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Die italienische
Insel Sardinien (Sardegna) liegt im westlichen Mittelmeer,
südlich von Korsika (12 km) und vom italienischen Festland
durch das Tyrrhenische Meer getrennt. Sardinien ist ca. 264 x
145 km groß.
Zum Großteil besteht die Insel aus Bergmassiven, bis auf die
Senke Campidano zwischen der Hauptstadt Cagliari und Oristano
und schmalen Küstenstreifen. Die majestätischsten Berge sind
die Monti del Gennargentu mit dem höchsten Berg Sardiniens,
dem Punta La Marmora (1834 m). Der Sopra Monte bei Nuoro ist
eine schroffe Berggegend mit abschüssigen Felswänden und
größtenteils noch unerforschten Höhlen. "Sardische Dolomiten"
nennt man das Massiv des Monte Albo mit schroffen Kalkbergen.
Zahlreiche Binnenseen (zum großen Teil Stauseen) und Flüsse
(die größten sind Tirso, 150 km, Coghinas, 123 km und
Flumendosa, 122 km), Sumpfseen und Moore mit Schilffeldern und
Sumpfgras, Eichen und Korkeichenwälder, Ölbäume und die
Macchia mit Myrten- und Rosmarinsträucher, Mastixbäume und
Walcholder, sanfte, einsame und stille Hochflächen, auf denen
man keinen Menschen trifft, außer hin wieder einem Schäfer mit
seiner Herde, und eine 1849 km lange Küstenlinie (inkl. 462 km
der Nebeninseln) mit Felsschluchten, Klippen und Sandstränden
bestimmen das Landschaftsbild.
Sardinien ist vor über 3500 Jahren besiedelt worden. Zeugen
sind die Menhire (senkrecht aufgerichtete Steinmale) und die
Nuragen (kegelförmig aufgeschichtete Steinbauten). Schönstes
Beispiel ist die Nurage Santa Barbara bei Macomer in
Zentralsardinien. Es siedelten Phönizier und Karthager im
11./12. Jh. v.Chr. (Ausgrabungsstätte auf dem Vorgebirge von
Nora südlich von Cagliari), im 3. Jh. v.Chr. wurde es von den
Römern erobert (es stellte für Rom eine riesige Kornkammer
dar), noch heute sind Aquädukte, Brücken und Straßen aus
dieser Zeit zu sehen.
Nach Beherrschung durch die Vandalen, Byzanz, Goten,
Langobarden, Araber und Sarazenen machte sich die Insel im 11.
Jh. selb-
ständig, im 15. Jh. fiel sie der spanischen Krone zu (davon
zeugen die vielen Wachtürme auf den Kaps), im 18. Jh. der
österreichischen. 1861 wurde Sardinien dem Königreich Italien
angegliedert, 1948 wurde es autonome Region mit Sonderstatus.
Die Sarden waren ein Bergvolk, sie waren nie mit dem Meer
vertraut, denn von dort kamen ihre Eroberer. Die Seefahrer und
Fischer Sardiniens stammen aus Italien, vornehmlich aus
Ligurien (Küste um Genua) und von der Insel Ponza im Golf von
Neapel.
Das Klima ist mild. Die Saison ist der sieben Monate währende
Sommer.
Die Hauptstadt der Insel ist Cagliari (größter Flug- und
Fährhafen) mit prächtiger Altstadt, Kathedrale (13. Jh.) und
wunderbarem Blick über die Stadt von der Bastion di Saint Remy.
Der Fremdenverkehr ist besonders hoch entwickelt an der Costa
Smeralda im Norden der Insel mit Porto Cervo, um Olbia
(wichtigster
Nuraghe
Fähr- und Flughafen dieser Touristenregion) mit seinen Inseln
(Tavolara und Molara) und dem nördlich gelegenen
Maddalena-Archipel (Isola Maddalena, Isola Caprera, Isola
Santa Maria mit den Resten eines Benediktinerklosters und
zahlreiche kleine Inseln mit zum Teil durch kleine
Korallensplitter rosa gefärbtem Sand). Hier finden sich
zahlreiche Badeorte mit Sandstränden und Yachthäfen.
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