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    Kanal Inseln

 

   

Die Britischen Kanalinseln liegen im Englischen Kanal (Ärmelkanal) in der Bucht von St. Malo vor der Küste der Normandie. Zu den Kanalin- seln gehören Jersey und Guernsey mit Alder- ney, Sark und Herm und weiteren Kleinstinseln. Jersey ist die südlichste, Alderney die nördlich- ste Insel, nur 12 km von der französischen Küste entfernt.
Jersey und Guernsey haben eigene Regierun- gen (Bailiwicks), sie unterstehen nicht der Regierung von Großbritannien und Nordirland (gehören damit auch nicht der EG an) sondern direkt der Britischen Krone. Im 9. Jh. zogen Normannen (Wikinger) aus Dänemark nach Nordfrankreich, im 10. Jh. gehörten die Kanal- inseln zum Herzogtum Normandie. Der nor- mannische Herzog Wilhelm der Eroberer besiegte die Angelsachsen 1066 in der Schlacht bei Hastings (südenglische Küstenstadt) und ließ sich in Westminster zum König Wilhelm I. krönen. 1204 verlor König Johann I. "Ohne- land" (auch bekannt als King John, Gegenspie- ler von Robin Hood) das normannische Herzog- tum, die Kanalinseln sind aber bis heute Lehen der englischen Krone geblieben (sie waren nicht die Eroberten, sondern gehörten zu den Eroberern, wie es auf den Inseln gerne erzählt wird). Auf den Inseln wird Französisch und Englisch gesprochen, sowie die Mischform Patois.
Zur neueren Geschichte gehört die Besatzung durch deutsche Truppen im 2. Weltkrieg. Hitler wollte alle Inseln zu einer großen Festung als uneinnehmbares Bollwerk gegen England aus- bauen. Zahlreiche Bunker sind zur Mahnung erhalten geblieben, in Besatzungsmuseen wird dieser Epoche gedacht.
Das Klima der Kanalinseln ist sehr mild, das bewirken die Ausläufer des Golfstroms. Mit "englischen" Regenschauern ist im Winter zu rechnen, im Sommer mit Nebel.
Die Kanalinseln leben vom Export von Gemüse, Obst und Blumen und vom Tourismus. Wegen der steuerlichen Unabhängigkeit vom Mutter- land zählen die Inseln auch zu den sog. Finanz- paradiesen (allein auf Guernsey sind 60 Banken registriert). Es ist ein Domizil für englische
Goldschmiede geworden. Weltbekannt sind die Perlen von Jersey.
Jersey und Guernsey haben eine eigene Währung, die aber auf den Inseln voll aus- tauschbar mit dem britischen Pfund ist (nicht in England!). Alderney gibt auch eigene Münzen heraus, hauptsächlich für Sammler.
Von Frankreich und England bestehen Fähr- und Flugverbindungen. Die Fluglinie der Kanal- inseln Aurigny verbindet die drei großen Inseln Jersey, Guernsey und Alderney (der alte franz. Name ist Aurigny), außerdem bestehen Schiffs- verbindungen zwischen allen Inseln.
Jersey / States of Jersey
Jersey ist die größte Kanalinsel und liegt knapp 160 km südlich von England und in Sichtweite der französischen Küste. Dazu gehören noch die kleinen Inseln Les Ecrehou und Plateau des Minquiers.
Die Form der Insel ist ungefähr viereckig, sie mißt von Nord nach Süd ca. 8 km und von
Gorey mit Orgueil Castle
West nach Ost ca. 15 km. Im Norden steigen Granitfelsen steil aus dem Meer auf 136 m bei Les Platons, unterbrochen von kleinen Fischer- häfen und Buchten. Die anderen drei Seiten der Insel werden von großen, weißen bis goldgel- ben Sandstränden beherrscht, teilweise von Klippen unterbrochen. Die schönen kleineren Strände sind Beauport (der Name sagt es!), St. Brelade's Bay und Portelet Bay. Im Inselinneren findet man kleine Seen, fruchtbare Täler, immer wieder stößt man auf Blumenwiesen, Ginster- und Heidekrautfelder, jahrhundertealte Steinkirchen und -häuser, verschlafene Dörfer und Viehweiden. Die ganze Insel wird umgeben von Riffen, die bei Ebbe aus dem Wasser ragen. Der Tidenhub (Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut) beträgt hier bis zu 11,5 m. Bis zu 2000 m reichen tausende von Felsen ins Meer, eine bizarre Landschaft, die die Gefährdung der Schiffahrt auch dem Laien deutlich werden läßt. Hauptstadt ist St. Helier, sie liegt im Süden an der St. Aubin's Bay. Die Skyline über dem Hafen bildet die majestätische, napoleonische Festung Fort Regent, heute Freizeitcenter. Gegenüber vom Hafen liegt das Elizabeth Castle (14. Jh.) auf einer Insel, die man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann. Oberhalb des malerischen Hafens von Gorey steht mit Blick auf Frankreich, gegen das es gebaut wurde, die konzentrisch gebaute Festung Mont Orgueil Castle (13. Jh.). Am südlichen Ende des 8 km langen St. Ouen-Strandes steht an der rauhen Küste, auf einer Felsspitze thronend, der Corbiäre-Leuchtturm, Objekt für Fotografen und Maler.
Die Inselchen Les Ecrehous liegen etwa 8 km nordöstlich von St. Helena. Es stehen einige Hütten, die im Sommer von Fischern benutzt werden.
Das Plateau des Minquiers, von den Seeleuten "Minkies" genannt, liegt etwa auf halben Wege zwischen St. Malo und St. Helier. Es ist ein tückisches Schiffshindernis, das als Steinbruch für den Festungsbau diente. Es fand literarische und filmische Beachtung (Victor Hugo "Die Arbeiter des Meeres" und Hammond Innes "Das Schiff im Felsen").



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