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Die heute mit
Vororten (Groß-Rio) über 11 Mill. Einwohner zählende Stadt
wurde 1565 von den Portugiesen gegründet und war von 1763-1960
die Hauptstadt zunächst der Kolonie, dann des Kaiserreichs und
seit 1889 der Republik Brasilien. Die Stadt liegt an der
inselübersäten Guanabarabucht auf und zwischen Hügeln, von
denen der 704 m hohe und von einer Christusstatue (mit Sockel
38 m) gekrönte Corcovado und der 390 m hohe Päo de Avücar
(Zuckerhut) die bekanntesten sind (Auffahrt mit Zahnrad- bzw.
Seilbahn). Der legendäre Ruf der Strände von Copacabana,
Ipanema und Leblon erhält heute infolge steigender (teils
lebensgefährden-
der) Wasserverschmutzung und hoher Kriminalität negative
Vorzeichen. Nicht zu übersehen sind auch die Elendsviertel,
die sich hinter der wohlhabenden Strandzone im Süden die Hügel
hinaufziehen - Lebensraum von Millionen von Menschen in
bitterster Armut.
Das Zentrum der Stadt liegt beiderseits der 1800 m langen
Prachtstraße Avenida Rio Branco. Hier befinden sich die
Hauptgeschäftsstraßen (besonders günstig kauft man gefaßte und
ungefaßte Edelsteine und Halbedelsteine) und die wichtigsten
Sehenswürdigkelten: Kirche und Kloster Silo Bento, auf dem
gleichnamigen Morro
Brasilien
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Brasillitt
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(Hügel) gelegen, stammen aus dem 16. Jahrhundert. In der
Krypta der Kathedrale (18. Jh.) ist Pedro Alvarez Cabral, der
Entdecker Brasiliens, beigesetzt (sein Grab wird aber auch in
Santarem, Portugal, gezeigt). Die Kirche des Klosters Santo
Antönio (17. Jh.) besitzt eine beachtenswerte
Innenausstattung. Hinter der kleinen, hübschen Kirche Santa
Luzia (1752) erhebt sich das von Le Corbusier entworfene
Ministrio da Educa•äo (1937-1943). Im Stadtteil Glöria steht
die Kirche Nossa Senhora da Glöria (um 1700) mit schönen
Azulejos und dem von Mestre Valentim geschaffenen Hochaltar.
Die ehemalige kaiserliche Residenz Quinta da Boa Vista ist
heute Museu Nacional. In der Nähe der Quinta liegt das große
Maracanä-Stadion (bis zu 200 000 Zuschauer bei großen
Fußballspielen). Die Sammlungen des Museu Hiskirleo Nacional (Praca
Rui Barbosa) befassen sich mit der Geschichte Brasiliens. Im
Museu Nacional de Belas Artes (Av. Rio Branco 199) sind in
erster Linie Arbeiten brasilianischer Maler zu sehen.
Stadtrundfahrten, auch Rundfahrten „Rio bei Nacht", werden von
den örtlichen Reisebüros veranstaltet. Lohnenswert ist auch
ein Besuch einer der zahlreichen Samba- oder
Macumba-Vorführungen.
Petröpolis und Teresöpolis. Die Sommerfrische Petröpolis war
die Sommerresidenz des Kaisers Pedro II. Der Palast ist heute
Museum (Kronjuwelen), und in der Kathedrale sind der Kaiser
und seine Gattin beigesetzt. In der Nähe des von Petröpolis
nicht weit entfernten Erholungsortes Teresöpolis sind in der
Serra dos Orgäos bizarre Felsgebilde zu sehen, darunter der
1650 m hohe Dedo de Deus (Finger Gottes). Ab Rio bestehen
Autobusverbindungen.
Ouro Präto ist die unter Denkmalschutz stehende Museums- und
Barockstadt Brasiliens, die man ab Belo Horizonte (nach dort
Flug ab Rio) in rund zweistündiger Autobusfahrt erreicht. In
der kleinen Stadt (60000 Einw.) wirkte im 18. Jahrhundert der
Baumeister und Bildhauer Antönio Francisco Lisboa, der 0
Aleijadinho (Der kleine Krüppel) genannt wurde, weil er durch
Lepraerkrankung Zehen und Finger verlor und Hammer und Meißel
nur mit Vorrichtungen halten konnte, die er an seinen
Armstümpfen befestigen ließ. So schuf er die barocke
Prophetengruppe in
dem 80 km von Ouro Preto entfernten Congonhas do Campo. Alle
Kirchen von Ouro Preto und das Museu dos Inconfldentes
besitzen Werke des Künstlers.
Brasilia (1060 m; 600 000 Einw.; im Bundesdistrikt 1,6 Mill.
Einw.), die Hauptstadt Brasiliens, ist 925 km (Luftlinie) von
Rio de Janeiro entfernt (sehr zahlreiche Flugverbindungen).
Die von L. Costa geplante „modernste Hauptstadt der Welt" ist
wegen ihrer Gesamtanlage und wegen der eindrucksvollen und
eigenwilligen Bauten einen eintägigen Besuch wert. Zu den
ausgefallensten Bauten zählen jene von Oscar Niemeyer
(Regierungssitz, Kongreßgebäude, Oberstes Bundesgericht).
Weiterhin sehenswert in Brasilia: Torre de TV (218 m hoher
Fernsehturm mit Aussichtsplattform auf 75 m Höhe), Paläcio da
Alvorada (Residenz des Staatspräsidenten) und die Kathedrale.
SAO PAULO
Die 750 m hoch und rund 80 km von der Küste entfernt gelegene
Stadt wurde 1554
von den Jesuiten gegründet. Den ersten großen Aufschwung
erlebte sie nach Beginn des Kaffeeanbaus (um 1880). Nach dem
Zweiten Weltkrieg entwickelte sie sich zu einer hochmodernen
Industriestadt und ist heute mit 11 Millionen Einwohnern
(Agglomeration etwa 15 Mill.) die größte Stadt Südamerikas und
eine der größten Städte der Erde. Täglich strömen Tausende von
Menschen aus den ärmsten Regionen Brasiliens in der Hoffnung
auf Arbeit in diese Industrie- und Handelsmetropole.
Das Wort „Stadt" mutet im Zusammenhang mit Säo Paulo wie eine
Verniedlichung an. „Ballungsraum", das läßt schon eher
erahnen, in welchen Dimensionen Säo Paulo gesehen werden muß.
In der City verdienen Beachtung der Parque Dorn Pedro II, die
Kathedrale (1954), die Umgebung der Praia da Repüblica mit dem
41stöckigen Edificio Itülia (Ecke Ipiranga/ Säo Luis;
Aussichtsterrasse). Außerhalb der Innenstadt liegen der Parque
do Ihirapuera, der Parque da Independacia
(Unabhängigkeitsdenkmal und Museu Paulista); der Parque do
Estado (Orchideengarten), das Museu de Arte de Säo Paulo und
das Museu de Arte Moderna sowie das Instituto Butantä
(Schlangenfarm und Museum) auf dem Universitätsgelände.
AUSFLUG
lguaou-Wasserfälle. Die am Dreiländereck
Argentinien-Paraguay-Brasilien gelegenen mächtigen und aus
mehreren Gruppen bestehenden Wasserfälle des Rio Igua9u sind
von Säo Paulo (und auch von Rio) aus mit dem Flugzeug oder Bus
(20 Stunden) zu erreichen. Der Flugplatz liegt im Nationalpark
von Iguacu. Sehr schönes Hotel direkt bei den Fällen.
SALVADOR
Die 1549 von den Portugiesen gegründete und noch oft mit ihrem
alten Namen Bahia bezeichnete Stadt (2 Mill. Einw.) war von
1549 bis 1763 die Hauptstadt Brasiliens. Salvador übt große
Anziehungskraft auf Besucher aus: wegen seiner vielen
sehenswerten Bauten (die Altstadt gilt als das Schönste, was
der Brasilianische Barock hervorgebracht hat, als der
Inbegriff brasilianischen Wohlstandes zu Beginn des 18.
Jahrhunderts); wegen der Eigenart der Bevölkerung (sie besteht
zu einem wesentlichen Teil aus Schwarzen, die aus christlichen
und afrobrasilianischen Riten ein religiöses Zeremoniell
entwickelt haben, das Candombli genannt wird); wegen seiner
Antiquitätenläden für
Silberarbeiten (bei den Preisen kann man handeln); wegen
seiner afrikanisch-portugiesischen Küche, deren Spezialitäten
man unverfälscht nur an Stränden, auf offener Straße oder in
kleinen abgelegenen Gaststätten bekommt. Die wichtigsten
Sehenswürdigkeiten der Unterstadt sind der Fischerhafen, die
Prara Cairu mit dem Mercado Modelo und die Kirchen Conceiväo
da Praia und Nosso Senhor do Bonfim (beide 18. Jh.). In der
Oberstadt gilt das Hauptinteresse der Kathedrale, den Kirchen
Säo Francisco, Ordern Terceira de Säo Francisco und Rosärio
dos Pretos (Barockbauten), ferner den vielen Palästen (die
bröckelnden Fassaden stehen symbolisch für die immensen
Probleme der Stadt) und dem Museo do Carmo des Convento do
Carmo.
AMAZONASGEBIET
Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist das
größte zusammenhängende Waldareal der Erde und umfaßt fast die
Hälfte des brasilianischen Staatsgebietes. Durch das Abbrennen
von jährlich etwa 100 000 km' Urwald (einige Stellen sprechen
sogar von 200 000 km') sind nicht nur eine Vielzahl von
Pflanzen- und Tierarten und der Lebensraum von Indianerstämmen
bedroht, sondern werden sich auch global klimatische
Veränderungen einstellen. Abgesehen von der Holznutzung wurden
weite Flächen gerodet, um verarmte Bauern und Viehzüchter aus
dem Nordosten im Amazonasgebiet anzusiedeln. Doch die Böden
laugen binnen kürzester Zeit aus, sobald der ökologische
Kreislauf des Regenwaldes zerstört ist. Von Manaus (s. u.) aus
werden Touren in die Regenwaldgebiete angeboten.
Belim (1,1 Mill. Einw.) liegt 140 km vom Atlantik entfernt und
ist die wichtigste Hafenstadt im unteren Amazonasgebiet. Die
Stadt wurde 1616 von Portugiesen gegründet. Das Stadtbild ist
heute vorwiegend modern. Besuchenswert sind der Markt
Ver-o-Peso (am Hafen) und die naturgeschichtlichen und
anthropologischen Sammlungen des Museo Emilio Goeldi.
Von Belem aus bestehen Schiffsverbindungen nach Manaus (1
Mill. Einw.), dem wichtigsten Umschlagplatz im Amazonasgebiet.
Die Stadt erlebte ihre größte Blüte zur Zeit des Gummibooms
(um 1900). Damals entstanden luxuriöse Wohnviertel und
großartige öffentliche Bauten, darunter vor allem das
Opernhaus, zu dessen Einweihung Caruso sang.
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