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    Kamerun

 

   

Lage: Kamerun grenzt im Nordwesten an Nigeria, im Osten an den Tschad und die Zentralafrikanische Republik, im Süden an Kongo (Brazzaville), Gabun und Äquatorial-Guinea (das ehemals spanische Rio M uni) und im Westen an den Atlantik (Bucht von Biafra mit der Insel Bioko, ehemals Fernando Po).
Das Reiseziel Kamerun ist ein Land, das in der deutschen Kolonialpolitik eine große Rolle gespielt hat. Nachdem die deutsche Firma Woermann hier 1868 eine Niederlassung gegründet hatte, ergriff Gustav Nachtigal, der deutsche Afrikaforscher und damalige Kommandant von Togo, 1884 für Deutschland von Kamerun Besitz. Das Schutzgebiet wurde zur wichtigsten deutschen Kolonie.

1919 wurde Kamerun in ein französisches und ein englisches Mandatsgebiet aufgeteilt. Aus dem französischen und einem Teil des englischen Gebiets wurde 1961 die föderative Republik Kamerun gebildet.
Die Küstenregion mit der Hafenstadt Douala ist eine weithin von Mangroven bedeckte Schwemmlandebene mit überreichen Niederschlägen (etwa 240 regnerische Tage), sehr hoher Luftfeuchtigkeit und recht hohen Temperaturen. Das Hochland (1000-1500 m), das den größten Teil des Landesinneren einnimmt, ist eine klimatisch begünstigte parkartige Savannenlandschaft. Das Hochland senkt sich nach Norden hin dem Tschadsee entgegen, während es nach Südosten hin zum Kongobecken absinkt.

Die wichtigsten Produkte Kameruns sind Kakao (im Osten und Süden), Kaffee, Bananen, Baumwolle, Palmfrüchte, Kautschuk (der Kautschukbaum, Hevea, wurde 1904 von den Deutschen eingeführt) und Hölzer. Die Industrie befindet sich noch im Aufbau, der Bergbau ist unbedeutend. Wachsende Bedeutung hat das Kunsthandwerk (Lederwaren, Holzschnitzereien, Kupferarbeiten und Arbeiten aus Raphiabast und Rotangrohr). Für den Tourismus wichtig sind schließlich der Fisch- und Wildreichtum des Landes. Das Fischen ist in den Flüssen und im Meer frei.
Reisewege: Douala ist von Genf, Zürich und Frankfurt aus im Direktflug zu erreichen. Zwischen Douala und Yaounde bestehen tägliche Zugverbindungen. Der Hafen von Douala wird angelaufen ab Hamburg von den Frachtschiffen (Personenbeförderung) der Polish Ocean Lines und der Containerschiff Reederei Elsfleth, ab Marseille von der Nautilus Line.
Staatsform: Kamerun ist eine Republik. Seit Dezember 1990 gibt es ein Mehrparteiensystem. Das Land ist verwaltungsmäßig in insgesamt zehn Regionen gegliedert.
Bevölkerung: Der größte Teil der Bevölkerung (40%) gehört Bantustämmen an, 20% den Stämmen der Sudanneger. Neben ihnen gibt es eine kleine Gruppe von Fulbe und etwa 17 000 Europäer (vorwiegend Franzosen). Als Folge der Mandatszeit sind Französisch und Englisch Amtssprachen. Umgangssprachen sind die Sprachen der Bantu und der Sudanneger, in etwa auch das Ful der Fulbe. 50% der Bevölkerung sind Anhänger von Naturreligionen; der übrige Teil setzt sich aus Christen (etwa

30%) und Moslems (etwa 20%) zusammen.
Verkehrseinrichtungen: Zwischen den wichtigsten Orten des Landes besteht Flugverbindung. Zwischen Douala, Yaounde und N'Gaoundere, Douala und Nkongsamba und einigen anderen größeren Städten verkehren Eisenbahnen. Von Douala und Jaounde aus kann man einige Orte im Landesinnern mit Omnibussen, Kleinbussen oder Sammeltaxis über Fernstraßen erreichen.
Feiertage: Neujahr, 11. Februar, 1. und 20. Mai, Himmelfahrt, 15. August, 25. Dezember und zudem zwei jährlich wechselnde moslemische Feiertage.
Kleidung: Leichte Sommerkleidung (keine aus Nylon oder ähnlichem Material bestehenden Sachen) und Regenschutz sind das ganze Jahr über am Platz. Für Ausflüge in das Hochland sind auch wärmere Kleidungsstücke erforderlich.

Die Landeshauptstadt (800 000 Einw.) liegt rund 280 km von der Küste entfernt in 730 m Höhe inmitten bewaldeter Hügel. Diese Lage sichert der Stadt ein recht angenehmes Klima; dennoch ist die Einwohnerzahl der 1888 von den Deutschen gegründeten Stadt erst in den letzten Jahr

zehnten wesentlich gestiegen. Erinnerungen an die deutsche Zeit sind kaum vorhanden. Die Gebäude, die Beachtung verdienen, stammen ausnahmslos aus der Zeit nach dem Ersten, zum Teil sogar erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazu gehören Präsidentenpalais und Justizpalast

DOUALA
Die Hafen- und Handelsstadt Douala ist die größte (1,3 Mill. Einw.) Stadt des Landes, aber wegen ihres feuchtheißen Klimas dennoch eine Europäern für einen Aufenthalt nicht zu empfehlende Stadt. Das am Wuri (früher Kamerunfluß) gelegene Douala entstand 1907 durch die Zusammenlegung der drei Dörfer Bell, Akwa und Deido. Diese Dörfer wurden von den Douala, den bekanntesten Kameruner Waldlandstämmen, bewohnt; der neue Ort erhielt deshalb den Namen Douala.
Der Rasse und Sprache nach gehören die Douala und einige kleinere Stämme zu den Kamerun-Küsten-Bantu, mit denen die Inneren-Waldland-Bantu in den Gebieten der Flüsse Sanaga und Dja verwandt sind. Die Douala sind ein Fischer-, Jäger- aber auch Händlervolk. In ihrer Hand lag daher schon um 1800 der Handel mit den Europäern. Die Könige der Douala-Königreiche Bell und Akwa (die Namen sind in den Namen zweier Stadtteile von Douala erhalten geblieben) unterzeichneten 1884 den Vertrag mit den Deutschen. Einige Angehörige der Douala spielen heute noch in Politik und Wirtschaft des Landes eine wichtige Rolle, im ganzen ist ihr Einfluß jedoch im Schwinden begriffen.
Der schönste Teil der Stadt ist das hochgelegene Westviertel Joss, von dem aus man an klaren Tagen bis zu dem im Westen der Stadt gelegenen Kamerunberg (4070 m) sehen kann. Das Muse National besitzt ausgezeichnete völkerkundliche Sammlungen (im Rathausneubau).

BLlee (10000 Einw.), ein 1100 m hoch an den Hängen des Kamerunberges gelegener Luftkurort, ist Ausgangspunkt für die Ersteigung des Kamerunberges, eines noch nicht erloschenen Vulkans (achtstündiger Aufstieg, nur im März/April lohnend; Übernachtung in Schutzhütte; Führer und Träger in Buea).
Dschang. Über Nkongsamba (Handelsplatz für Kaffee), das mit Douala durch eine gute Straße und eine Eisenbahnlinie verbunden ist (rund 150 km), erreicht man mit dem Omnibus das weitere 150 km nördlich in den Bambuto-Bergen gelegene Dschang. Der Ort (6000 Einw.), der ein Handelszentrum für Kaffee ist, wird als Höhenluftkurort (fast 1500 m) gern aufgesucht. Dschang ist ein guter Ausgangspunkt für Fahrten in das Bamilikiland und dessen Häuptlingschaften (nach alter Tradition angelegte Häuptlingsresidenzen), nach Bafang und Bafoussam.
Mit dem Flugzeug zu erreichen ist ein hoch im Norden des Landes gelegenes Ausflugsziel:
Garoua (100000 Einw.), vier Flugstunden von Douala entfernt, liegt am Ufer des Benue, ist die Hauptstadt der Region Benue und das Zentrum eines ertragreichen Baumwollgebietes. Von hier aus werden Jagdtouren unternommen. Die Umgebung unterscheidet sich klimatisch von den Küstengebieten Kameruns durch erheblich geringere Niederschläge und durch beträchtlich höhere Durchschnittstemperaturen.




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