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Der nördlichste spanische
Küstenstreifen am Mittelmeer nennt sich Costa Brava (Wilde
Küste') und gehört zu den besonders von Mitteleuropa aus wegen
der verhältnismäßig geringen Entfernung und der großartigen
Landschaft am meisten besuchten Gebieten in Spanien.
Die außerordentlich stark zerklüftete Küste ist größtenteils
felsig und an den steilen Vorgebirgen meist nicht mit dem
Kraftfahrzeug, zum Teil sogar nur mit dem Boot zugänglich.
Dazwischen liegen jedoch die malerischen Fischerdörfchen und
Städtchen mit ihren sandigen Buchten. Wer die lange und wegen
der vielen Kurven etwas mühsame Fahrt an der Küste entlang
scheut, kann die schönsten Orte der Costa Brava auch auf den
meist guten Abzweigungen von der N-II erreichen.
Küstenfahrt - Wer von Frankreich anreist, wählt ab Perpignan die
nach Südosten führende N-114 über Argelessur-Mer zum
französischen Grenzort Cerbere (49 km ab Perpignan). Von hier in
Kurven aufwärts zum Col de Balltres (173 m), über den die
französisch-spanische Grenze verläuft; mit schöner Aussicht und
den beiden Grenz- und Zollabfertigungen. Jenseits der Grenze in
Windungen bergab nach Port-Bou (2500 Einw.), dem spanischen
Grenzort und Fischereihafen, mit hochgelegener Kirche und
bedeutendem Bahnhof; wegen der größeren Spurweite der spanischen
Eisenbahnen ist hier zumeist Zugwechsel. Weiterfahrt hoch über
der klippen- und inselreichen Küste hin, mit prachtvollen
''Ausblicken nach San Miguel de Colera, in malerischer Lage
links unterhalb der Straße am Strand, und weiter nach Llansä
(2500 Einw.), einem rechts etwas abseits gelegenen ummauerten
Ort mit festungsartigem Kirchturm; in der Nähe 400 m flacher
Badestrand. Von Llansä folgt man weiterder Küstenstraße auf der
aussichtsreichen Steilküste nach Puerto de la Selva (900 Einw.),
einem reizvoll gelegenen Fischerdorf am Fuß der Sierra de Roda,
auf der das alte Benediktinerkloster San Pedro de Roda (460 m)
liegt, mit Kirche (ursprüngl. aus dem 8. Jh. und somit frühestes
Beispiel eines romanischen Tonnengewölbes); darüber das Castillo
de San Salvador, mit prächtiger '"Aussicht; beim Ort ein
Strandbad.
Bei der nun folgenden Straßengabelung hält man sich zunächst
links und erreicht ,Cadaques (20 m; 1500 Einw.), ein hübsches
Fischerstädtchen, um dessen Pflege und Erhaltung sich eine
ansässige Künstlergruppe bemüht; es liegt überaus malerisch an
einer muschelförmigen Bucht der hier außerordentlich zerrissenen
Steilküste (beschränkte Bademöglichkeit). 1 km nordöstlich das
kleine Vorgebirge Port-Lligat, mit dem Haus des Malers Salvador
Dalf. — Etwas weiter nördlich (Zufahrt nur mit dem Boot) das
Gabt Creus (80 m), das Kap Aphrodisium der Griechen, das den
östlichsten Punkt der Pyrenäenhalbinsel bildet (Leuchtturm).
Von Cadaguas zurück zu der zuvor genannten Straßengabelung und
hier nach links Weiterfahrt bis zum Zubringer des links abseits
liegenden
Rosas (5 m; 7000 Einw.), einem von den Griechen unter dem Namen
'Rhode' gegründeten Fischereihafenstädtchen, wegen seiner
hübschen Lage in einer Bucht am Nordrand des Golfo de Rosas auch
als Seebad besucht, mit breitem Sandstrand (für Kinder gut
geeignet), Strandpromenade, Parkanlagen und Sporthafen.
Von Rosas führt die hier beginnende C-260 um die Bahia de Rosas;
links abseits die im Stil einer Lagunenstadt angelegte
Feriensiedlung Ampuriabrava (Jachthafen). — An der 0-260 folgt
Castellö de Ampurias (18 m; 2000 Einw.), ein alter Marktflecken
mit der aus dem 14. Jahr- hundert stammenden Kirche Santa Maria,
im Innern gotisches Altarbild und beachtens- werte Kunstschätze.
In südlicher Richtung setzt man die Fahrt auf einer Nebenstraße
fort. Über San Pedro Pes- cador (5 m) und das jenseits des Rio
Fluviä liegende Armentera erreicht man Vilademat, wo die
Nebenstraße in die von Figueras kommende 0-252 einmündet.
Abzweigung einer zur Küste führenden Straße (4 km) nach Ampurias,
dem im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründeten griechischen 'Emporion'
( = Markt), das auf einer inzwischen landfest gewordenen Insel
lag und heute den Namen San Martin de Ampurias trägt. Die
Ruinenstätte birgt noch die südliche Stadtmauer sowie
umfangreiche Häuser- und Tempelreste (großer Mosaikboden),
ferner den aus gewaltigen Quadern gefügten Hafendamm. Museum mit
zahlreichen Fundstücken. Vom Parkplatz auf der Steilküste
prächtige Aussicht über den Golfo de Rosas und rechts auf La
Escala. In der an Klippen und Grotten reichen malerischen Bucht
am Fuß der Steilküste schöner Sandstrand. |