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Marokko liegt im
äußersten Nordwesten Afrikas, die Westküste bildet der
Atlantik, die Nordküste das Mittelmeer.
Hinter der Mittelmeerküste erhebt sich das RifGebirge. Im
anschließenden Bergland, das vom Mittleren Atlas-Gebirge
begrenzt wird, liegen zwei der vier Königsstädte, Fes und
Meknes. Zur Atlantikküste hin liegen die dritte (und
Hauptstadt), Rabat, sowie Casablanca (wichtigster Hafen),
beides Küstenstädte.
Südwestlich des Mittleren und am Fuß des Hohen Atlas liegt die
Perle und vierte der Königsstädte, Marrakesch.
Südlich des Hohen und des anschließenden Anti-Atlas liegt die
beginnende Sahara, die sich nach Algerien fortsetzt.
Den südlichen Abschluß bildet die Grenze zum ehemaligen
Spanisch- (West-) Sahara, das 1979 annektiert wurde (siehe
Sahara).
Von 1912 bis 1956 war Marokko aufgeteilt in ein französisches
(in etwa das heutige M.) und ein spanisches (das Rif und die
Nordküsten, ohne Tanger, im Südteil de
Provinz Uni und West-Sahara) Protektorat sowie die
internationale Zone von Tanger (1923 von Frankreich, Spanien
und GB begründet). Das Klima teilt sich in mediterran und
subtropisch, bedingt durch die Gebirge 'IM und Atlas ist es
mild. Der Süden und Südosten haben Wüstenklima.
Die mediterrane Vegetation besteht aus z.T. immergrünen
Pflanzen, Zedern, Korkeichen, Oliven, Kiefern, Lebensbäumen,
den Ubergang zur Steppe bilden Oliven, Rosmarin, Pistazien,
Macchien. Eine Grassteppe führt in den wüstenhaften Süden mit
seinen von Dattelpalmen
bestandenen Oasen.
Drei Viertel der Bevölkerung sprechen arabisch, der Rest
Berbersprachen. Französisch in Hotels und Städten, zum Teil
auch spanisch (im Norden).
An kulturellen Sehenswürdigkeiten herrscht im Land kein
Mangel.
In Marrakesch gibt es hübsche Cafes am "Platz der Geköpften",
die mit Messingschalen behängten, bunt gekleideten
Wasserverkäufer sind Fotomotiv Nr. 1! Ende Mai ist das
Folklore- fest mit Umzügen. Der Bahia-Palast (19. Jh., wird
teilweise von König Hassan II. bewohnt) stellt höchste
arabische Baukunst dar. Sehenswürdigkeiten sind u. a. Souks,
Paläste, Moscheen der Stadt, die für Marokko-Besucher ein "Muß"
darstellt.
In Meknes (40 km Stadtmauern) standen einst 12.000
Araberpferde in den unterirdischen Ställen des Sultans Mulai
Ismail. Sehenswürdigkeiten sind u. a. Souks, Paläste, Moscheen
und Baudenkmäler, wie das Stadttor Bab el Mandor und das
Mausoleum des Sultans, der 1672 von Mulai Ismail zur
Hauptstadt erhobenen Stadt. Fes gilt neben Venedig, Prag und
Bahia (Brasilien) als eine der schönsten historischen Städte
der Welt. Sehenswürdigkeiten der um 800 von der Idris-Dynastie
gegründeten Königsstadt sind u.a. die Universität Quaraouyine,
eine der ältesten der Welt (die größte Moschee der Stadt, 9.
Jh.), die Medina, die Souks,
(Paläste) und Moscheen (Andalous, 9. Jh.).
Die Hauptstadt Rabat hat eher provinziellen Charme.
Die Gartenstadt mit ihren weiten Boulevards hat natürlich auch
traditionelle Märkte zu bieten (Grand Marchä, mit den vielen
Souks und Souvenirläden), das Nationalmuseum zeigt Marokkos
Handwerkskunst, die Kasbah des Oudaias steht als stolze,
zinnenbewehrte Festung an der Küste, in der Kasbah (Altstadt)
sieht man holzgeschnitzte Türen, verzierte Hausfassaden, die
älteste Moschee der Stadt datiert anno 1150. An der Avenue
Moulay Hassan steht der Königspalast (teilweise zum Besuch
frei), weitere Sehenswürdigkeiten sind der Hassanturm und das
Mausoleum Mohameds V. Außerhalb Rabats liegt die römische
Nekropole Chellah
(Gräber).
Neben den vier Königsstädten sind die Straße der Kasbahs mit
ihren burgähnlichen Dorfanlagen aus Lehm (manche sehen aus wie
mittelalterliche Burgen) im Südosten, sowie die Städte an der
Atlantikküste (Tanger, Casablanca, Essaouria, Agadir) ein "Muß"
für den kulturell interessierten Besucher.
Casablanca, von den Portugiesen 1575 erobert und Casa Branca
genannt, wurde erst um 1800 von den spanischen Eroberern
Casablanca genannt (marokkanisch: Dar Beida). Die Stadt hatte
um 1900 noch 1000 E und heute 3 Mio und ist
Wirtschaftsmetropole des Landes.
Reste der portugiesischen Kolonialzeit finden sich in der
Medina (Patios genannte Innenhöfe, Moscheen, Souks), außerhalb
der Stadtmauern sind Luxushotels, Restaurants und moderne
Ladengeschäfte.
Tanger, das antike Tingis, liegt an der strategisch
bedeutenden Einfahrt zum Mittelmeer. Die Stadt hat alle
Eroberer in der Geschichte Marokkos erlebt. Sehenswert, die
Villenviertel, der Basar in der Medina und die Region um
Tanger, mit Weinbergen, Obstgärten, Eichen- und
Macchienwäldern. Im nahen Asilah finden im Sommer
Kulturfestspiele statt, die Besucher aus aller Welt anlocken.
Tetouan, die Hauptstadt des Nordens, empfängt meist als erste
arabische Stadt die Besucher, die über Ceuta von Spanien per
Auto einreisen. Weiße Häuser schmiegen sich an den Dersa-Hügel,
der am Fuße des Rif-Gebirges liegt. Die 1305 v. Chr.
gegründete Stadt war einst Piratenstützpunkt und Ausgangspunkt
für Angriffe auf das spanische Ceuta. Sehenswert, die Festung
und der Basar in der Altstadt, mit ihren gewundenen Gassen.
Essaouria hat eine mittelalterliche Stadtmauer samt
Stadtzentrum und dazugehörigen Handwerksbetrieben. Vom Hafen
aus kann man sich von Fischerbooten auf die vorgelagerten
Purpur-Inseln fahren lassen.
Im Süden um Agadir liegen die weiten Ferienstrände und
Touristenzentren.
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