

Italien liegt in Südeuropa, grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an die Schweiz und Österreich und im Nordosten an Slowenien. In Richtung Südosten ragt der berühmte "Stiefel" ins Mittelmeer, flankiert von der Adria und dem Ionischen Meer im Osten, sowie dem Tyrrhenischen und dem Ligurischen Meer im Westen. Vor der Stiefelspitze liegt Sizilien, die Westgrenze des Tyrrhenischen Meeres bildet Sardinien. Die Landschaft ist geprägt durch die Alpen im Norden, an die sich die Poebene im Süden anschließt. Der Mittelgebirgszug des Apennin zieht sich von der Poebene bis tief in den Süden zur Stiefelspitze. Charakteristisch sind die 3 Vulkane im Süden, der Vesuv, der ständig wieder ausbrechende Ätna auf Sizilien und der seit der Antike ständig tätige Stromboli, auf der gleichnamigen Liparischen Insel vor der Nord- ostspitze Siziliens gelegen.
Italien bietet eine Fülle an Ruinen und Monumenten aus archäologischen Zeiten bis zur Moderne. Die Kulturen reichen von der Vorgeschichte (14.000 - 9.000 v.Chr.), den Nuraghen auf Sardinien (ca. 7.000 v.Chr.), über die Etrusker (8. - 1. Jh. v.Chr.), die Magna Grecia (8. - 5. Jh. v.Chr.) bis zur römischen Antike (8. Jh. v.Chr. - 5. Jh. n.Chr.). Auch die Exponate aller Kunststile der letzten 2.000 Jahre sind herausragend.
Das Klima ist, von der Alpenregion abgesehen, im wesentlichen mediterran, mit sehr heißen Sommern und Schnee im Apennin bis in den tiefen Süden im Winter.

Hauptwirtschaftsregion ist der Norden, man spricht hier vom reichen Norden und armen Süden. Angeblich arbeitet der erfolgreiche Italiener in Milano und lebt in Rom.
Rückzugsgebiete einheimischer Wildtiere, wie Wildschweine, Wildschafe und -ziegen sowie zahlreiche Greifvogelarten, sind die Naturparks der Alpen, des Apennin sowie die sizilianischen und sardinischen Berge. In den Wäldern des Apennin gibt es noch Wölfe.
Von Mitteleuropa wird Italien allgemein per Auto oder Bahn besucht, zu allen Inseln besteht sehr guter Fähr- und gegebenenfalls Flugverkehr. Größte Fährhafen zu den Mittelmeeranrainern sind Genua, Livorno, Neapel, Venedig, Ancona, Bari und Brindisi auf dem Festland, Cagliari, Olbia und Porto Torres auf Sardinien und Messina, Palermo, Trapani, Siracusa und Catania auf Sizilien.
Italien ist in folgende Regionen unterteilt:
Abruzzen (Abruzzo, 10.794 qkm, 1,3 Mio E) Eine der reizvollsten Landschaften mit pittoresken, mittelalterlichen Bergdörfern bilden die Abruzzen. Die Region Abruzzo liegt südlich von Marche und östlich von Lazio an der Adria. Die Hauptstadt L'Aquilla (die Konzerte der Stadt sind über die Landesgrenzen berühmt, beeindruckend ist die Fassade der Kirche Santa Maria di Collemaggio aus dem 13. Jh.) liegt mitten in den Bergen, südlich des Gran Sasso d'Italia, der mit dem 2914 m hohen Corno Grande den höchsten Gipfel des Apennins

Der größte See der Region ist der CampotostoSee am Westrand des Gran Sasso, ein künstlicher See mit wilder Sumpfvegetation und reichhaltiger Fauna. Der Sommer- und Winterurlaubsort Campotosto liegt am Nordufer. Neben dem ursprünglichen Abruzzen-Nationalpark (Parco Nacionale d'Abruzzo) im Süden werden immer mehr Teile der Region als Nationalpark ausgewiesen. Die Attraktion der Abruzzen sind die malerisch an den Berghängen gelegenen mittelalterlichen Dörfer und Städte, wie Pescocostanzo, Cittä Sant'Angelo, Celano, Cocullo, Casoli oder Civitella del Tronto.
Neben dem Gran Sasso wird auch die Berglandschaft der Montagna della Maiella geschützt, eine große Kalksteinkuppe mit dem 2795 m hohen Monte Amaro, mit Höhlen, Schluchten, abschüssigen Felsen, Sandstränden an der Küste und einer reichen Tierwelt. Die Maiella ist für die Geschichte der Abruzzesen das wichtigste Gebirge, sie haben ein fast persönliches Verhältnis zu ihr, deren Landschaft abwechselt zwischen grün, waldreich und warm sowie kalt, öde und traurig. Schon zu Urzeiten gab es hier erste Siedlungen. Über Jahrhunderte war die Maiella Zufluchtsort für Banditen und Flüchtlinge. Der Überlieferung nach hat sich hier Spartakus mit seinen Gladiatoren vor den Legionen des Pompeius versteckt, im 2. Weltkrieg kämpften hier die Männer der Maiella-Brigade für die Freiheit ihrer Heimat.
Größte Stadt der Region und wichtigste Hafenstadt ist Pescara (150.000 Einw.), zu beiden Seiten des Fiume Pescara gelegen. Auf dem Hafenkanal (Porto Canale) wimmelt es von Fischerbooten, Handels- und Passagierschiffen. Südlich des Hafenkanals liegt der Porto Turistico, die Marina der Stadt. In beide Richtungen säumen kilometerlange Sandstrände das Adriaufer. Sehenswert sind das Museum der Völker der Abruzzen, das Meeresmuseum, der Dom von San Cetteo und der Regierungspalast. Einige Kilometer flußaufwärts liegt im Pescaratal die schon in der Antike gegründete Stadt Chieti, nach der Überlieferung von Herkules oder Achill. Die auf einem Hügel gelegene 60.000 Einwohner-Stadt, die einstige "Königin" der Abruzzen, vereinigt heute eine lebendige Mischung aus Palastbauten, engen Gassen, alten Häusern und modernen Geschäften. Wahrzeichen ist der Corso Maruccino, die traditionsreiche Hauptstraße mit dem Teatro Maruccino und der Kirche San Francesco della Scarpa (17. Jh.).
Der schönste Fischerhafen an der adriatischen Küste ist Giulianova, bekannte Badeorte mit kilometerlangen Sandstränden sind Alba Adria-

tica, Roseto degli Abruzzi, Pineto, Silvi Marina, Francavilla al Mare und Marina di Vasto.
Von Ortona und Vasto bestehen Fährschiffsverbindungen zu den Isole Tremiti (siehe Region Apulien).
Aostatal
(Valle d'Aosta, 3.262 qkm, 110.000 E)
Die Autonome Region Aostatal liegt im äußersten Nordwesten des Landes und ist eine der interessantesten Italiens. Im Norden liegen die alpinen Bergriesen, u.a. Italiens höchster Berg, der Monte Bianco (Mont Blanc, 4810 m), der 4478 m hohe Monte Cervino (Matterhorn) und die 4633 m hohe Dufourspitze des Monte Rosa, im Süden der 4061 m hohe Gran Paradiso. Das Aostatal ist abgelegen, Zugang von Italien nur über die Autobahnverbindung Ivrea - Saint-Vincent, Aosta, von Frankreich über den Kleinen St. Bernhard-Paß und den Mont Blanc-Tunnel und von der Schweiz über den Großen St. Bernhard-Paß, bzw. -Tunnel.
Hauptstadt der Region ist Aosta (37.000 E), in einem weiten Alpenbecken, an der Kreuzung sämtlicher Durchgangsstraßen und dem Zusammenschluß der fruchtbaren Täler der Dora Baltea und dem Valpelline gelegen. Wegen ihrer zentralen Lage an wichtigen Alpenpässen war sie schon im Jahre 2.900 v.Chr. Sitz einer megalithischen Ansiedlung, später militärisches Zentrum der Salasser. 25. v.Chr. wurde sie von den röm. Truppen des Augustus besiegt und erhielt den Namen Augusta Praetoria. Das "Rom der Alpen" war eine blühende Stadt, die zahlreiche Einfälle von Burgundern, Ostgoten, Byzantinern und Franken verkraften mußte. Im 10. Jh. gehörte sie zu Burgund. Unter dem Haus Savoyen genoß das Aostaltal immer eine politische Autonomie, die mit der Verfassung 1948 bekräftigt wurde.
Die Eroberungen des Tals dokumentieren sich in den zahlreichen Baudenkmälern der Region. Eine prähistorische Stätte ist der Cromlech des Kleinen St. Bernhard aus dem Megalithikum (50 große, im Kreis angeordnete Steine), man findet Grabhügel (Beauregard) und Grabsteine aus der Bronzezeit (Archäologische Museum in Aosta). Aus der Römerzeit blieben erhalten die Pont St. Martin und Reste von St. Vincent, die zur Römischen Straße nach Gallien gehörten, das Aquädukt Pondel, die Porta Praetoria, die unterirdische Galerie Criptoportico aus der Zeit des Augustus, ebenso Theater, Mauerreste und der Augustusbogen.
Mittelalterliche Dokumente sind die Kirchen St. Orso, Arnad und Morgex, die romanischen Schlösser Graines, Cly und Chatelard, die

schen Schlösser Quart, Ussel und Fenis, aus dem Barock stammen zahlreiche Altäre und Schnitzereien. Der große, mit Laubengang versehene Rathauspalast stammt aus dem Jahr 1839. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören das Schloß Aymavilles (18. Jh.) und die Festung Bard (14. Jh.).
Bekannte Sommer- und Wintersportorte des Aostatals sind Courmayeur zu Füßen des Monte Bianco, Breuil-Cervinia, GressoneySaint-Jean und Valtournenche zu Füßen des Matterhorns. Auf dem Weg zum Kleinen St. Bernhard liegt das Ferienzentrum La Thulle in einem grünen, von Wäldern umgebenen Tal. Ausflugsmöglichkeiten zu den Rutor-Wasserfällen, zur Hochebene des Calle San Carlo (dichter Tannenwald) und zur Töte d'Arpy (2022 m) mit ihrem kleinen See und dem prächtigen Panoramablick zur Montblanc-Kette. Sommer- und Wintersportort ist Cogne am Fuße des Gran Paradiso, Ausgangspunkt für Ausflüge zum Nationalpark Gran Paradiso mit seinen Gletschern und dem botanischen Alpengarten in Valmontey. Saint-Vincent ist der elegante Kurort mit Spielcasino. Sehenswert sind die Kirche S. Vincenzo (12.Jh.) und die Reste einer römischen Villa. Südlich liegt Venös mit dem mittelalterlichen Schloß der Challant.
Über Mailand und Turin ist das Aostatal über Autobahnen von italienischer Seite zu erreichen, über die obengenannten Pässe von Frankreich und der Schweiz. Bei Aosta gibt es den kleinen Regionalflughafen Corrado Gex, der Verbindungen zu Mailand und Turin hat.
Apulien (Puglia, 19.357 qkm, 4 Mio E)
 

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