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So wie die üppig
wuchernde Vegetation Südindiens hat auch deren Baukunst
Tempelstädte, hochragende Tortürme ( Gopuram) mit zahllosen
Skulpturen und Ornamenten, riesige Heilige Seen für
Kultwaschungen u. a. entstehen lassen, die nordindische
Ausmaße bei weitem übertreffen. In Tiruchirapalli imponiert
die Felsenfestung mit einem Kult-Teich. Die riesige
Tempelanlage von Srirangam wird von einem über 900 m langen
und 700 m breiten Wall umgeben und hat 21 Gopurams.
Tanjore, 50 km östl. von Tiruchirapalli, war 4 Jahrhunderte
Hauptstadt der CholaHerrscher, die hier ungezählte Kultbauten
errichteten, deren bedeutendster der Brihadisvara-Tempel ist.
Der Turm über dem Allerheiligsten, Vimana, ist 66 m hoch, mit
80 t schwerer Steinkrone.
Madurai (65 000 Einw.) besitzt den ausgedehntesten
Tempelbezirk Indiens und Höhepunkt drawidischer Architektur,
den Tempel Sri Minakshi.
Varanasi, wie der Stadtname amtlich lautet, hat 800 000 Einw.
und liegt am linken, westl. Ufer des Ganges. Der heilige Strom
Indiens, zu dem Millionen Hindus alljährlich pilgern, um ihre
Sünden abzuwaschen oder hier den Tod zu erwarten, prägt das
Bild dieses Wallfahrtsortes. Nirgendwo
ist die Glaubenswelt der Hindu-Gesellschaft so lebendig,
malerisch und dominierend erhalten geblieben wie in Benares.
Am frühen Morgen, wenn bei Sonnenaufgang die Scharen der
Pilger an den Ufer-Treppen, Ghats, am dichtesten sind, unter-
nimmt man eine Bootsfahrt, die beim Dasaswamedha Ghat beginnt.
Man fährt zunächst stromaufwärts bis zum Asi Ghat und sodann
in Nordrichtung zum Panchganga Ghat, um das Leben und Treiben
der unzähligen Gläubigen, der Brahmanen, Yogis, Sadhus, Büßer
und oft von weither angewanderten Pilger zu beobachten. Am
Ufer sieht man die Paläste, Dharmasalas (Herbergen), Tempel,
Shikaras (Türme), Verbrennungsstätten und die Silhouette der
Altstadt.
Durch die engen Gassen (Galis) wandert man zum Goldenen
Tempel, dem Hauptheiligtum des Vishvanath (Weltenherrscher),
wie Shiva hier genannt wird. Die Türme und Kuppeln des Daches
wurden im 19. Jahrhundert vergoldet (daher die Bezeichnung!).
Im Süden der Stadt stiftete im 18. Jahrhundert eine Maharani
den Durgar Mandir, der von den Fremden wegen der zahlreichen
Affen, die ihn unsicher machen, Affentempel genannt und gerne
besucht wird. Unweit davon ist die Hindu-Universität. Ihm
gegenüber, am Ostufer des Ganges, liegt der Ramnagar-Palast,
die Residenz des früheren Maharadschas von Benares.
Sarnath, 10 km nördlich von Benares, war der Ort der ersten
Predigt Buddhas und wird seit zweieinhalbtausend Jahren von
den Anhängern des Religionsstifters verehrt. Das
Archäologische Museum zeigt das berühmte Löwen-Kapitell, mit
dem die Gesetzessäulen, Stambhas, des Kaisers Ashoka gekrönt
waren. Der Dhamek-Stupa (5./6. Jh.) ist der besterhaltene
Kultbau im Ausgrabungsgelände.
Allahabad (900 000 Einw.) liegt im Westen von Benares, dort wo
der Yamuna in den Ganges einmündet. Im Akbar Fort kann man
eine Ashoka-Säule, im Khusru Bagh, einem Park, das Mausoleum
des Mogul- Prinzen Khusru (17. Jh.) besichtigen.
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