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Lage: Der
Inselstaat Jamaika liegt in der Karibischen See, und zwar
westlich von Haiti und südlich von Kuba, schert also etwas aus
der Reihe der Großen Antillen, zu denen er gehört, aus
(Entfernung von Kuba und Haiti 140 bzw. 200 km).
Das Reiseziel Jamaika ist ein Touristenland erster Ordnung.
Auf der Insel ist es das ganze Jahr über warm. Die Vegetation
ist tropisch üppig. Besonders an der Nordküste liegen
einladende Badeorte mit weiten Stränden und ausgezeichneten
Hotels. Das Innere der gebirgigen Insel ist von Wäldern
bedeckt. In den Anbaugebieten gedeihen vor allem Zuckerrohr,
Kaffee, Bananen und Kakao.
Die Zuckerindustrie produziert den bekannten Jamaika-Rum; eine
Rum-Sorte, der Captain-M organ-Rum, erinnert an den englischen
Freibeuter Sir Henry Morgan (1635-1688), der die Insel als
Stützpunkt für seine Beutezüge in der Karibischen See benutzte
und zeitweilig auch Gouverneur der Insel war. Außer dem Namen
der Rum- Sorte gibt es aber noch andere Erinnerungen an die
Freibeuterzeit, so vor allem Morgan's Harbour (Port Royal) in
der Nähe der Hauptstadt Kingston.
Für abendliche Unterhaltung der Touristen sorgen Strandparties
mit Musik und dem berühmten Barbecue (große Rostbraten über
offenem Feuer). Baumkletterer und Feuerschlucker, Faßtrommler
und Tänzer (Limbo, Calypso, Reggae und andere) sind weitere
Attraktionen.
Reisewege: Von Deutschland fliegen Chartermaschinen nach
Montego Bay; Linienflüge nach San Juan (Puerto Rico) oder
Miami, von wo aus zahlreiche Verbindungen nach Kingston oder
Montego Bay bestehen. Als weitere Möglichkeit bieten sich
Anschlußflüge von London nach Kingston oder Montego Bay an.
Staatsform: Jamaika ist eine parlamentarische Monarchie im
Britischen Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die durch einen
Generalgouverneur vertretene britische Königin.
Verwaltungsmäßig ist das Land in drei Counties und vierzehn
Parishes gegliedert.
Bevölkerung: Sie setzt sich zusammen aus etwa 90% Schwarzen
und Mulatten und
kleinen Minderheiten von Indern (ca. 1,5%), Weißen und
Chinesen. Die Landessprache ist Englisch. Der größte Teil der
Bevölkerung (ca. 75%) gehört protestantischen Kirchen an;
daneben gibt es katholische, jüdische und andere Minderheiten.
Verkehrseinrichtungen: Jamaika besitzt ein gutes Straßennetz,
so daß man mit einem Mietwagen das Land problemlos bereisen
kann (die Reisebüros veranstalten Ausflüge mit Kleinbussen).
Es ist ratsam, sich vor Ort zu erkundigen, welche Gegenden man
als Tourist unter Umständen meiden sollte. Eine
Eisenbahnverbindung besteht zwischen Kingston und dem
Touristenzentrum Montego Bay (6-7 Std.) über Spanisch Town und
May Pen.
Flugverkehr besteht zwischen den wichtigsten Inselorten.
Speisen und Getränke: Eine feurig- scharfe, aber sehr
schmackhafte Spezialität ist Curry Goat, ein Gericht aus
Ziegenfleisch. Rum und Rumpunsch stehen an der Spitze der
Getränke.
Feiertage: Neujahr, Aschermittwoch, Karfreitag, Ostermontag,
23. Mai, erster Montag im August, 3. Montag im Oktober, 25.,
26. Dezember.
Kleidung: Sommerkleidung genügt.
Die Landeshauptstadt (820000 Einw.) liegt an der Südküste an
einer großartigen Hafenbucht, die durch die Halbinsel
Palisadoes gegen das offene Meer abgeschirmt wird. Die Stadt
wurde 1693 gegründet und entwickelte sich schnell zum
wirtschaftlichen Zentrum der Insel. Hauptstadt wurde sie 1872.
Sehenswert sind die National Gallery im Roy West Building, das
Institute of Jamaica (Sammlungen von Arbeiten der Arawak, der
karibischen Urbevölkerung), die Hope Gardens (Botanischer
Garten), Tuff Gong (Hope Road), die Musikstudios des
Reggaemusikers Bob Marley, und in dem auf der Halbinsel
Palisadoes gelegenen Port Royal Bauten, die an Captain Morgan
und Admiral Nelson erinnern.
Strände, seine guten Hotels aller Kategorien und durch seine
schier unerschöpflichen Möglichkeiten zu sportlicher
Betätigung, wozu auch der Tanz gerechnet werden mag. Wer
nämlich eine Ska-Tunz-Veranstaltung nicht nur besucht, sondern
tanzend mitmacht, d. h. armeschüttelnd, hüftenschwingend und
kopfwackelnd sich an der einheimischen Verrücktheit (SkaMania)
beteiligt, der wird spüren, daß dieser Tanz kaum weniger
strapaziert als ein harter Sport.
In der Nähe von Montego Bay steht Rose Hall, das großartigste
Herrenhaus des 18. Jhs. auf Jamaika. In diesem Haus lebte Rose
Palmer, die „weiße Hexe von Rose Hall" (ein volkstümlicher
Roman dieses Titels ist in den Buchhandlungen von Montego Bay
zu haben), die drei ihrer Männer ermordete und von dem vierten
selbst ermordet wurde. Sehenswert sind ferner die großen
Plantagen Good Hope und Tryrall (heute Hotel mit Golfanlage).
Maroon Country, auch Cockpit Country genannt, ist ein schwer
erreichbares Bergland im Nordwesten der Insel, etwas abseits
des Weges von Kingston nach Montego Bay. Es wird seit dem 17.
Jahrhundert von den Maroons (cimarrones) bewohnt, den
Nachkommen jener schwarzen Sklaven, die sich den Engländern
nicht unterwerfen wollten, sondern auf der Seite der Spanier,
ihrer alten Herren, kämpften. Die Maroons genießen noch heute
gewisse Sonderrechte. Die Fahrt, die man nur mit einem
umsichtigen Fahrer machen sollte, ist besonders wegen der
Naturschönheiten (großartige tropische Vegetation, bizarre
Felsformationen) zu empfehlen.
Ocho Rios und Port Antonia sind wichtige Badeorte an der
Nord-Küste, die außer Stränden auch interessante Ausflugsziele
in der Umgebung besitzen. Dazu gehört der kataraktartige
Wasserfall **Dunn 's River Falls, den man im Badeanzug
teilweise hinaufklettern kann. Eine andere Attraktion bietet
das River Rafting („Floßsport") auf dem Rio Grunde, der bei
Port Antonio durch eine der schönsten Dschungellandschaften
der Insel fließt.
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